Plácido Domingo: Der König
Plácido Domingo ist Dirigent, Chef der Opernhäuser in Washington und Los Angeles und Tenor der Superlative. Besuch bei einem Star, der noch nicht am Ziel ist.
Von Hannah Glaser
Verona in Italien. Ein milder Sommerabend hat sich über die steinerne Arena gelegt. Schwalben jagen durch das weiche Licht, ihr lautes Gezwitscher erfüllt die Luft. Ein paar Bühnenarbeiter befestigen riesige Vorhänge an hohen Stangen, die Musiker nehmen ihre Plätze ein und stimmen die Instrumente. Die Ränge sind leer. Bei dieser Generalprobe sind keine Zuschauer zugelassen. “Carmen” steht auf dem Programm, mit Bizets Oper sollen am nächsten Tag die Festspiele eröffnet werden. Nur ein kleines Grüppchen drückt sich im Parkett hinter der Absperrung herum. Wir sind gekommen, um den Star des Abends zu sprechen, der in diesem Moment – schwarze Hose, schwarzes Hemd, aufgekrempelte Ärmel – mit großen Schritten dem Dirigentenpult zustrebt:
Plácido Domingo, 68 Jahre jung, volles, silbernes Haar, Tenor, Direktor der Opernhäuser in Los Angeles und Washington, verheiratet, drei Kinder, Weltstar. Vor 40 Jahren hat er hier, auf der Bühne des drittgrößten römischen Amphitheaters der Welt, sein Verona-Debut gefeiert. Im Oktober wird er als erster Künstler überhaupt den mit einer Million Dollar dotierten Birgit Nilsson Preis erhalten, überreicht vom schwedischen König Carl Gustav, den ECHO Klassik für sein Lebenswerk gibt es obendrein.
Ein Mitarbeiter seines Stabes sagt, der Tag heute sei nicht gerade der beste für ein Interview. Tatsächlich ist in den vergangenen Stunden schon so einiges dazwischen gekommen. Ursprünglich war ein Gespräch von 20 Minuten geplant. Das war am Nachmittag, im schönsten Palazzo der Stadt, wo Plácido Domingo sein Buch zu seinem Verona-Jubiläum präsentiert hatte. Daraus wurde nichts, zu viel italienische Presse, zu viel italienisches Fernsehen, Domingo ist ein Heiliger in Italien, da kommt viel Hektik auf. Ein zweiter Termin im Hotel: ebenfalls gestrichen. Die Generalprobe in der Arena ist nun die dritte und finale Chance für das, was inzwischen nur als “ein kurzes Treffen” tituliert wird, “maximal zehn Minuten” könne man mit dem Maestro reden, aber bei einem wie Domingo ist man schon über zwei Minuten glücklich.
Plácido Domingo ist der Leuchtturm unter den modernen Klassik-Stars. Er überragt sie alle. Seine Stimme könne Seelen öffnen, sagen seine treuesten Fans. Domingo, der Magier. Er hat mit 130 Rollen ein Repertoire wie kein Tenor vor ihm. Er sang 225 Mal den Cavaradossi, 213 Mal den Otello, 180 Mal den Don José. Jeder Opernfan hat mit Domingo seine persönlichen, ganz speziellen Sternstunden erlebt, kennt ihn als Alfredo in Verdis “Traviata”, als Rodolfo in der Bohème, als Hoffmann in Offenbachs Oper. Und dann die herrlichen Stimmen, die Domingo mit seiner Nachwuchsförderung für die Opernwelt entdeckt hat: Nina Stemme und Joyce DiDonato, Erwin Schrott und Ludovic Tezier, Joseph Calleja und Rolando Villazón – alles Sieger seines Operalia-Wettbewerbs.Der erste Akt der Generalprobe ist zu Ende. Jetzt das Interview? Es sieht nicht danach aus. Ein anderer Signore versperrt den Weg und wedelt aufgeregt mit den Armen als müsste er eine wild gewordene Schafherde ausbremsen. Sofort zurück auf die Plätze, heißt sein Kommando. Der Maestro hat in dieser Pause nun doch keine Zeit. Nicht herumlaufen, nicht die Sitzreihe wechseln, neuer Versuch in der nächsten Pause.
