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Soll der Storch doch nach Ibiza fliegen!

29. Mai 2010
Sohn und Pianist Paul Gulda

Sohn und Pianist Paul Gulda; Foto: Bob Coat

Das Leben des Friedrich Gulda aus Sicht von Sohn Paul und Lebensgefährtin Ursula Anders

Von Ralf Dombrowski

Friedrich Gulda gibt noch immer Rätsel auf. Zu vieldeutig sind die Signale, die von ihm ausgingen, um ihn als Teil einer einzelnen Szene sehen zu können. Für den Pianisten selbst war das kein Widerspruch, denn er suchte nach dem Kern der Musik unter der Oberfläche der Erscheinung. Ob er ihn bei Mozart, Jazz oder Paradise Island fand, war nur ein gradueller Unterschied innerhalb des Systems. Am 16. Mai wäre der im Jahr 2000 verstorbene Pianist und Pionier der Grenzüberschreitung 80 Jahre alt geworden. mehr

Bitte Vorsingen

29. Mai 2010
Die Audi Jugendchorakademie bei der Aufführung von "Die Schöpfung"

Die Audi Jugendchorakademie bei der Aufführung von "Die Schöpfung"; Foto: AUDI AG

Die Audi Jugendchorakademie sucht und fördert junge Talente. In diesem Sommer darf der Chor sogar zusammen mit Stardirigent Kent Nagano auftreten.

Von Robert Kittel

Casting – eigentlich ein seriöses englisches Wort für das Auswählen von Schauspielern, Tänzern oder Sängern, ist in den vergangenen Jahren etwas in Verruf geraten. Das liegt an Menschen wie Dieter Bohlen oder Heidi Klum, die das Casting als Plattform für quotenwirksame Zur-Schau-Stellung naiver Jugendlicher im Fernsehen missbrauchen. Dass sich dennoch Menschen finden, die sich zu einem Casting trauen, spricht für den Mut unseres Nachwuchses. Castings sind – gerade im Musikbetrieb – eine große Notwendigkeit.
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Gegenwart und Zukunft

27. Mai 2010

Bad Kissingen: Kurgarten

Bad Kissingen: Kurgarten; Foto: Bayerisches Staatsbad

Hochkarätige Künstler und eine facettenreiche Programm-gestaltung prägen seit 25 Jahren das Gesicht des Musik-festivals KISSINGER SOMMER und versprechen auch im Jahr 2010 höchsten Musikgenuss.

Von Georg Rudiger

Cecilia Bartoli, Lang Lang, Mariss Jansons, Kent Nagano – die Künstlerliste des KISSINGER SOMMERs 2010 liest sich wie ein Who is Who der aktuellen Klassikszene. In diesem Jahr feiert das Festival in der beschaulichen fränkischen Kurstadt sein 25-jähriges Jubiläum. Und stellt erneut unter Beweis, dass Weltklasse auch und gerade fernab der Großstädte zu erleben ist.

Seit dem Gründungsjahr 1986 steht Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger an der Spitze des Festivals – und hat damit wesentlichen Anteil am Erfolg. mehr

Serie: Österreich 2010, Ein Jahr für Gustav Mahler (Teil 1 von 3)

26. Mai 2010
Gustav Mahler; Emil Orlik, 1902

Gustav Mahler; Emil Orlik, 1902

Der Weg in die Heimat: Gustav Mahler und seine Wahlheimat Österreich.

Von Uwe Schneider

Wien am 11. Mai 1897: Gustav Mahler dirigiert zum ersten Mal an der Wiener Hofoper. Auf dem Programm steht Wagners romantische Oper „Lohengrin“. Der Erfolg ist überwältigend, „ganz Wien hat mich geradezu mit Enthusiasmus begrüßt“, berichtet er danach selbst. Der Weg dorthin war für den jüdischen Komponisten und Dirigenten, der 1860 im böhmischen Kalischt geboren wurde, jedoch beschwerlich gewesen.
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Ohr sticht Auge

25. Mai 2010

Ist die Macht der Inszenierung wirklich gut für die Musik?

Von Pascal Morché

„Prima la musica, dopo le parole“ – Zuerst die Musik, dann die Worte. Das strittige Verhältnis von Musik und Wort, erstmals von Mozarts Gegenspieler Antonio Salieri 1786 zum Thema bühnenwirksamer Auseinandersetzung gemacht, ist ja noch vergleichsweise harmlos, gegenüber der Variation dieses Themas in Zeiten visuellen Overkills: Zuerst die Musik, dann die Bilder.

Die Frage lautet längst: Kommt die Musik noch „zuerst„ und folgt ihr dann das Bild? Oder ist es nicht längst umgekehrt? Was ist schließlich beim Musikkonsum primär geworden: ein Musikstück zu „hören“ oder ein Bild, das sich uns zu der Musik aufdrängt (oder aufgedrängt wird) zu „sehen„? Schon die Programmmusik war ein Irrtum! Ja, im Grunde sollte es als justiziable Nötigung, wenn nicht gar als Vergewaltigung unseres Fantasievermögens geahndet werden, wenn uns jemand (selbst wenn er Beethoven oder Richard Strauss heisst) Bilder vorschreibt: Hier, lieber Zuhörer hast du dir jetzt eine „Szene am Bach“ vorzustellen! mehr

Komplexität dient mir nur als Kulisse

24. Mai 2010
Thomas Larcher

Thomas Larcher; Foto: Dominik Gigler/ECM Records

Thomas Lacher ist ebenso ein höflicher wie faszinie-render Mensch und, so abgedroschen es auch klingen mag, ein genialer Komponist.

