|
|
7 Ausgaben mit Festspielguide + 6 Abo-CDs+Prämie Ihrer Wahl + Geschenk CD
|
 |
1 Ausgabe gratis + 1 Abo-CD + Geschenk CD bei Abo-Bestellung
|
Wahnfried erklingt im Alt-Rausch
Christa Mayer, die „Erda“ der Bayreuther Festspiele präsentierte sich mit einem Liederabend in Wagners Wahnfried/Festspiel-Soireen mit spannendem Programm bis Ende August
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Ein schöner Brauch rund um den Bayreuther Grünen Hügel ist die rege Konzertaktivität, die maßgeblich dazu beiträgt, das musikalische Leben rund um den Grünen Hügel bunt und interessant zu gestalten und echtes Festspielflair zu generieren. Atmosphärisch besonders dicht wird so ein Konzertabend, wenn er denn im Haus Wahnfried, Wagners Bayreuther Wohnhaus, erklingt. Wo einst „Wagners Wähnen Frieden fand“ – dank tatkräftiger Unterstützung von König Ludwig II. von Bayern – sammelt man sich heute in des Meisters Saal, streng beäugt von Familienportraits, und saugt die Original-Atmosphäre in sich auf. mehr
„Schwellkopf“ Richard schüttelt den Kopf
Bayreuther Festspiele: Katharina Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ erfahren im vierten Jahr etliche Veränderungen/Neuer Sachs bleibt blass
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Eigentlich sind die „Meistersinger von Nürnberg“ ja Richard Wagners liebeswertestes Werk: Die Dichtung ist feinsinniger und vielschichtiger als in anderen Werken, und auch die Musik huldigt beileibe nicht nur vordergründig prachtvoll-dröhnendem C-Dur, sondern hat wundervolle Momente des Gefühls zu bieten. Allein das Vorspiel zum dritten Aufzug ist ein Kleinod – und gleichzeitig der seelische Reifeprozess des Hans Sachs‘, der sich zum Verzicht auf seine heimliche Liebe Eva Pogner entschließt wie einst Richard Wagner selbst, als er Mathilde Wesendonck, wahrscheinlich die Liebe seines Lebens, loslassen muss und wieder an ihren Gatten Otto verliert. Nicht selten hat Wagner selbst solch prägende Erlebnisse auf der Bühne verarbeitet oder – wie eben in den „Meistersingern“ – auch überwunden. mehr
Bayreuth hat wieder einen Siegfried!
1. August 2010
2 Kommentare
Lance Ryan überzeugt als Siegfried im Bayreuther „Ring“/Musikalische und Regie-Sternstunde dritter Akt
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Diese Partie ist vertrackt schwierig: Leicht und locker muss Siegfried deklamieren können, dann aber wieder große, gebundene Phrasen singen, lyrisch soll er klingen, aber auch heldisch auftrumpfend sein Schwert schmieden und Brünnhilde erwecken. Neben Stephen Gould gab es in den letzten Jahren in Bayreuth keinen guten Siegfried mehr, denn Siegfriede vom Stimmtypus eines Wolfgang Schmidt und Christian Franz verlegten sich mehr aufs Kraftmeiern und vergaßen stemmend, dass man diese Partie auch singen kann.
Die Siegfried-Erlösung kommt – wie die hervorragende Sieglinde Edith Haller – wieder einmal aus dem badischen Staatstheater in Karlsruhe: Hier konnte sich Lance Ryan das deutsche Repertoire erarbeiten und glänzte jüngst schon bei den Salzburger Osterfestspielen als Siegfried. Dass er jetzt auch in Bayreuth die Siegfried-Lücke schließen kann, hat Stimmexpertin und Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier rechtzeitig erkannt. Ryan singt, ganz Schüler von Carlo Bergonzi, die Töne lyrisch an und legt dann erst Kraft in die Stimme. Erstaunlich, wie gut der Kanadier den schwierigen deutschen Text ausspricht, hörbar versteht, was er da singt und es auch klug musikalisch ausdeutet. mehr
Facettenreiches Überwältigungstheater
Stefan Herheims „Parsifal“ begeistert auch im dritten Bayreuther Aufführungsjahr /
Der Abend von Christopher Ventris und Kwangchul Youn
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Nach dem fulminanten Auftakt mit Neuenfels‘ „Lohengrin“ ist er der Hingucker der Bayreuther Festspiele 2010: Stefan Herheims von der „Opernwelt“ zur Inszenierung des Jahres 2009 gewählter Bayreuther „Parsifal“. Von Bayreuth-Insidern in Anlehnung an den großen „Jahrhundertring“ (1976-80) als der „Chéreau der Jetztzeit“ gehandelt, gibt es fürs Regieteam am Schluss zwar immer noch leichten Widerspruch, vor allem aber stehende Ovationen. Und das völlig zu Recht, denn Herheims „Parsifal“ ist ein Stück Überwältigungstheater, atemberaubend in seinen sich ständig wandelnden Bühnen- und Ausstattungsvisionen (Heike Scheele, Gesine Völm), zudem aber auch intellektuell durchdacht, ohne dabei belehrend zu wirken. mehr
Sieglinde ist das „hehrste Wunder“
29. Juli 2010
2 Kommentare
Edith Haller und Johan Botha revolutionieren das gesangliche „Ring“-Niveau bei den Bayreuther Festspielen
Von Barbara Angerer-Winterstetter