Dass Plácido Domingo als Dirigent auf der Bühne steht, ist ein ungewohntes Bild. Die Menschen jenseits der Klassikszene haben ihn nicht als Dirigenten im Kopf, sondern lernten ihn als Teil der grandiosen Vermarktungsidee “Die drei Tenöre” kennen. Man kann nicht behaupten, Domingo hätte nicht davon profitiert. Er hat sich vielmehr mit einer unglaublichen Leichtigkeit wieder zu einem Solokünstler herausgelöst. Und letztendlich ist es Domingo, den Daniel Barenboim anruft, wenn er einen Parsifal in Berlin braucht.
Auf der Bühne von Verona macht sich Don José mit Carmen und der Schmugglerbande auf und davon, als unvermittelt ein Agent auftaucht und hektisch winkt, man soll sofort hinunter in den düsteren Gang, der unter den Rängen durch das Arena-Oval führt. Vor Domingos Garderobe warten schon etliche Leute im funzeligen Dämmerlicht. Fans, Verwandte, Kollegen? Niemand spricht ein Wort, alles lauscht, es ist still und kühl hier drinnen. Noch dirigiert der Maestro oben die letzten Takte, dann läuft ein Raunen wie eine Zündschnur durch den langen Gang. Er kommt!Und schon ist er da und begrüßt einen Mann mit einer innigen Umarmung. Es ist sein Sohn Alvaro, er hat beide Enkel im Schlepptau. Ein Kind schläft im Buggy, eines nimmt Papa jetzt auf den Arm. Der Kleine hat ein rotes Matchbox-Auto in der Patschehand, und während Domingo senior mit Domingo junior plaudert, fährt der Kleine seinem Großvater unentwegt mit dem Auto über das Gesicht.
Plácido Domingo hat drei Söhne. José Plácido Domingo Guerra (Pepe), stammt aus seiner ersten Ehe mit der Jugendliebe Ana María Guerra Cué. Er hatte sie im Alter von 16 Jahren in Mexiko geheiratet, was dazu führte, dass seine Eltern “aufgebracht und traurig zugleich” waren. Die Ehe hielt zwei Jahre. Die beiden anderen, Plácido Francisco (“Pláci”) und Alvaro Maurizio, bekam er mit seiner zweiten Frau, der mexikanischen Sopranistin Marta Ornelas, mit der er seit 1962 verheiratet ist und die ihn überall hin begleitet.
Vater, Sohn und Enkel verschwinden in der Garderobe, zehn Minuten vergehen, eine Viertelstunde. Der große Startenor genießt offenbar jede Sekunde, die er mit seiner Familie verbringen kann. Er betont immer wieder, wie schön es wäre, sie alle an einem Ort zu haben. Im Moment ist Domingos Hauptwohnsitz in New Jersey nahe New York. Die meiste Zeit aber verbringt er in Hotels und an seinen beiden Opernhäusern in Los Angeles und Washington. Die Engagements laufen bis 2011, manchmal möchte er eines abgeben, manchmal wieder nicht. Auf seiner offiziellen Website prangt das Leitmotiv: “Wenn ich raste, roste ich”. Als er im Frühsommer den spanischen Tennisspieler Raphael Nadal auf Mallorca traf, versprach er seinem Landsmann, ihn beim großen US Open Tennisturnier in New York zu besuchen. Obwohl Domingo gerade im peruanischen Lima einen Auftritt hatte und anschließend nach Los Angeles musste, buchte er kurzerhand um und flog nach New York, um sein Versprechen einzulösen und Nadal anzufeuern. Was sich für viele wie Stress anhören mag, ist für Domingo die pure Lebenslust.
