Demokratische Klänge?
Im Rahmen der 12. GLOBArt Academy von 20. – 23. August 2009 im Kloster Pernegg wurde der Komponist Karlheinz Essl eingeladen zur Eröffnung das musikalische Programm zu gestalten.
Unter dem Titel “Demokratische Klänge?” werden drei seiner früheren Werke und eine Uraufführung zu hören sein.
“Demokratie ist die Herrschaft, die vom Volk ausgeht. Das Volk besteht aus einer Summe von Einzelstimmen. Diese Einzelstimmen sind immer Individuen, die sich mit ihren Vorstellungen präsentieren. Im Idealfall trifft man sich in der Mitte”, formuliert Karlheinz Essl und macht damit deutlich, wie sehr sich der Demokratiegedanke auch in diesem Programm niederschlägt.
Wie alles muss auch Demokratie Kritik aushalten. Das ist der Ansatzpunkt von Essls jüngstem Werk: Demo Crazy für Computer und Live-Elektronik. Entsprechend geht es hier nicht um gepflegte Konversation, sondern um “Schreie, Gewalt, Leid, Schmerzen, Terror. Auswirkungen, die Demokratie haben können, werden thematisiert”, nicht aber angeklagt. Ausgangspunkt ist ein Ausschnitt aus einem Interview von Theodor Wiesengrund Adorno, in dem er über Anarchie spricht. Erst in feinste Einzelteile zerpflückt, lösen sich aus Rauschen die Worte heraus. “Es ist ein Garten, der gepflanzt ist, der ein Eigenleben hat. Die Aufführung ist ein Spaziergang durch den Garten, das kann auch ein Lauf sein, ein Verweilen, ein Sitzenbleiben”, umreißt Essl den grundsätzlichen Charakter einer Live-Performance. Zusätzlich spielen Spirituelle und Akustisches eine Rolle, die Magie des Augenblicks. Dementsprechend muss bis zur jeweiligen Realisierung der Ausgang dieses aus der menschlichen Stimme entwickelten Stückes offen bleiben.
Uraufführung Demo Drazy im Rahmen der Eröffnung der 12. GLOBArt Academy
20. August 19 Uhr Klosterkirche Pernegg
für Computer und Live-Elektronik
Karlheinz Essl: Computer, Live-Elektronik
PROGRAMM
7×7 (2005)
für 4 Altsaxophone
Wiener Saxophonquartett
Sequitur VII (2008)
für Altsaxophon und Live-Elektronik
Lars Mlekusch: Altsaxophon
Karlheinz Essl: Live-Elektronik
Close the Gap! (1990)
für 3 Tenorsaxophone
Wiener Saxophonquartett
Demo Crazy (2009)
für Computer und Live-Elektronik
Karlheinz Essl: Computer, Live-Elektronik
Weitere Informationen finden Sie unter www.globart.at









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