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Eine Hand liest die Noten, die andere spielt
 Nobuyuki Tsujii; Foto:Yuji_Hori
In Japan und China ist er fast so bekannt wie Lang Lang. Seine Debut-CD verkaufte sich dort so oft wie ein Pop-Hit, und im Sommer gewann er den internationalen Van-Cliburn-Klavierwettbewerb. Dabei ist Nobuyuki Tsujii erst 21. Und: Er ist blind.
VON CAROLIN PIRICH
Es sind noch ein paar Sekunden, bis er am Flügel sitzen und sich wieder ganz sicher fühlen wird. Lange Sekunden. Bis dahin ist es seltsam ruhig. So fremd. Oft hört Nobuyuki Tsujii nicht nur, wie das Publikum atmet und hüstelt, während es auf ihn wartet. Er kann es laut klatschen hören, manchmal jubelt sogar schon jemand seinen Namen, „Nobu, Nobuuu!“, wenn er auf die Bühne tritt. Er tritt so gut wie immer im Smoking auf, der Kopf ist dabei leicht gesenkt. mehr
Der Zeitarbeiter
 Giovanni Di Lorenzo; Foto: Daniel Biskup
Giovanni di Lorenzo, entpuppt sich im Moment neben seinem Job als TV-Talkmaster und Zeitungs-Chefredakteur, auch noch als Bestsellerautor. Wir trafen ihn in Berlin und sprachen über sein neues Buch, kommende Generationen und die Bedeutung der italienischen Gene für die Oper
VON ROBERT KITTEL
Haus des Tagesspiegels, Askanischer Platz, Berlin. Der Schnee verhüllt die Stadt wie einst Christo den Reichstag. Ein Mann steigt aus dem Taxi, leicht zerzauste Haare, die Jeans einen Zentimeter zu kurz für deutsche Verhältnisse, schwarzer Pullover, Jackett, Künstlerschal: Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, Herausgeber des Tagesspiegel, Talkshow-Moderator („3 nach 9“) und Bestseller-Autor. Zusammen mit seinem langjährigen Freund, dem Münchner Autor Axel Hacke, schrieb di Lorenzo gerade das Buch „Wofür stehst Du?“. mehr
„Intrigen gibt es überall“
 Dominique Meyer; Foto: Bob Coat
Der neue Indendant der Wiener Staatsoper gewährte exklusiven Einlass in sein persönliches Büro und plauderte überraschend offen über die Herausforderungen dieses wichtigen Amtes.
VON TOBIAS HABERL
19 Jahre lang war Ioan Holender unüberhörbar Direktor der Wiener Staatsoper. Seit dieser Spielzeit leitet ein Neuer die Geschicke des traditionsreichsten Opernhauses der Welt: Dominique Meyer, 55, Elsässer, Wirtschaftswissenschaftler, Musikfanatiker. Zuvor hatte er das Théâtre des Champs-Élysées in Paris zu einem der wichtigsten Konzertsäle Europas gemacht. Es heißt, das Arbeitsklima mit Meyer sei deutlich entspannter, freundlicher, gelassener geworden. mehr
Maya Plisetskaya: Schwanenfee
 Maya Plisetzkaya; Foto: Rodion Shchedrin Foundation, Plakat: 2010 Twentieth Century Fox Der Kinoerfolg Black Swan offenbart dunkle Hintergründe des Balletts. Wir trafen die lebende Legende des Metiers, Maya Plisetskaya und bekamen direkte Einblicke in den Mythos Primaballerina.
VON ROBERT KITTEL
Um die Faszination des Balletts zu verstehen, reicht es manchmal, sechs Rolltreppen zu nehmen. Zum Beispiel im Münchner Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck, oben im 6. Stock, dort, wo die Welt der klassischen Musik in Form von mehreren tausend Alben zu Hause ist. Etwas versteckt, im hintersten Winkel der CD-Sammlungen, tummeln sich an diesem Abend mehr Menschen als üblich. Es sind Fans. Die meisten tragen dunkle Schals um den Hals und bunte Brillen auf der Nase, so wie man es bei Literaturabenden beobachtet. Sie sind alle gekommen, um eine Legende zu sehen: Maya Plisetskaya, aus Russland stammende Ballerina, Jahrgang 1925. Ein Weltstar unter Tänzern. Manche behaupten, sie sei der weibliche Nurejew. mehr
Yes, Ju can
 Jin Ju; Foto: Tom Wagner Die Chinesin Jin Ju wird unter Insidern als die größte Entdeckung am Klavier gefeiert. Zu ihren Fans gehört auch der Papst. Wer ist sie?