Plötzlich wird die Schiebetür der Garderobe geöffnet, es gibt ein kurzes Gedränge und Geschubse, irgendwer geht und dann darf man endlich eintreten. Der Raum ist nicht größer als zwei Telefonzellen, linker Hand ein Garderobeständer, ein schwarzer Sessel und ein Waschbecken. Keine Ablage, kein Fenster, keine Frischluft. Statt dessen muss man die eigenen Füße sortieren, um dem Maestro nicht versehentlich ein Bein zu stellen. Die Schiebetüre bleibt offen, sein Stab will mithören. Und alle, die draußen gewartet haben, stecken ebenfalls die Nase herein. Doch der einzige, den dieses Tohuwabohu nicht stört, ist Plácido Domingo. Er grüßt charmant, reicht einem aufmerksam die Hand und ist im Gespräch so konzentriert und zugewandt, als wäre es der erste Termin an diesem Tag. Das Publikum im Türrahmen macht ständig Fotos, reicht Bücher zum Signieren durch und orchestriert das Gespräch mit einem Lärmpegel aus Freudenrufen, Handygebimmel und Telefonaten, wie es nur in Italien möglich ist. Schon nach neun Minuten ist Schluss. Zum Abschied gibt es eine kurze Umarmung von Domingo und seine Frage, ob man für die Premiere womöglich eine Karte braucht? Leider, leider nein, denn der Rückflug geht schon am nächsten Morgen.
Domingo singt Verdi
Die kompletten Tenor-Arien
(DG)









Franco Bastiano
Ja, Frau Glaser, die Firma Domingo gedeiht prächtig, nicht zuletzt der vielen Helfer wegen, die gegen Bares als Angestellte oder freiwillig und umsonst für ihn tätig sind. Und dank lauer Sommerabende und jagender Schwalben, die dafür Sorgen dass die Hormone vornehmlich mit den Damen durchgehen und uns solche überflüssigen Berichte hinterlassen, in denen nichts steht was wir nicht schon wußten.
Der König ist er auch nicht. der König starb am 2. August 1921 im Hotel Vesuvio in Neapel um 9.05 – Enrico Caruso. Ihn wird er nie erreichen, niemand wird ihn je erreichen, und das wurmt ihn. Domingo leidet an einem Caruso-Komplex. Er hat angeblich die meisten Rollen gesungen – stimmt nicht. Er hat am häufigsten Cavaradossi gesungen und Otello. Stimmt nicht. Lange hielt sich das Märchen vom längsten Applaus der Operngeschichte, 80 Minuten und 101 Vorhänge für eine Otellovorstellung 1991 in der Wiener Staatsoper, angeblich am 30 Juli. Dumm nur, dass Leute wie ich diese Vorstellung besucht haben, sie war am 30. Juni 1991 und es gab 85 Vorhänge und knapp 80 Minuten Applaus. Die Wahrheit ist aber: 20 Minuten Applaus für Sherryll Milnes als Jago, über 30 Minuten für den am diesem Abend scheidenden Direktor der Wiener Staatsoper und knapp 30 Minuten für Domingo, das alles durchsetzt mit dem Applaus für alle, the whole cast, circa 100 Menschen. Das alles reklamierte die Firma Domingo dann für sich und es wurde überall publiziert. Ich und andere haben dafür gesorgt, dass eines der peinlichen Domingo-Märchen aus den Wiki-Seiten der Welt und dem Informationsblatt des Kennedy-Centers verschwand. Als der führende amerikanische Journalist Mervin Block die Lüge dann zerlegte gab es den Hinweis nirgendwo mehr zu lesen, nicht einmal mehr auf Domingos Website. Angeblich stand der ‘Rekord’ sogar im berühmten Buch der Rekorde, was nicht stimmt.
