Richard Tauber Superstar
18. November 2009
2 Kommentare
Pianissimo-Zaubereien
Von Richard Eckstein
Er war der umschwärmte Liebling der Operettenwelt in den Golden Twenties und damit der tenorale Superstar seiner Zeit. Doch der Nachruhm Richard Taubers (1891-1948) scheint genau unter diesem Umstand zu leiden: Seine einstige Popularität macht ihn bei einem Gutteil des heute so seriösen Klassik-Publikums verdächtig.
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Bravo José Cura
Puccinis Opernerstling auf DVD
Von Teresa Pieschacón Raphael
Als “kranken Organismus” sah der selbstkritische Giacomo Puccini seine zweite Oper “Edgar” von 1888, weshalb er den vierten Akt gleich strich. Gewiss: Nie wieder waren Puccinis Tonstrukturen so kompliziert wie in “Edgar”. Auch das Libretto wirkt angestrengt, handelt es doch von einem zwischen Himmel und Hölle schwankenden Helden, der von der treuen Fidelia als auch der dämonisch verführerischen Tigrana geliebt wird und im Laufe der Story einen abstrusen Scheintod erleben soll. Die wirklich starken Szenen spielen im kirchlichen Milieu. mehr
Gerhaher singt Schoeck
Inniger Ausdruck und Strukturbewusstsein
Von Christoph Schlüren
Othmar Schoecks (1886-1957) von ornamentischer Melodik, chromatisch gleitenden Harmonien und verschwimmenden Rhythmen gezeichneter Jugendstil ist zeittypisch in der inneren Unruhe zwischen nachromantischem Verlöschen und modernistischer Entwurzelung. Das dreiviertelstündige, 1933 vollendete “Notturno” op. 47, in welchem in fünf Sätzen acht Gedichte von Nikolaus Lenau und ein abschließendes von Gottfried Keller “für Streichquartett und eine Singstimme” (so die Reihenfolge in der Partitur) vertont sind, darf als sein berühmtestes Werk gelten. mehr
Weinberg wiederentdeckt
Extreme Vielseitigkeit
Von Christoph Schlüren
Die Gesamteinspielung der 17 Streichquartette Weinbergs durch das vorzügliche belgische Quatuor Danel ist nun bei der Hälfte angelangt. Mieczysław Weinberg (1919-1996) war zwar der neben (seinem Freund) Schostakowitsch bedeutendste sowjetische Quartettkomponist, doch als polnischer Jude wurde er zeitlebens an den Rand des Kulturlebens gedrängt – trotz der Förderung durch große Musikerkollegen wie Kogan, Gilels oder Kondraschin. mehr
Jansen spielt Violinkonzerte
Ohne Suggestionskraft
Von Teresa Pieschacón Raphael
Vielen Geigern gilt Beethovens 1806 komponiertes und einziges Violinkonzert als das “Konzert der Konzerte” als höchster Ausdruck seines Genres, als Juwel der Gattung und harter Prüfstein. Brittens Violinkonzert von 1939 steht dem nicht nach. Für Janine Jansen kein Problem, verfügt sie doch über eine brillante Technik. Nur ihre Interpretation ist Geschmackssache.
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Rademaker tanzt Peer Gynt
Vollendete Eleganz
Von Vesna Mlakar
Für seine herausragenden tänzerischen Leistungen bekam Marijn Rademaker, Erster Solist des Stuttgarter Balletts, im März 2009 den Deutschen Tanzpreis „Zukunft„ verliehen. Seine Auftritte zeichnet neben ausgefeilter Technik eine enorme Ausdrucksstärke aus, die die ganze Bandbreite eines großen Repertoires umfasst.
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Klavierlegende Horowitz
Sternstunde
Von Uwe Schneider
Eine Pianisten-Legende in einem legendären Konzert: Pfingsten 1986 kehrte der 82-jährige Vladimir Horowitz nach über einem halben Jahrhundert erstmal wieder nach Deutschland zurück. Für ein beeindruckendes, umjubeltes Konzert in der Berliner Philharmonie. In reicher Ausstattung ist der Mitschnitt davon nun als Doppel-CD zum Wieder- oder Erstmalshören erschienen.
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Chen Reiss romantisch
Höhenflüge
Von Richard Eckstein
Unwillkürlich erinnern Reinheit, Frische und der spezifische Jubelton von Chen Reiss’ lyrischem Sopran an große Vorgängerinnen wie Maria Reining und Elisabeth Grümmer. “Romanze” lautet der Titel ihrer neuen CD mit Liedern und Arien von Mozart, Spohr, Lachner und Schubert.
Gemeinsam mit dem Klarinettisten Andy Miles hat Chen Reiss ein höchst reizvolles Repertoire aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgegraben: mehr
Daus leitet Brahms-Requiem
Diesseitig
Von Teresa Pieschacón Raphael
Eines der eindringlichsten geistlichen Chorwerke überhaupt – in einer Version für zwei Klaviere? Nun: Brahms hatte sie selbst erstellt. Heinrich Poos (Jahrgang 1928) fügt einen Paukisten dazu, Solisten und Chor bleiben wie gehabt; ein “originaler Brahms” also – nur ohne Orchester. Wirklich? Die neue Besetzung verstärkt den diesseitigen Charakter des Werkes, besonders eindrücklich im vierten Satz demonstriert, wo das “wie lie-ie-ieb-li-ich, wie lieblich” an Brahms‘ “Liebesliederwalzer” op. 52 anklingt. mehr
Barde mit Herzblut
9. November 2009
1 Kommentar
Prey-Familienalbum
Von Martin Morgenstern
Das Zeitdokument ist “all denjenigen gewidmet, die Hermann Prey immer noch im Herzen tragen”.
Schade, dass die Aufnahmequalität so dürftig ist; die Platte klingt, als hätte jemand heimlich unterm Sitz den Kassettenrekorder mitlaufen lassen. Sicher, die künstlerischen Einschränkungen der gealterten Stimme Preys sind wahrnehmbar: mehr