Daniel Hope: Die Stimme Amerikas

(Daniel Hope Kolumne crescendo)

Unser Kolumnist wurde bei seinem Auftritt im Nobel-Ort Aspen vom
bekanntesten Radiomoderator der USA für klassische Musik, Fred Child, interviewt.
Hinter der Bühne stellte dann aber Daniel Hope die Fragen …     

Du bist ja sozusagen die Stimme klassischer Musik in den USA. Wie bist du eigentlich in unserem Genre gelandet?
Mein Vater war Luftfahrt-Ingenieur, er arbeitete an der Rakete mit, die Menschen zum Mond fliegen sollte. Wenn er abends nach Hause kam, setzte er sich ans Klavier und spielte. Das hatte etwas Magisches für mich, und ich selbst bat darum, Klavierunterricht zu bekommen. Ich hatte zehn Jahre Unterricht und spielte hauptsächlich für mich selbst, aber als ich diese ganze Welt rund um die klassische Musik kennenlernte, wusste ich, dass ich mein Leben damit verbinden wollte. Ins Radiobusiness bin ich dann eher reingestolpert. Aber beim Radio kann man eben seine eigene Leidenschaft so toll mit den Hörern teilen und –ganz ehrlich – ich fühle mich da wie der glücklichste Mensch der Welt, dass das auch mein Job ist.

Früher war Radio ja geografisch begrenzt, heute ist es möglich, dich via Internet weltweit zu hören …
Ja. Wir versuchen auch gerade rauszufinden, wie viele Hörer wir eigentlich weltweit haben. Ich durfte zum Beispiel gerade bei der BBC als Presenter für die Aufnahme des National Orchestra of Wales sprechen, weil sie eine amerikanische Stimme haben wollten. Ich fühle mich sehr glücklich, dass ich nicht nur im amerikanischen Radio zu hören bin, sondern auch in anderen Ländern.

Du machst auch Listeners-Tours, also Reisen mit Hörern.
Ja, wir haben das in diesem Jahr angefangen und ganz ehrlich: ich war da etwas skeptisch, ob das funktionieren würde. Aber schon die erste Musikreise nach London im Juni 2014 war sehr schnell ausverkauft. Wir waren mit 50 Hörern unterwegs und haben uns Konzerte angehört und sind in diverse Museen gegangen und haben natürlich auch mit Musikern gesprochen. 2015 planen wir eine Reise entlang der Donau mit Wien und Budapest. Da werden dann schon 160 Hörer dabei sein. Was mir sehr gefällt ist, dass wir die Leute zusammenbringen, die eine gleiche Leidenschaft teilen. Das ist etwas sehr Schönes.

Ich glaube, nicht nur die Hörer schätzen dich, sondern auch die Musiker. Man merkt, dass du selber Musik machst, und ich habe gelesen, dass du sogar mal als Vorgruppe bei einem Konzert von Grateful Dead aufgetreten bist. Ist das wahr?
Ja (lacht). Ich war vor 30 Jahren mal in einer Band, die African Dance Music gespielt hat, und Mickey Hart, einer der Drummer von Grateful Dead war irgendwie auf unser Album aufmerksam geworden und mochte es. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie unglaublich es ist, vor 20.000 Menschen zu spielen und zu spüren, was da von einem Publikum zurückkommt.

Kannst du noch verraten, wie man dich im Radio oder via Website findet?
Am besten direkt über www.performancetoday.publicradio.org. Auf der Seite ist übrigens auch das Interview, das ich mit dir hier auf der Bühne geführt habe.

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