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Der Streicher
 Linus Roth; Foto: wildundleise.de Unterschätzt, aber auf dem richtigen Weg: Linus Roth möchte alle berühren!
VON ANTOINETTE SCHMELTER DE ESCOBAR
Liebe auf den ersten Blick gibt es auch bei Instrumenten. Im Fall von Linus Roth funkte es mit der Stradivari „Dancla“ von 1703. Als er die 1997 in die Hände nahm, wusste er auf Anhieb, dass „es passt, weil sie ein ganz besonderes Instrument mit eigener Persönlichkeit ist, das ohne Limit klanglich alles mitbringt“. mehr
Der Flügel-DJ
 Francesco Tristano; Fotos: Bob Coat
Francesco Tristano lebt zwei Träume, die er selbst nicht trennen mag: Er ist professioneller Techno-DJ und klassischer Pianist in einem.
VON TOBIAS HABERL
Francesco Tristano ist ein besonderer Mensch. Er verkörpert auch optisch das, was man über ihn sagt: Er sieht gleichzeitig vornehm und cool aus. Er ist 29 und hat in Luxemburg, Paris, New York, Brüssel, Riga und Barcelona gelebt. Er spielt begnadet Bach, hat eine dreiköpfige Band namens „Aufgang“ und liebt die Musikstilrichtung Techno derart, dass er nachts in Clubs an den „Turntables“ steht. Tristano spielt mit Epochen und Stilen. Mit fünf Jahren beginnt er Klavier zu spielen, mit 13 gibt er sein erstes Konzert und überrascht das Publikum mit Eigenkompositionen. Tristanto gilt als Künstler mit einem Kopf, der Dinge denkt, die es noch nicht gibt. mehr
Strange Beauty?
 Simone Dinnerstein; Foto: Lisa-Marie Mazzucco Simone Dinnerstein, in New York lebende Pianistin, hat sich einen komischen Titel für ihre CD ausgesucht. Der Inhalt aber ist nicht seltsam, er ist einfach schön.
VON BURKHARD SCHÄFER
„Johann Sebastian Bachs Musik umfasst für mich alle Aspekte aus der Welt der Kunst, die ich für bedeutend erachte. Er drückt jede Emotion aus, und seine gesamte Musik ist hochgeistig und sehr intellektuell.“ Simone Dinnersteins Verhältnis zu Bachs Musik ist so intensiv wie bemerkenswert. Nach den hochbelobigten Goldberg-Variationen, die sie 2007 aufgenommen hat und auch selbst finanzierte, setzt sie mit der Einspielung „Bach – A Strange Beauty“ ihre Leidenschaft mit großem Engagement fort. mehr
Jazz und alles, was dazugehört
 Cæcilie Norby; Foto: Isak Hoffmeyer Die Dänin Cæcilie Norby fällt mit ihrem Album „Arabesque“ derart auf, dass wir hier ein Porträt über sie veröffentlichen.
An Popmusik mag sie: Die Art des Aufbaus. An Popmusik mag sie nicht: Die Normalität vieler Stücke. Klassik hingegen findet sie wegen des „Flows“ toll, kann aber mit deren Ernsthaftigkeit wenig anfangen. Und am Jazz schätzt sie: Die Möglichkeit der freien Interpretation, die für sie allerdings nie bis zum Fehlen einer Melodie gehen darf. mehr
Wärme tut gut
 Ramon Ortega Quero Seit dem Gewinn des ARD-Musikwettbewerbs begeistert Ramón Ortega Quero mit dem warmen Ton seiner Oboe nicht nur die Kritiker. Auch die European Concert Hall Organisation nahm das Jungtalent jetzt in ihre „Rising Stars“ auf. Diesmal spielte er auf der anderen Seite. Mit hör- und sichtbarem Vergnügen saß Ramón Ortega Quero beim diesjährigen Preisträgerkonzert des ARD-Musikwettbewerbs auf dem Platz des Solo-Oboisten im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und begleitete die glücklichen Gewinner.
Im September 2007 stand der damals 19-jährige Spanier vorne auf dem Podium und spielte das Oboenkonzert D-Dur von Richard Strauss, mit dem er nicht nur den Ersten Preis errungen hatte, der in diesem Fach seit 40 Jahren nicht mehr vergeben worden war, sondern dazu noch den Publikumspreis und drei Sonderpreise. mehr
Hauptsache Trommeln!
