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Die Bedeutung der Kammermusik in der Gesellschaft

25. März 2010

Dagmar Ruhl; (c) Illustration: Stefan Steitz

Dagmar Ruhl; Illustration: Stefan Steitz

Nur für Ihren Hintergrund: Anlässlich des hundertjähri-gen Bestehens der Commerzbank wurde im Jahr 1970 die Commerzbank-Stiftung gegründet.

Seither fördert die Stiftung vielfältige Projekte in den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur und engagiert sich damit aus Tradition für das Gemeinwohl. Die Commerzbank-Stiftung versteht sich als eine hauptsächlich fördernde Stiftung, sie sucht dazu die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Einrichtungen und Institutionen, deren Aktivitäten bundesweit ausstrahlen. Die jeweilige Projektauswahl erfolgt neutral und unabhängig durch das Kuratorium.

Seit Beginn meiner Tätigkeit für die Stiftung schätze ich die unterschiedlichen Bereiche, die von ihr gefördert werden. Dazu gehören zum Beispiel im Sektor Bildung die Unterstützung der Frankfurter School of Finance durch die Initiierung einer Stiftungsprofessur. Ein weiterer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt im Bereich des sozialen Engagements. So fördert die Stiftung unter anderem Projekte der Deutschen Welthungerhilfe und der Josefs Gesellschaft. Durch die Unterstützung ausgewiesener Einrichtungen und Initiativen, die Aufgaben im wissenschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich übernehmen, wird ein nachhaltiger Beitrag für die Gesellschaft geleistet.

Aber nun zur Musik: Seit über 30 Jahren ist die Stiftung auch in der Musikförderung tätig, wobei der hochbegabte, musikalische Nachwuchs besonders gefördert wird. So unterstützt die Commerzbank-Stiftung die Deutsche Stiftung Musikleben seit deren Gründung und begleitet damit hochbegabte Musiker zwischen 12 und 30 Jahren langfristig und individuell auf ihrem Weg in die Konzertsäle Deutschlands und der Welt. In der Tradition, talentierte Nachwuchsmusiker anzuspornen und zu fördern steht der 2008 ins Leben gerufene Commerzbank-Kammermusikpreis. Ich stehe mit meiner Meinung sicher nicht allein, dass die Kammermusik heutzutage – im Hinblick auf ihre Besucherzahlen – keinen leichten Stand hat. Die feine Kammermusik muss deshalb gepflegt werden, sie muss an die nächsten Generationen weitergegeben und vermittelt werden.

Für den künstlerischen Leiter des Wettbewerbs, Prof. Michael Sanderling, steht bei der Kammermusik die Fähigkeit zum “wir” im Vordergrund. In dem Zusammenwirken der Künstler muss eine Anerkennung und Wertschätzung von geistiger und emotionaler Durchdringung, Verflechtung, Verschmelzung und Ergebenheit gegenüber stehen, ohne die Kammermusik nicht funktioniert. Im Zeitalter der Individualmedien, in dem zwar jeder mit der Welt verbunden ist, die dabei entstehenden Gefühle und Regungen dann aber nur mit sich selber ausgelebt werden können, sollte das miteinander “erleben” und “schöpfen” einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Die kleinste und intimste Form des miteinander Musik erleben ist dabei doch die Kammermusik. Somit also sozialisiert (Kammer)-Musik. Dieser Gedanke knüpft an den Sinn der Stiftung an, sich für das Gemeinwohl zu engagieren.

Für mich bedeutet dies, dass der Wettbewerb dazu dienen möchte, der Kammermusik ihren verdienten Stellenwert in der Musik zu geben. Die Einbeziehung zeitgenössischer Werke im Wettbewerbsprogramm stellt darüber hinaus einen wichtigen Bezug zu den Anforderungen des heutigen Musiklebens dar, in der die Werke lebender Komponisten zum Standard eines modernen Konzertprogramms gehören. Dieser Aspekt wird, neben der Förderung junger, talentierter Musiker, auch bei der zweiten Ausschreibung des Internationalen Commerzbank-Kammermusikpreises für 2010 im Mittelpunkt stehen. Die Kooperationen mit der Alten Oper Frankfurt und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main unterstreichen die Bedeutung des Kammermusikpreises.

PS: Als Kulturpartner konnte in diesem Jahr immerhin der Sender hr2 Kultur gewonnen werden. Wenn man die aktuelle Entwicklung im Stiftungswesen in Deutschland betrachtet, stelle ich fest, dass die Anzahl der Stiftungen wächst. Das macht Mut und motiviert auch uns.

Dr. Dagmar Ruhl absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften an der Fachhochschule Mainz, das sie als Diplom-Betriebswirtin abschloss. Seit 1992 ist Frau Ruhl Mitarbeiterin der Commerzbank AG. 2006 wurde sie zur Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung berufen. Ebenso obliegt ihr die Geschäftsführung von vier rechtlich selbständigen mildtätigen Sozialstiftungen, die der Commerzbank nahe stehen.

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