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ECHO Klassik 2008: Dorothee Oberlinger

22. August 2008

Dorothee Oberlinger; (c) Johannes Ritter/Sony BMGcrescendo ist Medienpartner des Echo Klassik 2008. Bis zur Verleihung am 19. Oktober stellen wir Ihnen täglich einen der Preisträger vor. Heute: Dorothee Oberlinger.

Die Königin der Blockflöte

Ja, die Blockflöte hat ein biederes Image, das weiß Dorothee Oberlinger auch. Aber da pfeift sie drauf. Sie geht ihren Weg, räumt en passant mit den Klischees auf und überrascht das Ohr. Eine ziemlich coole Künstlerin Ende dreißig. Die aus Aachen stammende Blockflötistin lehrt heute am Mozarteum Salzburg, hat es auf alle Bühnen der Welt geschafft und das mit einem Instrument, das man auch die “Schreckenspfeife aus dem Kinderzimmer” nennt. Warum also ein Instrument, für das weder Mozart, noch Beethoven, noch Brahms, noch sonst ein großer Klassiker auch nur eine einzige Note geschrieben haben?

Das wurde Dorothee Oberlinger oft gefragt, selbst von denen, die wissen, dass dieses Instrument bis in die Barockzeit hinein große Bedeutung hatte. Dorothee Oberlinger will ihre Zeit nicht mit solchen Fragen verschwenden. Seit sie fünf ist, spielt sie Blockflöte – davon konnte sie nicht einmal ihre Mutter abbringen, eine Querflötistin. “Wie einst Frans Brüggen ist sie eine Meisterin im Ansteuern von Zielpunkten und im Aufblühenlassen eines schlichten ausgehaltenen Tons”, schrieb “Die Welt”. Das trifft, wenn auch nicht glücklich formuliert, den Punkt: Sie atmet mit ihrem Instrument.

Cover “Italian Sonatas”; (c) Sony BMGINSTRUMENTALISTIN DES JAHRES – Holzbläser

Dorothee Oberlinger

Italian Sonatas
(A. Vivaldi, A. Corelli, G. Sammartini)

(deutsche harmonia mundi 88697115712)

Weitere Preisträger des diesjährigen ECHO Klassik finden Sie hier.

Die Preisverleihungs-Gala findet am Sonntag, den 19. Oktober, in der Philharmonie im Münchner Gasteig statt.

Sie möchten gerne live dabei sein? Hier bekommen Sie noch Karten.

Das ZDF überträgt die Veranstaltung unter dem Titel “Echo der Stars” ebenfalls am 19. Oktober ab 22.00 Uhr.

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6 Kommentare zu “ECHO Klassik 2008: Dorothee Oberlinger”

Christiane Otero

20. Oktober 2008 um 16:24 Uhr

Warum war Dorothee Oberlinger in der Sendung nicht zu sehen?
Der gar nicht für einen Preis nominierte Bochelli dafür zweimal, ebenso wie die sattsam bekannte Bartoli? Ich habe die Sendung aufgenommen, um sie meinen Blockflötenschülern zu zeigen, aber leider wurde Oberlinger nicht einmal erwähnt! Ich bin bodenlos enttäuscht!!!

mala

22. Oktober 2008 um 00:39 Uhr

Auch andere Preisträger wurden nicht mal erwähnt. Nach Ende der offiziellen Show wurden wohl noch einige Künstler “geehrt”, wenn man das Wort in diesem Rahmen überhaupt noch benutzen darf. Was war mit Nigel Kennedy, R. Villazon/A. Netrebko und anderen großartigen Preisträgern – auch wenn sie nicht persönlich angereist waren (oder eingeladen waren?) – sollten auch all die anderen ungenannten Preisträger nicht wenigstens Erwähnung finden? Eine sehr merkwürdige Preisverleihung – sie zeigt den Stellenwert von Kunst und Musik im Dt. Fernsehen – ein Armutszeugnis ohnegleichen! Aber wen es interesiert, der kann ja gefälligst online nachschauen – auch ein Armutszeugnis für die Organisatoren und Macher dieser Show. Kunst kommt von Können – aber woher sollen diese TV-Dillettanten das wissen. Ob sie überhaupt einschätzen können, mit was für großartigen Künstlern sie es zu tun hatten? Ich glaube nicht! Solche Sendungen machen einen nur sauer! :(