Noch etwas: Herr Domingo ist nicht 68 sondern 75. Er wurde nicht am 21. Januar 1941 sondern am 15. Januar 1934 in Madrid geboren, der falsche mexikanische Pass besagt nichts, das weiß jeder Chorist an großen Opernhäusern. Er wollte jünger sein als Pavarotti und sein Management wollte es auch. Marta Domingo wurde 1935 geboren und sieht sie doch wesentlich jünger aus als er. Den Rest kann man sich zusammenrechnen. Im Übrigen kann er gar nicht 68 sein dann müßte er in Tel Aviv mit 21 bis 23 1/2 12 führende Rollen wie Radames und 280 Vorstellungen gesungen haben. Ein Ding der Unmöglichkeit. Mit 20 war er übrigens noch Bariton nach seiner eigenen Aussage. Mit Achtzehn will er aber schon Alfredo in Traviata gesungen haben. Auch habe er den betrunkenen in My fair Lady gespielt. eine solche rolle aber gibt es nicht in My fair Lady usw. usw
Domingo behauptete auch, er habe mit den anderen Tenören die Oper in die Stadien gebracht und somit zu den Massen. Keine Spur: es war Enrico Caruso der als erster Opernstar und Tenor, nämlich als Radames in Aida, in einer Stierkampfarena in Mexiko-City auftrat, vor sage und schreibe 25.000 Menschen. Die märchenhafte Begeisterung auf den Erfolg dauerte fast die ganze Nacht.
Was bleibt ist dies: Domingo ist ein großartiger sehr musikalischer Sänger der viele bei weitem übertrifft. Er hat hart gearbeitet und viel bewirkt, auch schauspielerisch. Er hat zwar kein sicheres hohes C weswegen ihm Sony oft nachgereist ist um annähernd gut gelungene transponierte Töne für Einspielungen einzufangen, doch ist er eine Ausnahmeerscheinung. Aber gerade deswegen hätte er die vielen Märchen überhaupt nicht nötig. Wohl ist er nur ein mittelmäßiger Dirigent und für die Führung der Opernhäuser von L.A. und Washington hat er Riesenstäbe. er ist in erster Linie dort ein Rennommierchef.
Ach noch etwas: Domingo sagt, er habe Caruso in der Zahl der Season-Openings in der Met mit 21 zu 17 übertroffen. Das stimmt. Ein trauriges Statement dies, wurde doch Caruso nur 48 jahre alt und Domingo ist 75. Dennoch hat Caruso 863 mal in 19 Jahren in der Met gesungen, Domingo 631 mal in 44 Jahren. Sie sehen wo die Rekorde liegen.
Franco Bastiano voice agent
Inka
Sehr geehrter Herr Bastiano, Ihre Zahlensammlung mag ja stimmen. Überprüfen auf ihre Richtigkeit kann ich sie nicht, und wenn ich es könnte, weiß ich nicht, ob ich es wollte.
An Frau Glasers Bericht finde ich interessant, etwas über die Atmosphäre um ein derartiges Ereignis zu erfahren. Und erstaunlich ist es meines Erachtens, wie Domingo mit dem Stress der Situation umgeht.
Jonas
Der Kleine hat ein rotes Matchbox-Auto in der Patschehand, und während Domingo senior mit Domingo junior plaudert, fährt der Kleine seinem Großvater unentwegt mit dem Auto über das Gesicht.
Wer will das wissen ????
maria brendt
Wenn ich mir Männer im Alter von 75 in meinem gesamten Umfeld anschaue muss ich feststellen, dass nicht ein Einziger so jugendlich frisch aussieht wie Placido Domingo geschweige in seinem Beruf auch nur einen Bruchteil von dem leistet wie Placido. Es ist unmöglich, dass ein Tenor in diesem Alter seine Stimme und Darstellung in dieser perfekten Weise einsetzen kann.