VON MICHAEL HORST
War es vielleicht sogar der Name Jin Ju, der ihr den Weg in die heiligen Hallen des Vatikans ebnete? Ju bedeutet „leben“ und Jin „gehen, um Gott anzubeten“. Jin Ju ist Pianistin, sie kommt aus China – aber sie ist Christin.
Und sie hatte die große Ehre, im Oktober 2009 ein Konzert vor Papst Benedikt XVI. und mehreren Tausend geladenen Gästen zu geben. Da saß die zierliche Pianistin mit den schulterlangen schwarzen Haaren nun in der riesigen Sala Nervi, wo sonst die Generalaudienzen stattfinden, weit weg vom Heiligen Vater und noch weiter weg vom Publikum. mehr
Tu felix Austria
Der Lieblingsnachbar sitzt musikalisch noch fest im Sattel, vergaloppiert sich aber manches Mal mit seinen angeblich „eigenen“ Pferden am Hofe.
VON PASCAL MORCHÉ
Unser Kolumnist ist – ausnahmsweise – wenig skeptisch. „Kriege führen mögen andere, du glückliches Österreich heirate.“ Das wohlbekannte Zitat auf die historische Heiratspolitik der Habsburger lässt sich variieren: „Den Niedergang der klassischen Musik und dramatisch sinkende Besucherzahlen in Opern- und Konzerthäusern mögen andere beklagen, du glückliches Österreich präsentierst dich mit mindestens 150% Platzausnutzung von der Wiener Staatsoper bis zur Seebühne in Mörbisch als das Musikland Nummer eins auf der ganzen weiten Welt.“ mehr
Mahlers Reformen
 „Diesen Kuss der ganzen Welt“: Ein Ausschnitt aus Gustav Klimts „Beethovenfries“ in der Wiener Secession, wo Klimt auch Gustav Mahler eine Figur widmete.
Ein Wegbereiter der Moderne.
VON UWE SCHNEIDER
Von Alma Mahler, die auch nach dem Tod ihres Mannes Gustav nicht müde wurde, seine künstlerische Größe und Bedeutung zu propagieren, stammt das Wort von Gustav Mahler als „Brückenbauer zur Musik der Zukunft.“ mehr
Daheim beim Connaisseur
12. Oktober 2010
2 Kommentare
 Rudolf Buchbinder; Foto: Philipp Horak
Der Pianist Rudolf Buchbinder ließ crescendo einen exklusiven Blick in sein Wiener Haus werfen. Gleich vorweg: Ein Museum bietet sehr oft weniger.
VON CHRISTA HASSELHORST
Der Maestro eilt persönlich ans schmiedeeiserne Gartentor. Das Haus mit einer Art zeitlos unscheinbarer Eleganz aus dem 20. Jahrhundert, liegt an einer kleinen ruhigen Straßenecke im noblen Wiener Grinzing („Der Neunzehnte“). Buchbinder hat einen herzlich-kräftigen Händedruck und bittet uns hinein. Hinein, in seine ganz private Welt, die der Liebhaber vieler schöner Künste den crescendo-Lesern öffnet. mehr
Aus dem Innersten
 Gustav Mahler mit Tochter Maria, Foto: University of Pennsylvania, Mahler Werfel Papers
Gustav Mahlers persönliche Musik.
Von Uwe Schneider
Alma Mahler hat überliefert, dass ihr Mann Gustav wiederholt geäußert haben soll, seine Werke seien ein „Antizipando des kommenden Lebens“. In dieser tiefen Überzeugung der Vorwegnahme des Zukünftigen steckt freilich ein guter Teil künstlerischer Überlebensstrategie.
Nur die Gewissheit, dass die „zerrissene Zeit“ (wie ein Modebegriff seiner Gegenwart hieß) mit ihrer Normen setzenden Traditionsverbundenheit, ihrer tief prägenden Bürgerlichkeit und ihrem noch bevorstehenden Kampf mit der Moderne, nicht reif für sein Werk sei, konnte ihm das bekannt gewordene Diktum „Die Zeit für meine Musik wird noch kommen“ entlocken. mehr
Ich wollte nicht Opernsängerin werden
 Elisabeth Kulmann, Foto: Robert Kittel
Elisabeth Kulman ist die Stimme des Sommers. Wir trafen die sympathische Mezzo-Sopranistin in ihrem einsamen Refugium während der Salzburger Festspiele – fernab vom stressigen Musik-Business.
Von Thomas Voigt
Ihre CD-Projekte sind so ungewöhnlich wie ihre Laufbahn. Und wenngleich sie an der Wiener Staatsoper das große Mezzofach und in Salzburg Glucks „Orfeo“ singt, ist sie das Gegenbild der „typischen“ Opernsängerin. Das merkt man nicht nur beim gemeinsamen Nachmittagstee, sondern auch im persönlichen Gespräch. mehr
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