„So blühe denn Wälsungenblut“ singt Siegmund am Schluss des ersten „Walküren“-Aufzugs – und der Vorhang fällt laut Wagners Bühnenanweisung besonders schnell. Aus szenischer Sicht ist das in Tankred Dorsts Inszenierung des Bayreuther „Ring des Nibelungen“ nicht nötig, denn auf der Bühne passiert sowieso nichts. Und schon gleich gar nichts Anrüchiges. Nach ein paar flüchtigen Umarmungen bricht das inzestuöse Liebespaar händchenhaltend zu einem nächtlichen Waldspaziergang auf und überlässt die tobende Leidenschaft der Musik, die auf die schon leere Szene strömt. Aber die Unzulänglichkeiten in der Personenführung dieser Inszenierung, die sowieso in ihr letztes Bayreuth-Jahr geht, sollen hier nicht weiter Thema sein. Viel eher gibt es viel blühendes Wälsungenblut aus gesanglicher Sicht zu vermelden – von einem neuen Wälsungenpaar, das den ersten „Walküren“-Aufzug trotz szenischer Ratlosigkeit zu einer Sternstunde werden ließ. mehr
Bayreuth: Von Ratten und Menschen im Versuchslabor
26. Juli 2010
7 Kommentare
 Bayreuther Festspiele 2010: "Lohengrin" mit Annette Dasch, Georg Zeppenfeld, Festspielchor; Foto: Bayreuther Festspiele GmbH/Enrico Nawrath
Hans Neuenfels inszeniert einen hoch intelligenten neuen „Lohengrin“ zur Bay-reuther Festspieleröffnung 2010 / Musikalisch höchstes Niveau mit vielen Hügel-Debütanten
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Alain Resnais‘ Spielfilm von 1980 „Mein Onkel aus Amerika“ nimmt das Motiv vorweg: Laborratten-Experimente werden menschlichen Verhaltens-weisen gegenübergestellt. Die Idee, mit der Regisseur Hans Neuenfels in seiner neuen „Lohengrin“-Inszenierung auf dem Bayreuther Grünen Hügel arbeitet, ist also keine Neuerfindung, aber neu bei den Festspielen. Verstörend sicher für so manchen, der die romantische Oper ebenso auf der Bühne erleben möchte, ein höchst intelligenter Coup aber für denjenigen, der lieber eine glasklare, schlüssige Regie erlebt. Denn das ist Neuenfels‘ Deutung, trotz der vielen Buhs für die Premiere zur Festspieleröffnung am Sonntag. mehr
Bayreuth 2010: Weißt Du, wie das wird?
Die Beantwortung der Nornenfrage: Was nächsten Bayreuther Festspieljahre Neues bringen – und was wir uns wünschen
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Heute schließt sich über dem letzten “Tristan” der Bayreuther Festspielvorhang – tags darauf werden dann alle wehenden Fahnen in Bayreuth eingezogen, Wehmut breitet sich aus und die Stadt verfällt bis zum 25. Juli 2010 wieder in ihren Dornröschenschlaf.
Das war es also – das erste Jahr in Damenhand, die erste Saison unter Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner. mehr
Wagnerscher Tand zum wonnigen Gruß
12. August 2009
2 Kommentare
Bayreuther Entdeckungen am Rande des Grünen Hügels – für Vier- und Zweibeiner mit dem richtigen Riecher
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Richard Wagner war ein erklärter Hunde-Fan. Einer seiner Vierbeiner – “der treue Russ” – ruht und wacht sogar unter eigener Grabplatte unmittelbar neben der letzten Ruhestätte seines Herrchens im Park der Villa Wahnfried, Wagners stattlichem Bayreuther Wohnhaus. Hier findet man neben den obligatorischen Kränzen entrückt dreinblickende Festspielbesucher oder Möchtegern-Isolden, die eine Rose auf dem Grabstein Richards platzieren. Normalerweise. Vor einigen Tagen aber lag auf dem Russ-Grab plötzlich ein riesiger Kauknochen, schön dekorativ mit roter Schleife verziert und der Aufforderung: “Lieber Russ, pass bitte auch weiterhin gut auf unseren Meister auf”. Binnen weniger Stunden war die liebeswerte Grabgabe leider verschwunden – dahin gerafft wohl von einer Russ-Reinkarnation. mehr
Parsifal in Bayreuth: Der Gral sind wir
3. August 2009
1 Kommentar
Stefan Herheims “Parsifal” im zweiten Bayreuther Aufführungsjahr weiterhin als überwältigendes Stück Regietheater/Daniele Gatti dirigiert spannungslos.
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Erlösung dem Erlöser! Stefan Herheims Bayreuther “Parsifal”-Inszenierung endet auch in ihrem zweiten Festspieljahr so global und universal, dass man gerührt sein muss: In einem großen runden Spiegel, der sich über die Szene gesenkt hat, erblickt die Festspielgemeinde sich selbst – bevor der Spiegel zur Weltkugel wird, die langsam rotierend glänzende Strahlen ins Publikum wirft. Der Gral, das sind wir, der Schlüssel zur Erlösung liegt in jedem von uns! mehr
Bayreuth 2009: Kinder – Neues ist gemacht!
Bayreuther Festspiele: Was neu ist auf dem Grünen Hügel und was wir uns noch wünschen
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Bayreuth 2009 ist neu. Leider noch nicht in punkto Besetzung, denn die Verträge für die beiden Festspielleiterinnen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner wurden erst im Mai ausgearbeitet, zu einem Zeitpunkt als die Sängerriege für diese Festspielzeit schon lange fest stand. Neues fehlte auch im Eröffnungs-”Tristan”, dessen beklemmende Atmosphäre sich lähmend über das Premierenpublikum breitete. mehr
|