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ECHO Klassik 2008: Cecilia Bartoli

24. August 2008

Cecilia Bartoli; (c) Uli Weber/Deccacrescendo ist Medienpartner des Echo Klassik 2008. Bis zur Verleihung am 19. Oktober stellen wir Ihnen täglich einen der Preisträger vor. Heute: Cecilia Bartoli.

Cecilia Superstar

Sie ist der “Schumi” unter den Künstlern. Acht Mal hat Cecilia Bartoli insgesamt den ECHO Klassik gewonnen und nun zum dritten Mal als “Sängerin des Jahres”. Als im letzten Jahr ein großer Lastwagen von MAN mit dem Konterfei der wohl ersten Diva der Operngeschichte Maria Malibran (1808-1836) durch ganz Deutschland rollte, da staunte die Musikwelt nicht schlecht.

An Bord war nicht nur Cecilia Bartoli, eine der größten Diven unserer Zeit und achtfache ECHO Klassik Preisträgerin, sondern eine weitere ebenso kostbare Fracht: Ein kleines Museum mobile mit Photos und Erinnerungsstücken von Maria Malibran, der großen Sängerin des 19. Jahrhunderts, die seinerzeit wie ein Popstar gefeiert wurde. Was für eine geniale und aufregende Idee! Cecilia mit Marias Fotos und Repertoire auf Tournee!

Nach ihren barocken und klassischen Exkursionen der letzten Jahre begeisterte Cecilia Bartoli nun mit dem romantischen Repertoire, das Maria Malibran zu ihrer Zeit zum Star gemachte hatte: Schmachtarien von Vincenzo Bellini, Werke von Gioachino Rossini und manche andere zeitgenössische Gelegenheitsarbeit, die Bartoli in Archiven und Bibliotheken fand, darunter auch eine ungewöhnliche Jodel-Arie von Johann Nepomuk Hummel. Rein stilistisch kehrte Bartoli damit zu den Anfängen ihrer Karriere zurück, die mit Belcanto-Kunst begann. Von ihrer Mutter in Rom ausgebildet, hatte sie schließlich als 19-Jährige an der Oper in Rom als Rosina in Gioachino Rossinis “Il barbiere di Siviglia” debütiert und war mit Angelina aus “La Cenerentola” und ihrer hocherotischen Darbietung der Zerlina in Mozarts “Don Giovanni” bei den Salzburger Festspielen 1994 zum “berühmtesten Dienstmädchen der Oper” avanciert.

Ende der neunziger Jahre begeisterte sie mit verschollener Musik aus dem Barock und anderen Epochen, die niemand mehr kannte und vielleicht auch niemand mehr hören würde, wenn nicht “La Bartoli” sie gesungen hätte.

Doch auch im Malibran-Lastwagen, begleitet vom La Scintilla Orchester unter dem ungarischen Dirigenten Adam Fischer, bleibt Cecilia Bartoli sich treu: In ihrem brennenden Wunsch, ihrem Publikum nahe zu sein, gibt sie alles. Schöne Stimmen gibt es viele. Einmalige und wirklich ausdrucksstarke wie Cecilia Bartoli- sie hat, nur wenige. Sie ist eine der wenigen Sängerinnen, die sich trauen, rückhaltlos ihr Innerstes herauszukehren und in den Dienst der musikalischen Wahrheit zu stellen.

Würden Frédéric Chopin und Gioachino Rossini noch leben, dann würden sie wie einst über Maria auch über Cecilia schreiben: “Ach! Das wunderbare Geschöpf! Sie übertraf alle ihre Konkurrentinnen durch ihre wirklich überwältigende musikalische Begabung und alle Frauen, die mir begegnet sind, durch ihre geistige Überlegenheit, ihr breitgefächertes Wissen und ein rasantes Temperament, von dem man sich nicht die geringste Vorstellung machen kann.”

Cover “Maria”; (c) DeccaSÄNGERIN DES JAHRES

Cecilia Bartoli

Maria

(Decca 475 9077)

Weitere Preisträger des diesjährigen ECHO Klassik finden Sie hier.

Die Preisverleihungs-Gala findet am Sonntag, den 19. Oktober, in der Philharmonie im Münchner Gasteig statt.

Sie möchten gerne live dabei sein? Hier bekommen Sie noch Karten.

Das ZDF überträgt die Veranstaltung unter dem Titel “Echo der Stars” ebenfalls am 19. Oktober ab 22.00 Uhr.

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