 Martin Grubinger; Foto: Felix Broede
Vor Martin Grubinger zittern ganze Fensterfronten: Der Österreicher ist der derzeit gefragteste Percussionist, vor und hinter der Bühne
VON ANTOINETTE SCHMELTER DE ESCOBAR
Eltern, die zu Hause arbeiten, wissen: Im Umfeld ihrer Kinder konzentriert arbeiten zu können, ist sehr schwierig. Im Fall von Martin Grubinger Senior war dies anders. Wenn der österreichische Schlagzeuglehrer daheim Schüler unterrichtete, saß sein Sohn mucksmäuschenstill in einer Ecke und verfolgte wie elektrisiert jede -Bewegung des musikalischen Nachwuchses. Verließen die Eleven das Haus, stürzte sich der Kleine selbst auf Trommeln oder Pauken, um unter Anleitung des Vaters oder allein stundenlang zu üben. mehr
Der emphatische Lette
 Peteris Vasks; Foto: Christopher Peter
Peteris Vasks gilt in seiner Heimat als musikalische Symbolfigur der neu gewonnenen Freiheit des Baltikums. Seine neue Einspielung mit dem niederländischen Navarra Quartet muss man empfehlen.
Von Christoph Schlüren
Die meisten kleineren Länder haben ihren Nationalkomponisten und fast immer ist er schon eine Weile tot. Nicht so in Lettland, das mit dem Ende der Sowjetunion aus Gefangenschaft und Lethargie erwachte und seither auch musikalisch endlich wieder seine Flagge hissen darf: Peteris Vasks, geboren 1946 auf dem Lande als Sohn eines baptistischen Priesters, war von der ersten Stunde an musikalische Symbolfigur des gemeinsam erlittenen Schicksals und der neu gewonnenen Freiheit. Fast kein Lette heute, der nicht seinen Namen kennen würde, der nicht stolz auf ihn wäre. mehr
Komplexität dient mir nur als Kulisse
 Thomas Larcher; Foto: Dominik Gigler/ECM Records
Thomas Lacher ist ebenso ein höflicher wie faszinie-render Mensch und, so abgedroschen es auch klingen mag, ein genialer Komponist.
Von Burkhard Schäfer
Wenn die altertümliche Bezeichnung „Tonsetzer“ noch auf irgendjemanden zutrifft, dann auf ihn. Sicher ist: Kaum ein anderer seiner Zunft dürfte so viele bereits „gesetzte“ Noten wieder „umgesetzt“ oder gar ausradiert haben wie er …
Der Blick aus dem Fenster scheint zu schön um wahr zu sein und erinnert ein bisschen an diese kolorierten Kitsch-Postkarten, die im 19. Jahrhundert nicht nur bei Touristen in Mode waren: grüne Bergwiesen, grasende Kühe und stattliche Tannen im Vordergrund, die Gipfelkette des majestätischen Karwendelgebirges im Hintergrund. Der österreichische Ort Weerberg, den Thomas Larcher sich als Refugium und Arbeitsraum auserkoren hat, liegt, auf einem sonnigen Mittelgebirgs-Plateau über dem Inntal in 900 Metern Höhe. mehr
Semperoper neu belichtet
6. Februar 2010
1 Kommentar
 Semperoper; Foto: Matthias Creutziger
Zuerst Thielemann, dann unveröffentlichte Aufnah-men und jetzt eine grandiose Edition. In Dresden tut sich was!
Von Martin Morgenstern
Ein kulturpolitisches Beben war das schon, als Christian Thielemann im Herbst 2009, drei Tage vor den lange angesetzten Nachverhandlungen in München, plötzlich verkündete, mit der Verpflichtung zum Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle erfülle sich für ihn ein Traum. Eine gute Woche war diese Nachricht alt, als die Fernsehaufnahmen für den ECHO Klassik anstanden. Das gastgebende Orchester, eben jene “Kapelle”, wie sie in und um Dresden liebevoll abgekürzt wird, wurde als “Orchester des Jahres” prämiert. Als die Kameras schon ausgeschaltet waren, wurden dem Ensemble dann sogar noch zwei weitere ECHO-Preise zuteil; einer davon für die “Fritz-Busch-Box”, eine üppig ausgestattete CD-DVD-Schachtel mit sämtlichen Aufnahmen aus den 20er und 30er Jahren. mehr
Den Kopf voller Ideen, im Herz viel Feuer
14. November 2009
1 Kommentar
Der neue Augsburger Generalmusikdirektor Dirk Kaftan im Gespräch über Projekte, Ideen und Finanzen
Von Barbara Angerer-Winterstetter
Dirk Kaftan, neuer Generalmusikdirektor der Stadt Augsburg (4-Jahresvertrag), wirkte bislang als Stellvertretender Chefdirigent und erster Kapellmeister an Österreichs “zweitem Opernhaus” in Graz, zuvor in gleicher Position an den Theatern in Bielefeld und Dortmund. Aufgewachsen ist er unter anderem in der Eifel, seine Studien absolvierte er in Detmold. 2001 wurde er von der Fachzeitschrift “Opernwelt” zum “Dirigent des Jahres” gekürt.
Es war ein Traumstart für Dirk Kaftan, den neuen Augsburger Generalmusikdirektor: mehr
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