Gott fährt Porsche oder: Ist Herbert zu Hause?
15. Dezember 2007
4 Kommentare
Nächstes Jahr wäre Herbert von Karajan 100 Jahre alt geworden. Hier noch einmal ein Artikel aus dem “crescendo”: Erinnerungen an die gute alte Festspielzeit
Früher haben sich Studenten über den Publikums-Laufsteg der Salzburger Festspiele aufgeregt. Heute schmeißen sie sich selbst in Schale, um in die Oper zu gehen. So wie unser Autor.
Von Klemens Renoldner
Wenn ich in früheren Jahren aus dem in den Felsen des Mönchsbergs geschlagenen “Neutor” in die Salzburger Altstadt eintrat, galt mein erster Blick dem seitlichen Eingang in die Festspielhäuser und der Frage, ob Herbert von Karajan im Hause war oder nicht. mehr
Rezension: Mozart Quartett & E. Kissin
Das akustische Fremderlebnis, wenn Beethovens “Eroica” beginnt und statt großem Orchesterklang ein Klavierquartett ertönt, ist nicht ohne Wirkung. Was vielleicht dünn und substanzarm klingen könnte, findet jedoch rasch zu beachtlicher Intensität.
Das ist vor allem ein Verdienst des Mozart Piano Quartets, das nun die kuriose Salonfassung von Beethovens 3. Sinfonie eingespielt hat, die der Beethovenfreund Ferdinand Ries einst anfertigte. mehr
“Das ausgestellte Kind”
Mit seinen Eltern und der Schwester reist er durch Europa, um seine musikalischen Kunststücke vorzuführen und Geld einzuspielen. Triumphe und Torturen des Wunderkindes Wolfgang Amadeus beleuchtet Peter Härtling in seiner Mozart-Novelle.
Von Valery Voigt
Er ist ein Könner auf dem Gebiet des sorgfältig recherchierten Künstlerromans. Wie hingetupft, lesen sich die Kinderszenen. mehr
Rezension: Sawallisch & J. Held
Dokument des Könnens: Lipovšek, Sawallisch
Von Uwe Schneider
Nicht ganz auf der Höhe. Wolfgang Sawallisch gehört zu den großen Wagner-Interpreten des letzten Jahrzehnts. Als Klavierbegleiter einer mit steigernder Intonationssicherheit singenden Marjana Lipovšek sowie als Leiter des Siegfried-Idylls mit Mitgliedern seines Bayerischen Staatsorchesters ist das noch einmal in einem erst jetzt bekannt gewordenen Live-Mitschnitt von 1991 nachzuerleben. mehr
Kurz-Porträt: Roman Trekel
Fragen zu Bayreuth und seiner Lied-CD “Die schöne Müllerin” (Oehms Classics)
crescendo: Sie sind Stammgast in Bayreuth – was ist dort so anders als an anderen Opernorten?
Trekel: Alles… Und die Luft ist besser!
Sie singen den Wolfram – haben Sie an dieser Rolle in Bayreuth in den letzten Jahren neue Ecken und Kanten kennengelernt?
Trekel: Ich habe mich bemüht, welche hinzuzufügen! mehr
Rezension: Salzburger Festspiele (DVD)
Früher fanden bei den Salzburger Festspielen die Skandale noch auf der Bühne statt – zum Beispiel bei der Uraufführung von Thomas Bernhards “Der Ignorant und der Wahnsinnige”. Diese Produktion wurde nach der ersten Aufführung sofort wieder abgesetzt. Der Grund: Bernhard verlangte in seinem gespenstischen Finale, der Nachtszene, dass selbst die Notbeleuchtung abgeschaltet würde – damals eine Unmöglichkeit. Die Theaterleitung setzte den Geniestreich ab.
Zum Glück hat das ORF diese Inszenierung mit Ulrich Wildgruber, Bruno Ganz und Otto Sander aufgezeichnet. Aber auch sie war jahrzehntelang in den Archiven verschwunden. Dieser alte, einmalige “Ignorant und der Wahnsinnige” ist nun das Highlight der neuen “Arthaus”-Serie mit Produktionen der vielleicht spannendsten Salzburger Jahre. mehr
Rameau heute

Rameau saß zwischen allen Stühlen: Mit 40 entfachte er einen Opernkrieg, mit 50 wurde er Hofkomponist Ludwigs XV. Er feiert den Absolutismus, der Aufklärer Voltaire schreibt ihm Librettos. Seine Lebensgeschichte (1683-1764) führt mitten in die Spannungen des 18. Jahrhunderts.
Von Valery Voigt
Dieser Rameau ist Held eines turbulenten Romans, der zwischen dem 18. und 21. Jahrhundert hin und her springt. Kenntnisreich, spannend und überspannt ist Wolfgang Schlüters “Anmut und Gnade”. mehr
Rezension: Zwei Mal Mahler
Live, dicht und existenziell: Chicagos Mahler
Von Uwe Schneider
Packend! Es ist kein Geheimnis: Musik klingt live am lebendigsten. Das Chicago Symphony Orchestra hat daher nun ebenfalls eine CD-Reihe mit Mitschnitten begonnen. Der erste Titel ist eine Sensation. Mahlers Dritte in einer fiebernden Spannung, epischer Entfaltung voller Klangschönheit und geheimnisvoller Entdeckungen im Orchesterpart unter der Leitung von Altmeister Bernard Haitink. mehr
Ravel als Roman
Als Maurice Ravel 1927 zu seiner Amerika-Tournee startet, hat er 60 Hemden, 20 Paar Schuhe, 75 Krawatten und 25 Seidenpyjamas im Gepäck. Ein Sonderling von 52 Jahren: 1,60 Meter groß, 54 Kilo leicht. Er qualmt Gauloises, schläft schlecht, ist notorisch vergesslich. Er liebt nur Tiere und Kinder, gerät in Panik, wenn er ohne Lackschuhe auftreten muss und verbirgt seine Griesgrämigkeit hinter der Fassade des akkuraten Dandys.
Von Valery Voigt
Die Amerikaner feiern den kleinen Mann aus Frankreich und seine Musik: “Daphnis et Chloé”, “La Valse”, “Rhapsodie espagnole” – seinen Welthit, den zum Höhepunkt stampfenden “Boléro” – wird Ravel wenige Monate später in Paris präsentieren. In den USA trifft er Gershwin und Chaplin. Reporter und Milliardäre rücken ihm auf die Pelle. Er genießt und leidet – er ist sich selbst ein Rätsel.
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Rezension: “Moses und Aron” & “Jenufa”
Religions-Krimi in Musik: Daniele Gattis “Moses”
Von Felix von Freuden
Musik und Bild. Eigentlich gibt es kein besseres Medium, die Oper populär zu machen, als die DVD. Das Lustige an diesem “Moses und Aron” ist, dass die multimediale Regie von Reto Nickler in der Bühne von Wolf Gussmann wirklich sehenswert ist – aber tatsächlich spannend ist das Dirigat dieser schwierigen deutschen Oper durch Daniele Gatti: mehr