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Der Vater der italienischen Oper kommt aus Bayern

2. Juni 2010

Eine interessante Komponisten-Persönlichkeit und ihre berühmteste Oper: Giovanni Simone Mayrs „Medea in Corinto“ hat am Münchner Nationaltheater am nächsten Montag Premiere

Von Barbara Angerer-Winterstetter

Was für ein Werk: Rund 60 Opern und 600 Kirchen- wie Kammermusikwerke entstammen der Feder Giovanni Simone Mayrs. Den Namen noch nie gehört? Kein Wunder: Den Mann, der als der bedeutendste Komponisten der italienischen Oper des frühen 19. Jahrhunderts und zugleich als Wegbereiter des Belcanto gilt, entdeckt man erst derzeit zögerlich wieder. Im Herbst 2009 gab es eine Aufsehen erregende Produktion von Mayrs berühmtester Oper „Medea in Corinto“ am Theater St. Gallen in der Regie von David Alden – und nun wird sich mit Hans Neuenfels an der Bayerischen Staatsoper München ein weiterer ebenso namhafter wie umstrittener Musiktheater-Regisseur an dieses Werk machen (Premiere am Montag, 7. Juni). Übrigens in Starbesetzung unter anderem mit Nadia Michael und Ramón Vargas sowie Ivor Bolton am Pult.

Wer ist dieser Giovanni Simone, der seine Arbeit in Bergamo so liebte, dass er seine eigentlichen Vornamen Johann Simon kurzerhand italianisierte? Wer ist der Komponist, dem 1845 Verdi, Bellini und Rossini die letzte Ehre erwiesen? Geboren wurde Johann Simon Mayr 1763 in der Nähe von Ingolstadt, seine musikalische Ausbildung erhielt er als Chorknabe im Kloster Weltenburg, anschließend studierte er in Ingolstadt Theologie, Philosophie, Medizin, Jura und Kanonisches Recht. Daneben aber war Mayr als Organist tätig und wandte sich bald ersten Kompositionen zu, die Aufsehen erregten. Ein waschechter Bayer also, der jedoch im Alter von 26 Jahren nach Italien ging, ab 1789 in Bergamo wirkte uns als „Giovanni Simone“ höchsten Ruhm erlangen sollte. Seine Opern wurden in ganz Europa aufgeführt – so dass selbst Napoleon ihm die Stelle des Operndirektors in Paris anbot. Was Mayr aber ablehnte: Italien war ihm genug und seine Schüler wichtiger als eine weitere Stufe der eigenen Karriereleiter. Sein Einfluss auf die nachfolgende Komponistengeneration war dafür immens. Kein geringerer als Gaetano Donizetti verdankte ihm Stilschulung und Durchbruch: Seinen berühmtesten Schüler hatte Mayr trotz nicht bestandener Aufnahmeprüfung an seine Musikschule aufgenommen und ihm sogar einen ersten Aufrag übergeben, der Donizetti selbst berühmt machte.

Wie aber ist der eigene Stil Mayrs, der gerade eine fulminante Wiederentdeckung erlebt? Ivor Bolton, Dirigent der Münchner „Medea“, bezeichnet ihn als „Grenzgänger zwischen den Welten“: Der bayerische Komponist, der selbst sehr viel Haydn und Mozart studiert hatte, brachte die deutsche und italienische Tradition zusammen. Von einer „zwischen Mozart und Rossini pendelnden Musik“ schrieb die Neue Zürcher Zeitung nach der St. Gallener „Medea“-Premiere sehr passend.

Dieses Werk war übrigens nach seiner Uraufführung 1813 mit Rossinis späterer Gattin Isabella Colbran lange Jahr ein internationaler Erfolg – obwohl der zugrunde liegende (griechische) Medea-Mythos nicht auf reinen Genuss fürs Opern-Publikum zielt: Es geht um die von ihrem Mann Jason verlassene Medea, die aus Rache mithilfe magischer und dämonischer Kräfte nicht nur die Rivalin vergiftet, sondern auch die gemeinsamen Kinder tötet. Cherubini vertonte den Stoff 1797, aber auch in der jüngeren Literatur findet der Stoff Bearbeitung, etwa durch Christa Wolfs „Medea Stimmen“.

Wer sich mit den Abgründen dieses Stoffs, vor allem aber seiner eben wieder entdeckten musikalischen Bearbeitung durch den bayerischen Vater der italienischen Oper, Giovanni Simone Mayr, an der Münchner Staatsoper beschäftigen will, kann das nicht nur zur Premiere am 7. Juni, sondern auch noch bei weiteren Aufführungen am 10.,13.,16., 20. und 29. Juni sowie bei einer weiteren Aufführungs-Serie im Oktober.

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Ein Kommentar zu “Der Vater der italienischen Oper kommt aus Bayern”

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22. Mai 2011 um 05:32 Uhr

Guten Abend, schöne blog,Mochte es sehr!
Ich spreche nur ein bisschen Deutsch, Auf Wiedersehen!

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