Von Burkhard Schäfer

Wenn die altertümliche Bezeichnung „Tonsetzer“ noch auf irgendjemanden zutrifft, dann auf ihn. Sicher ist: Kaum ein anderer seiner Zunft dürfte so viele bereits „gesetzte“ Noten wieder „umgesetzt“ oder gar ausradiert haben wie er …

Der Blick aus dem Fenster scheint zu schön um wahr zu sein und erinnert ein bisschen an diese kolorierten Kitsch-Postkarten, die im 19. Jahrhundert nicht nur bei Touristen in Mode waren: grüne Bergwiesen, grasende Kühe und stattliche Tannen im Vordergrund, die Gipfelkette des majestätischen Karwendelgebirges im Hintergrund. Der österreichische Ort Weerberg, den Thomas Larcher sich als Refugium und Arbeitsraum auserkoren hat, liegt, auf einem sonnigen Mittelgebirgs-Plateau über dem Inntal in 900 Metern Höhe. mehr

Andris Nelsons: Nordischer Feuervogel im Anflug auf Bayreuth

21. Mai 2010
Andris Nelsons

Andris Nelsons; Foto: Marco Borggreve

Der Lette Andris Nelsons (31) will bei den Festspielen das Publikum euphorisieren – wahrscheinlich schafft er das auch.

Von Christa Hasselhorst

„Weißt Du, wie das wird?“ – Die berühmte Nornenfrage aus der ‚Götterdämmerung‘ beantwortet Andris Nelsons mit vielsagend grinsendem Schweigen. Klar weiß er es. Aber sagen darf er nichts. Nur soviel: Mittelmaß gibt es mit dem Skandal-Garanten Hans Neuenfels nicht! Wenn sich am 25. Juli auf dem Grünen Hügel der Vorhang öffnet für die Eröffnungs-Premiere von „Lohengrin“, wird das reizvolle Doppel Neuenfels-Nelsons für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen als Bayreuth ohnehin schon auf sich zieht. Der alte Regie-Hase und notorische Agent Provocateur Neuenfels und der junge Shooting-Star sind beides Debütanten in Bayreuth. mehr

Einmal Abu Dhabi und zurück

20. Mai 2010 1 Kommentar
Abu Dhabi: Emirates Palace Hotel

Abu Dhabi: Emirates Palace Hotel; Foto: Abu Dhabi Festival

Was passiert, wenn man einen Mitarbeiter zum Klassik-Festival an den Persischen Golf sendet? Wir haben es getestet.
Ein Erlebnisbericht.

Von Jens F. Laurson

Wenn man noch nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) war, weiß man über dieses sieben-geteilte Land von wetteifernden Scheichtümern nur bedingt viel: Hohe Häuser, phantasievoll gestaltete künstliche Inselwelten, eine Formel-1-Rennstrecke und ein bisschen Finanzkrise. Und – immerhin seit sieben Jahren in der Hauptstadt des Landes – auch das Abu Dhabi Festival, welches große Klassik verspricht und in diesem Jahr aus aller Welt Journalisten einlud, um darüber zu berichten.
Ich war einer davon. mehr

Dass Schumann ein Zerrissener war, ist doch klar

17. Mai 2010
Joachim Kaiser mit crescendo-Autor Tobias Haberl im Wohnzimmer seines Hauses

Joachim Kaiser mit crescendo-Autor Tobias Haberl im Wohnzimmer seines Hauses; Foto: Bob Coat

Auf eine CD mit Joachim Kaiser: Deutschlands Kritiker Nr.1 erklärt uns die Welt der Klassik. Thema diesmal: Robert Schumann und sein 200. Geburtstag.

crescendo: Im Juni feiert Robert Schumann seinen 200. Geburtstag. Berührt Sie das?

Kaiser: Wenn ein unbekannter Komponist vor 300 Jahren gestorben ist, sage ich mir schon: Hm, Jochen, vielleicht hast du dich um den zu wenig gekümmert. Einer wie Schumann aber braucht so ein Jubiläum nicht. Der ist immer präsent. mehr

Betreff: Bild Dir Deine Meinung!

17. Mai 2010 1 Kommentar

Titel der crescendo-Ausgabe 4/2010

Titel der crescendo-Ausgabe 4/2010; (c) Port Media GmbH

Liebe Leser,
dieser Tage feiert einer der ältesten Bilder-Lieferanten der Republik 60. Geburtstag: Die ARD. Herzliche Gratu-lation von meiner Seite.
Aber nicht alle gratulieren: Mit Hilfe seiner BILD-Zeitung drischt der Axel Springer Verlag dieser Tage aus relativ plump kaschierten Lobbyinteressen auf „das Erste“ ein und verliert dabei völlig aus den Augen, was wir an ihr haben.

Denn: Ich mag das öffentlich-rechtliche Fernsehen.
Obwohl es manchmal wirklich schwerfällt. Zum Beispiel bei den reichlich bemühten Versuchen, das Privatfernsehen zu imitieren, um jugendliche Zuschauer zurückzugewinnen und „Quote zu machen“. Allein schon der Name „Landesrundfunkanstalt“. Während andere Staatsbetriebe wie Post, Telekom und Bahn bereits in der Neuzeit angekommen sind, bürokratisieren die Anstalten weiter vor sich hin. mehr