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Festspiele Suedtirol Alto Adige Festival

7. September 2010

Festspiele Suedtirol Alto Adige Festival

Mahler – Kontraste – Belcanto: dieser Spannungsbogen skizziert das Programm der Festspiele Südtirol. Unter der künstlerischen Leitung von Gustav Kuhn und Andreas Schett spielen das Haydn Orchester von Bozen und Trient, zahlreiche Künstler aus Südtirol, Italien und natürlich internationale Stars wie Daniel Schnyder und Dave Taylor. Die gesamt-künstlerische Idee von Gustav Mahler soll zum Tragen kommen: Komposition – Umformung klassischer Inhalte – neue Wege.

Die Festspiele Südtirol am Fuße der Dolomiten wollen die vielfältigen Klangfarben der Musik, die herbstliche Strahlkraft der Natur und den Charme des Kulturzentrums Grand Hotel Toblach harmonisch verbinden. Mit Gustav Mahler gesagt: »Hier ist’s wunderbar! Gerade jetzt!«

Toblach, das ist der Ort, an den Gustav Mahler sich in Ruhe zum Komponieren zurückzog – rückblickend schreibt er: »Mir war eine schöne Zeit beschieden«. Mahler verbrachte in Toblach seine letzten drei Sommer und schrieb dort das »Lied von der Erde« und seine 9. Symphonie. In jedem Jahr werden diese beiden Mahler-Werke die Festspiele Südtirol eröffnen und beschließen. Sie bilden die Eckpfeiler der Festspiele, zwischen denen viel Platz für Kontraste ist – etwa für zeitgenössische Komponisten oder für Belcanto.

Mahler — »Das Lied von der Erde« bezeichnete Mahler selbst als »wohl das Persönlichste, was ich bis jetzt gemacht habe«. Persönlich ist »Das Lied von der Erde« – und es steht wie auch sein letztes vollendetes Werk, die 9. Symphonie »sub specie mortis«. Auch Mahlers Zeitgenossen und Wegbegleiter kommen bei den Festspielen Südtirol zu Wort, angefangen mit seinem Bewunderer und Freund Richard Strauss. Dessen »Alpensymphonie« ist einer Vielzahl von Faktoren zu verdanken, möglicherweise auch Strauss’ Sommeraufenthalten im unweit von Toblach gelegenen Sillian. Auf dem Programm steht auch die »Romantische Ouvertüre« des gebürtigen Bozeners Ludwig Thuille – einem Jugendfreund von Richard Strauss. Bei einem Liederabend im Spiegelsaal des Grand Hotels vereint sich symbolisch die Musik von Mahler, Thuille, Strauss und Mahlers Studienkollegen Hans Rott. Die gebürtige Südtirolerin Anna Maria Chiuri wird interpretieren.

Kontraste — Mahlerlieder offeriert auch die Musicbanda Franui – in ungewöhnlicher und mit viel Beifall bedachter Interpretation. Bei der Aneignung der Musik Gustav Mahlers fungieren die Osttiroler – zum Großteil aus Innervillgraten, dem Nachbarort Toblachs stammend – nicht so sehr als Interpreten, sondern vielmehr als Erzähler von Musik. Für markante Kontraste sorgen auch die Uraufführung eines Orchesterwerkes des gebürtigen Brixeners Felix Resch und die Gruppe »Akkosax« mit ihrer Hommage an den Musiker und Komponisten Werner Pircher. Daniel Schnyder, weltweit gefragter Schweizer Komponist und Saxophonist, hat für den Festspiel-Auftakt ein Konzert für Saxophon, Bassposaune und Orchester geschrieben – als Uraufführung und: »sub specie vitae«. Zwei Klavierabende mit Musik zeitgenössischer Komponisten wie Nicolò Castiglioni und Matthias Pintscher auf der einen, mit Werken von Beethoven bis Hans Rott auf der anderen Seite runden das Programm ab. Am Klavier im Spiegelsaal des Grand Hotels sind Alfonso Alberti sowie Jasminka Stancul und Davide Cabassi zu hören.

Belcanto — Ein weiterer Kontrast zu Mahler, den die Festspiele Südtirol setzen, ist in der Person Mahlers selbst angelegt – als Wiederentdecker Mozarts und der Welt des Belcanto. Hier tritt die Dramatik der Stimme zum Gesang des Orchesters hinzu. Donizettis »Adelia«, ein melodisch inspiriertes und dramatisch packendes Belcanto-Juwel, hat seit Jahren in Gustav Kuhn einen mehr als kompetenten Anwalt. Mit Puccinis »Messa di Gloria« wird ein lange vergessenes Werk aufgeführt. Mahlers Wiederentdeckungen haben schließlich ihr Pendant in Mozarts feierlicher Bearbeitung von Händels »Messias«, die – so Mozarts Auftraggeber van Swieten – die »ursprüngliche Noblesse« des Stückes hervortreten lässt. In nuce zeigt sich hier die Programmatik der Südtiroler Festspiele: Mahler – Kontraste – Belcanto.

17. – 26. September 2010

Kulturzentrum Grand Hotel Centro Culturale, Toblach

Weitere Informationen finden Sie unter www.festspiele-suedtirol.it

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