Dass Marta Domingo jünger aussehen soll als Placido ist doch wohl ein Scherz. Ich sehe sie häufig!
marie
Jan de Turovski
Franco Bastinano kann ich in allen Punkten nur zustimmen. Auch alle Zahlen stimmen. Ein Mann aus der Branche wie ich. Viele peinliche Artikel und features über Domingo, von Gala bis Focus, verkennen, dass dem Star alles aus dem Weg geräumt wird und er nur noch allein zur Toilette gehen muss. Da kann man entspannt sein. Nicht einmal ein lästiges Flugzeug erster Klasse muss man besteigen, man hat ein eigenes und einen eigenen Zugang ohne das lästige Drumherum. Noch etwas: Dass Domingo die Damen zu Füßen liegen hat dazu geführt, dass er seiner Frau, die ihre sehr gut beginnende Karriere für ihn aufgab, zur Beruhigung Jobs verschaffte in denen sie Opern inszenieren konnte, ohne es gelernt zu haben. Sie ist intelligent und hat es irgendwie gar nicht so schlecht gemacht.
Kurt
Sehr geehrter Herr Bastiano,
Ich weiß nicht, was Ihnen Herr Domingo getan hat, dass Sie so verbittert und verbissen “Haare in der Suppe” suchen. Nur: Vieles von dem, das Sie hier als “Tatsache” hinstellen, stimmt ebenfalls nicht. Mir ist nur leid um meine Zeit und um den Platz hier, daher widerlege ich nicht Punkt für Punkt. Mich würde nur interessieren, was Sie dazu sagen, dass die Kirche, in der der angeblich “75 Jahre alte” Domingo 1941 getauft wurde (und ich WAR schon in dieser Kirche in Madrid) ein handgeschriebenes Taufbuch hat, in der sein Name inmitten Hunderter anderer Neugeborener (und Getaufter) des Jahres 1941 aufscheint. Gefälscht? Von der “Firma Domingo”, wie Sie es nennen?
Ich habe übrigens auch die Aufnahme von “My Fair Lady”, in der er mitsingt. Aber es ist wohl müßig, mit Ihnen hier über Detals zu diskutieren und versuchen zu wollen, Sie von Ihren vorgefassten (Vor-)Urteilen abbringen zu wollen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Vielleicht hrauchen Sie ihn ja dringend …
Franco Bastiano
Sehr geehrter Herr Kurt, die Haare in der Suppe sind ganze Perücken. Und um meine Erfolge müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ich vertrete seit 40 Jahren internationale Namen, die an der Met, Covent Garden, La Scala, Teatro Real, Teatro Colon, Teatro San Carlo, Paris Grand Opéra etc. reüssieren.
Anbei noch einige Informationen: Zitate von WIKI-Sites u. a.
DOMINGO IST 75 NICHT 68
HAMBURGER ABENDBLATT Placido Domingo machte sich jünger 14.07.1992
++SAD London – Jahrelang hat sich der spanische Startenor Placido Domingo jünger gemacht, als er ist. Im Prominentennachschlagewerk “Who’s Who 1992″ gab er noch den 21. Januar 1941 als sein Geburtsdatum an, womit er 51 wäre. Tatsächlich ist er sieben Jahre älter. Dies geht sowohl aus dem neuen Opernlexikon des Verlags Oxford University Press hervor als auch aus dem Everyman Dictionary of Music. Schon nach der Veröffentlichung von biographischen Angaben durch Schallplattenfirmen waren Zweifel aufgetaucht, ob Domingo 1960 bei seinem Debüt als Alfredo in “La Traviata” und später im selben Jahr als Partner der Sopranistin Joan Sutherland tatsächlich nur 19 Lenze zählte. Da war er noch Bariton. In der deutschsprachigen Fachliteratur hatte Kutsch/Riemens’ “Sängerlexikon” in der Ausgabe von 1982 noch das Geburtsdatum mit 15. 1. 1934 angegeben, es fünf Jahre später aber auf 21. 1. 1941 korrigiert. Drei frühe Biographien, von Domingo abgesegnet, sagen ebenfalls 15. 01 1934.
