ARTE: Erstausstrahlung von Schillers “Maria Stuart”
Montag, 17. November 2008 um 22.20 Uhr in ARTE: Erstausstrahlung “Maria Stuart” von Friedrich SchillerÂ
Fasziniert vom Schicksal der laut Zeitzeugen schönen und leidenschaftlichen Maria Stuart, plante Friedrich Schiller bereits nach der Beendigung von “Kabale und Liebe” ein Drama über die schottische Königin. Für ihn bestand die Herausforderung bei der Bearbeitung des Stoffes darin, “dass man die Katastrophe gleich in den ersten Szenen sieht, und, indem die Handlung des Stückes sich davon wegzubewegen scheint, ihr immer näher und näher geführt wird.” Schillers Trauerspiel beginnt drei Tage vor Maria Stuarts Hinrichtung. Es erzählt von der Eingekerkerten und ihrem Versuch, das bereits verkündete Todesurteil abzuwenden. Währenddessen ringen verschiedene politische Lager, entweder um die Befreiung oder die baldige Hinrichtung der Gefangenen. Elisabeth I., von diesen Kräften umgeben, schwankt. Ein Befreiungsversuch und ein Mordkomplott schlagen fehl. Letztlich unterschreibt Elisabeth die Hinrichtungsurkunde und Maria Stuarts Kopf fällt.
Schillers Königinnendrama stellt die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Moral, beschreibt den Einfluss von ganz privaten Gefühlen und Interessen auf Politik.
Regisseur Stephan Kimmig hat den Originaltext ironiefrei inszeniert. So genau, wie er in der Sprache Schillers bleibt, so zielgenau platziert er seine Inszenierung in der Gegenwartsbefindlichkeit Angst, die nach dem 11. September mancherorts herrscht. Die Drehbühne ist kühle Bürowelt, Gefängnis und geheime Kommandozentrale. Paula Dombrowskis Elisabeth ist so gar nicht Königin: die Arme stets verschränkt, die mageren Schultern im eleganten Hosenanzug schaudernd hochgezogen, die Stimme piepst hoch oben im Hals. Fast denkt man, so jemand kann keine Macht ausüben. Ihre Widersacherin ist dagegen stark: Die Maria von Susanne Wolff ist an Händen und Füßen an einen Folterstuhl gefesselt. Zum Stillsitzen in grauer Anstaltskleidung und Latschen verdammt, doch ohne Zweifel eine Königin des prallen Lebens. Das kontrastreiche Spiel der beiden Protagonistinnen hat Stephan Kimmig kühl und überzeugend inszeniert und die männlichen Rollen sind mit Peter Jordan und Werner Wölbern u.a. ebenso exzellent besetzt.
Inszenierung Stephan Kimmig
Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Musik Michael Verhovec
Video Helena Ratka
Licht Matthias Vogel
Dramaturgie Juliane Koepp
Mit:
Elisabeth Paula Dombrowski
Maria Stuart Susanne Wolff
Leicester Werner Wölbern
Shrewsbury Helmut Mooshammer
Burleigh Peter Jordan
Davison Asad Schwarz-Msesilamba
Paulet Christoph Bantzer
Mortimer Daniel Hoevels
Fernsehregie Peter Schönhofer
Redaktion Bettina Kasten
Aufzeichnung einer Aufführung am Thalia Theater Hamburg
Länge: zirka 108 Minuten, HD
ZDFtheaterkanal/ARTE 2008













Thomas Adamczak
Ich fand die Inszenierung ausgezeichnet und würde sie gerne meinen Schüler/innen zeigen.
Die Aufnahme der Sendung hat aber an unserer Schule durch ein technisches Versagen nicht funktioniert. Gibt es eine Möglichkeit, die Inszenierung als DVD zu bekommen/ erwerben?
Würde mich über Ihre Antwort sehr freuen.
Freundlichster Gruß
Thomas Adamczak
Fachleiter für das Fach Deutsch am Studienseminar Wiesbaden
und Lehrer an der GHS in Rüsselsheim
Christiane Boesiger
Auch mich hat diese Inszenierung begeistert und ich würde mich ebenfalls für eine DVD interessieren. Kann man eine solche erwerben?
Freundliche Grüsse
Christiane Boesiger, Luzern
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