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Fritz Langs “Die Nibelungen” mit dem
hr-Sinfonieorchester

6. März 2010

Das Original des epochalen Film-Epos‘ “Die Nibelungen” von Fritz Lang ist zwar verschollen. Doch nun ist erstmals eine Neufassung dieses Meilensteins der Filmkunst im Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt zu sehen und zu hören.

“Die Nibelungen” (DE1924/2010) wird gegenwärtig von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restauriert, dies geschieht in Kooperation mit ZDF und ARTE. Die Europäische FilmPhilharmonie editiert die Filmmusik im Auftrag von ZDF/ARTE. Weltweit war nach allen verfügbaren Filmmaterialien recherchiert worden. Nun liegt eine neue Filmfassung vor. Im hr-Sendesaal wird in den kommenden Wochen die rekonstruierte Filmmusik vom hr-Sinfonieorchester eingespielt. Für Ende des Jahres ist die Ausstrahlung der neuen Film- und Musikfassung auf ARTE geplant. Zur festlichen Welturaufführung der restaurierten Filmfassung mit dem hr-Sinfonieorchester lädt die Deutsche Oper Berlin in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, ZDF/ARTE und der Europäischen FilmPhilharmonie am 27. April in Berlin ein.

Gottfried Huppertz (1887 – 1937) hatte das Angebot Langs, die Musik zum Film zu komponieren, zunächst abgelehnt, da diese immer mit Richard Wagners Opern verglichen werde. Schließlich ließ er sich davon überzeugen, dass der Film unabhängig von der Oper zu betrachten sei, und schrieb die Musik einzig auf der Grundlage des Filmskripts. Auf der Basis des im Filmmuseum Berlin erhaltenen Manuskripts von Gottfried Huppertz wurde die Musik neu editiert und jeweils da neu orchestriert, wo nur die Klavierstimme überliefert ist. Die gesamte Musik liegt nun, synchron eingerichtet auf die restaurierte Bildfassung, für die originale sinfonische Orchesterbesetzung vor.

Mit Frank Strobel hat das hr-Sinfonieorchester dabei einen der weltweit renommiertesten Dirigenten im Bereich der Filmmusik für das Projekt gewinnen können. So hat Strobel unlängst die gefeierte “Metropolis”-Uraufführung in Berlin geleitet. Am Pult des hr-Sinfonieorchesters stand er unter anderem gerade beim Music Discovery Project am 26. Februar in der Jahrhunderthalle Frankfurt.

Fritz Lang inszenierte den Film, der der klassischen Nibelungen-Sage folgt, in einem bis dahin kaum gesehenen Aufwand. Damals bereits kommerziell erfolgreich, beeindrucken “Die Nibelungen” auch heute noch durch eine Kombination visueller Effekte, monumental-stilisierter Kulissen und opulent inszenierter Kampfszenen. Im ersten Teil, “Siegfried”, geht es um den strahlenden Helden, der Brünhilde für Gunter besiegt, Kriemhild freit und schließlich das Opfer von Hagens Intrige wird. Im zweiten Teil, “Kriemhilds Rache”, erlebt das Publikum die dunkle Seite der Tragödie, die im Inferno des brennenden Hofes von Etzel endet.

Termin:

Das hr-Sinfonieorchester spielt im Rahmen der Reihe “Musik und Film” unter der Leitung von Frank Strobel die rekonstruierte originale Filmmusik von Gottfried Huppertz zu Fritz Langs “Die Nibelungen”.
Teil 1 – “Siegfried”: Freitag, 12. März, um 20 Uhr
Teil 2 – “Kriemhilds Rache”: Samstag, 13. März, um 20 Uhr
Sendesaal des Hessischen Rundfunks, Frankfurt

Die Karten sind unter anderem erhältlich beim hr-Ticketcenter, Telefon 069/155-2000 oder www.hr-ticketcenter.de.

hr2-kultur sendet einen Mitschnitt dieser Musik am Samstag, 10. April, um 20.05 Uhr.

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