++Klassik-Azente 2006 sagt korrekt: Geburtsjahr ist 1934. . Wer sich die Mühe macht, seine Anfangskarriere zu beleuchten, der sieht: Den Cavaradossi und den Alfredo kann man nicht mit 20 singen. Auch studierte Domingo Klavier, Gesang, Dirigieren und Komposition. Da muss er dann wohl mit 13 oder 14 spätestens begonnen haben. Na, fällt der Groschen? Sein Management und er selbst machten ihn vor dem grossen Weltruhm (ZU RECHT) jünger als Pavarotti. So kann man länger vermarktet werden. Im Übrigen: wenn auch selten bei Tenören, Giovanni Martinelli gab mit 82!!! in Seattle in Turandot als Kaiser seine letzte Vorstellung.) Domingo feierte tatsächlich 1994 heimlich seinen 60. Geburtstag in New York. Auch Barbara Daniels von der Met war anwesend. (Xavier Madrid)
Soweit die Zitate! Was My fair Lady betrifft: Natürlich hat er darin gesungen, doch behauptete er schon früh die Rolle des ‘Betrunkenen’ dargestellt zu haben. Noch einmal: eine solche Rolle gibt es in My fair Lady nicht.
Franco Bastiano
derzeit Bologna
Peora
Ist es so wichtig, wann Domingo geboren wurde, oder ob er nun der Tenor mit den meisten Rollen ist oder nicht? Er ist ein wunderbarer Sänger, der mehrere Generationen von Opernlienhabern geprägt und ihnen Freude geschenkt hat, alles andere ist pure Erbsenzählerei.
Danke an Frau Glaser für das Stimmungsbild dieses Abends.Ich denke, etwas anderes wollte ihr Artikel gar nicht sein.
mala
Mit dem Betrunkenen in “My fair Lady” ist sicher Alfred P. Doolittle, Elizas Vater, gemeint. Allerdings kann ich nicht sagen, ob Maestro Domingo diese Rolle je gesungen hat.
Hunding
Sehr geehrter Herr Bastiano,
Ihre “Wiki”-Einträge in (eher zweifelhaften) Ehren – aber was ist mit dem von Herrn Kurt erwähnten Taufbuch?
SOLLTE Ihre Argumentation stimmen, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, was einen ganz jungen Mann dazu bewegte, sich noch jünger zu machen. Ich habe hier einen Ausschnitt aus der New York Times vom 3. November 1968 (und nicht nur den), darin steht Folgendes: “Placido Domingo, whose patron saint is Placidus, was 22 when he had reason to recall the saint’s ordeal. It is Tel Aviv, summer of 1963. (…)”
Oder hier: Dayton Daily News, 23rd January 1966: “Placido Domingo, a Spanish-born tenor in his mid-twenties making his first appearance here”.
Oder hier: Opera News, 12th October 1968: “Though he made his first stage appearance (in musical comedy) as a baritone, it was as a tenor that he made his opera debut, as Alfredo, in Monterrey in 1961. He was twenty.”
Also hätte sich demnach Herr Domingo schon 1966 bzw. 1968 um 7 Jahre jünger gemacht, als von der angeblichen Rivalität zwischen ihm und Pavarotti noch weit und breit keine Spur war. WOZU bitte sollte das gut gewesen sein?? Haben Sie dafür eine Erklärung?
Und übrigens: Sein Debut als Alfredo war am 19. Mai 1961. 1960 hat er noch den Gastone in Traviata gesungen. Von Ernesto de Quesada, Giuseppe di Stefanos Agenten, ist folgender Ausspruch überliefert, nachdem Di Stefano 1961 die Rolle als Alfredo nicht zu Ende singen wollte :”‘Well, Mr Di Stefano, what can we do? If you refuse to go out, this Domingo boy who is singing Gastone will have to take over for you.”