Peter Leisem

22. Oktober 2008 um 22:42 Uhr

Ich war am Sonntag live dabei: Den anderen anwesenden Preisträgern wurde ihr Echo im Anschluß an die TV-Sendung überreicht. Nigel Kennedy sollte eigentlich kommen, war aber verhindert. Anna Netrebko und Rolando Villazón fanden (leider) keinen Platz im Terminkalender um persönlich dabei zu sein. Aber, und da gebe ich Ihnen vollkommen Recht: Einige Preisträger hätten einen Auftritt in der ZDF-Sendung deutlich mehr verdient, als z.B. die recht schwache Cecilia Bartoli und Andrea Bocelli. Die auftrtetenden Preisträger kamen recht lauwarm daher und schwer zu genießen. Die positive Überraschung: Der “Sänger des Jahres” Philippe Jaroussky. Vor dem Artikel in der aktuellen crescendo-Ausgabe habe ich mich mit Countertenören nie beschäftigt – jetzt habe ich dieses Stimmfach für mich entdeckt.

Petra

23. Oktober 2008 um 07:34 Uhr

ja, mala, dem kann ich nur zustimmen – in dieser Show feiert sich das ZDF vor allem selbst (oder versucht es zumindest) …. letztes Jahr habe ich mir mal für dieses EVENT eine Karte besorgt – NIE WIEDER – als erstes wurde ich, weil ich mir erdreistet hatte, beim offiziellen Eingang die rechte Tür zu benutzen, vom innen ausgelegten roten Teppich gescheucht …. dann waren im Foyer Stehtische mit (kostenloser, sprich gesponsorter) Prosecco-Ausgabe …. aber nicht für das gemeine Fußvolk (d.h. Klassikmusikfans), nein, Stars und Sternchen und wer sich halt hier in München so zur “feinen Gesellschaft” rechnet ….. auch letztes Jahr wurden nicht Anwesende Preisträger überhaupt nicht erwähnt, selbst wenn sie im Vorspann/Trailer der Sendung angezeigt waren und aus Krankheitsgründen abgesagt hatten … ich hatte damals nach der Sendung dem anwesenden Hr. Klebert ziemlich deutlich meine Meinung dazu gesagt, er mimte zumindest Verständnis und meinte, dass in Zukunft etwas daran etwas geändert würde …. aber ….. nix is wie man heuer sah.
Tja wir müssen uns halt damit abfinden, Fußball ist wichtiger als klassische Musik!

Herbert

26. Oktober 2008 um 01:48 Uhr

Dass sich das ZDF auf die bekannteren Gesichter konzentriert hat, mag man verstehen – sonst wäre eine Klassik-Sendung wie diese wohl kaum vor dem “heiligen” Maßstab der “Quote” zu rechtfertigen. Nigel Kennedy war nicht anwesend – das erklärte der Moderator beim warming up – weil ihm seine Frau zum Hochzeitstag eine Reise geschenkt hatte, die just am Tag der Preisverleihung begann… Wesentlich triftiger war der Grund, weshalb Rolando Villazon nicht anwesend war: Er trat am selben Abend in Berlin als Lenski in “Eugen Onegin” auf – und das Opernpublikum hätte wohl mit Recht kein Verständnis dafür gehabt, wenn er stattdessen für 5 Minuten in München auf der Bühne des Gasteig gestanden hätte. Allerdings: 5 Minuten Villazon wären 100 Mal besser gewesen als die 2 Auftritte von Andrea Bocelli…..

mala

26. Oktober 2008 um 18:10 Uhr

Daß R.Villazon Vorstellung hatte und N.Kennedy nicht persönlich kommen konnte – wie viele andere Preisträger auch – war ja von vornherein klar. Aber solch einer Sendung sollte schon den Anspruch der Vollständigkeit haben. All diese Künstler sollten wenigstens Erwähnung finden. Die Möglichkeit einer Video-Zuschaltung des einen oder anderen Künstlers wäre ja auch noch gegeben… Aber Petra hat schon recht: es zeigt den Platz und die Wertigkeit von Kunst und klassischer Musik im Deutschen Fernsehen. Fußball bringt schlichtweg mehr Geld! Herr Reich Ranitzky steht nicht unmittelbar auf meiner Favoriten-Liste, aber wo er Recht hat, hat er Recht!

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