Wäre er damals wirklich schon 27 gewesen, hätte ihn jemand tatsächlich noch als “boy” bezeichnet?
Dass er “in the late 1950ies” am Konservatorium studiert hat, ist für mich kein Widerspruch. Ich kenne 16-Jährige, die eine Musikhochschule besuchen, 14-Jährige, die aufs Konservatorium gehen. Dass er “studierte”, vielleicht noch als Jugendlicher, mag mit der Übersetzung zu tun haben. Es gibt im Englischen auch “kindergarten students”. Das deutsche “Student” und die englischen “students” sind nicht zwingend das gleiche, und bei wenig sorgfältiger Übersetzung kan ndas schon mal passieren, dass sich Interpretationsfehler einschleichen. .
Und dass er zugleich Bariton und Tenorrollen singen konnte, als er jung war, ist auf alten Platten bzw. Bändern dokumentiert. Es gibt Live-Aufnahmen von Ende 1950 und Anf. 1960, auf denen er in beiden Stimmlagen zu hören ist.
Aber eigentlich ist es müßig, über so etwas zu diskutieren, vor allem, wenn man weiß, dass man auch so genannter “Fachliteratur” nur bedingt trauen kann, wenn immer mehr “Experten” einfach voneinander abschreiben und dass gewissenhafte Recherchieren immer mehr verlernt wird.
Franco Bastiano
Dear Hunding, since you do use english very well you would probably not mind my using it as well. Please contact Mervin Block the leading american jounalist on the subject and you will understand. I have a very busy life and there will be no further possibilities to discuss. By the way in the USA there has been a long discussion on both Domingos birth certificate (church and official) which both were regarded as not clean if you do understand what I mean. The Traviata of Monterrey was a shortcut students emission an cannot be regarded as his real debut, that was in Dallas at the end of 61 as Arturo (small part) in Lucia di Lammermoor and he was 26. Concerning the word boy in the story with di Stefano whom I have known very well, it means newcomer and has nothing to do with the meaning of kleiner Junge. His wife Marta Ornelas born in 1935 went for the same studies as he did himself and they are of equal age (he is one year older) His making himself younger already very early has do do with troubles in his personal life which would then not regarded as severe as if when he was already grown up. I cannot say more for grave reasons.
All the best for you, I’m on my way to New York where one of ‘my singers’ will appear in MET’s new Tosca mise en scene by Luc Bondy.
Sincerely yours
Franco Bastiano
Natarinka
Dear Mr.Bastiano,
Because my wrting in German is not very good, I will give my reaction about your writing about Plácido Domingo in English.
I don’t want to go into all your anti-Domingo words; only on the ones about his age.
Do you really think that the highest authority of, for instance, America, England, France and Spain haven’t checked and double checked Mr.Domingo before awarded him with the highest awards of that countries, as The Medal of Freedom, Knight Commander of the British Empire, Commandeur de la Légion d’Honneur and the Gran Cruz de la Orden del Mérito, but participated in his ‘age-cheat’? I find that hard ro believe.
Petra
Sehr geehrte Frau Glaser,
ich war wie immer begeistert von Ihrem Artikel, ich hätte ihn mir noch länger gewünscht!
Richard Clark
Domingo is that known worldwide that he is’nt checked by anyone anywhere anymore. At no border, not because of medals, not elsewhere. And in case he is, he shows his mexican passport which is accepted but shows the wrong birthdate. Bastiano is right.
Richard Clark
Richard Clark
I forgot to say: there are only three opera houses in the United states that are of any fame and worldwide reputation. These are the Metropolitan Opera in New York of course with its 130 years of tradition, The Lyric Opera of Chicago and The San Francisco Opera both also with a long tradition. The opera houses of Los Angeles and Washington are, how do you say in German: zweitrangig.
Richard Clark
Gottfried
Lieber Voice – Superagent F.Bastiano,
schön das es noch Künstleragenten wie Sie gibt, die es mit den Zahlen so genau nehmen!
-vermutlich würden Sie aber, wie alle anderen Agenten auch, ihre Großmutter verkaufen um solch ein Talent wie Domingo in den Heerscharen von russischen oder koreanischen Wettbewerbssiegern zu entdecken und zu verpflichten…
Ich will Sie aber mit meinem kurzen Einspruch nicht aufhalten-sie müssen ja schnell zur MET..!
Andrew. B. Wilson
Dear Gottfried, on behalf of Mr. Franco Bastiano, whose personal assistant I am, I would like to point out that his beeing in this very difficult business for 40 Years is the result of serious sensitive and sensible work. No important opera house would indeed work with agents that do not know there jobs, that are not serious and reliable, and of course no such singers would work with agents that you do probably know from bad novels or TV-Soaps, but be assured the world of opera works with a different demand. And one other thing. Mr. Bastiano works with italian, american, spanish, german, french and south-american singers in the first place. 18 of the most famous singers of opera world today belong to his clients.
Best wishes all the same
from Andrew B. Wilson
for Franco Bastiano
Meryl
Dear Mr Wilson,
the business is extremely difficult and my respect for working with singers and artistic directors for 40 Years.
But you probably also work with the WNO and L.A. Opera. I don’t find it very appropriate to write about their General Manager the way Mr Bastiano does. Would he also tell that into Mr Domingo’s face or use his real name here?
The two must have met several times…what was Mr Bastiano’s behaviour like? I am sure he was thrilled as we all are opposite Mr Domingo even if we may have arguments against him.
Meryl
PS: Domingo hat in Interviews bez. der Met Eröffnungen immer wieder selbst gesagt, dass Caruso nur 48 Jahre alt wurde. Nicht die Aussagen der Presse mit denen des Tenors verwechseln.
Und ehrlich gesagt ist es völlig wurscht, ob er nun 68 oder 75 ist. Hier gilt’s der Kunst.
Desdemona
Herr Bastiano, Ihre ziemlich verunglimpfenden Äußerungen über einen weltweit sehr geschätzten Künstler sind inzwischen hinlänglich kommentiert worden. Dazu will ich nur noch ergänzen, dass Ihre Äußerung über die “long discussion on both Domingos birth certificate (church and official) which both were regarded as not clean if you do understand what I mean” einer Anschuldigung zur Urkundenfälschung durch Herrn Domingo oder der Familie Domingo gleichkommt – dies finde ich außerordentlich gewagt und unverschämt!
Erlauben Sie mir darüber hinaus noch eine kurze Bemerkung zu dem von Ihnen so minutiös sezierten Schlußapplaus nach der Otello-Vorstellung am 30.06.1991 in Wien. Ich war selber anwesend, habe mir die Hände wund geklatscht vor Begeisterung und Tage später noch Muskelkater gehabt. Wie wenig muss Sie diese außergewöhnliche Vorstellung berührt haben, wenn Sie mit der Stoppuhr und dem Notizzettel im Publikum gestanden haben, um jedes Hervortreten der einzelnen Personen so genau erfassen zu können – denn aus dem Erinnerungsvermögen heraus wird das bei 80 Minunten wohl kaum möglich gewesen sein.
Natarinka
Dear Mr.Wilson,
I did some digging after my first comment on your ‘false-age’ attack on Mr.Domingo and found something very interesting: His mother, Pepita Embil, was born on 28-02-1918. According to your acusation, this means that she was only 15 years old, married and already a wellknown Zarzuela-singer, when she gave birth to Mr.Domingo…! I see this as an affront to the Domingo-family.
Dedsdemona
Thank you so much Natarinka for adding this comment! I was just checking the same one my own. The more, his parents met first when singing together in the zarzuela “Sor Navarra” which was only published in 1936.
Natarinka
PS. I mean, of course, that your attack to Mr.Domingo is an affront to himself and his family.
misgen insurance
I wonder what Grace will do about this???
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