Gegenwart und Zukunft

Bad Kissingen: Kurgarten; Foto: Bayerisches Staatsbad
Von Georg Rudiger
Cecilia Bartoli, Lang Lang, Mariss Jansons, Kent Nagano – die Künstlerliste des KISSINGER SOMMERs 2010 liest sich wie ein Who is Who der aktuellen Klassikszene. In diesem Jahr feiert das Festival in der beschaulichen fränkischen Kurstadt sein 25-jähriges Jubiläum. Und stellt erneut unter Beweis, dass Weltklasse auch und gerade fernab der Großstädte zu erleben ist.
Seit dem Gründungsjahr 1986 steht Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger an der Spitze des Festivals – und hat damit wesentlichen Anteil am Erfolg. Die enorme Breite der Veranstaltungen, vom großen Orchesterkonzert bis zum intimen Liederabend, verleiht dem Festival seine hohe Attraktivität. Zu den Künstlern pflegt die Intendantin einen engen, fast familiären Kontakt. Einer von ihnen ist der Berliner Cellist Alban Gerhardt, der seit rund zwanzig Jahren regelmäßig beim KISSINGER SOMMER gastiert: „Mit ihrem wundervollen Charme schafft Kari Kahl-Wolfsjäger, die verschiedenartigsten Musiker an diesen Ort zu binden, der beinahe wie aus einem anderen Jahrhundert zu sein scheint. Das zeichnet Bad Kissingen aus: eine treue Intendantin mit ihrem treuen Publikum, das seine immer wiederkehrenden Künstler in sein Herz geschlossen hat”, sagt Gerhardt, der am 29. Juni im Rossini-Saal des Regentenbaus mit dem Philharmonia Quartett Berlin Schuberts Streichquintett in C-Dur spielen wird.
Für den spektakulären Auftakt des Festivals sind zwei Künstler verpflichtet, die schon in den letzten Jahren immer wieder Akzente in Bad Kissingen gesetzt haben. Cecilia Bartoli singt beim Jubiläumskonzert am 7. Juni Lieder von Rossini, Bellini, Donizetti und weiteren Belcanto-Komponisten. Am Klavier begleitet sie kein Geringerer als der chinesische Starpianist Lang Lang – ein Zusammentreffen, das Seltenheitswert besitzt. Auch die gefeierten Sopranistinnen Mojca Erdmann und Christine Schäfer sind in Liederabenden mit Mendelssohn, Strauss und Schubert beziehungsweise Schumann, Brahms und Wolf zu hören.

Bamberger Symphoniker; Foto: Richard Haughton
Weitere Highlights sind Auftritte der Tschechischen Philharmonie (30.6., 2.7.), des Stuttgarter Staatsorchesters unter Manfred Honeck (11.7.) und des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons (Münchner Gala am 3.7.).
Die Klavierlegende Grigory Sokolov interpretiert im Regentenbau Bach, Brahms und Schumann (8.7.), die Klarinettistin Sabine Meyer ist mit ihrem Mann und ihrem Bruder, beide ebenfalls Klarinettisten, „Zu Gast bei König Ludwig und Lola Montez” in Bad Brückenau. Christian Tetzlaff und Lars Vogt spielen in einem Nachmittagskonzert Schumann, Mozart und Bartók (4.7.).
Neben vielen weiteren Prominenten der Klassikszene gibt es beim KISSINGER SOMMER auch junge Künstler zu entdecken wie am 1. Juli den gerade mit dem Young Artist Award der Credit Suisse ausgezeichneten deutschen Cellisten Nicolas Altstaedt in der Kissinger Klang-Werkstatt oder die junge chinesische Pianistin Sa Chen. Unter dem Motto „Die Stars der nächsten 25 Jahre” treten am 10. Juli Musiker auf, die wie die Pianisten Martin Helmchen oder Nikolai Tokarew schon jetzt von sich hören machen. Und beim 50. Jubiläum des KISSINGER SOMMERs in 25 Jahren vielleicht bereits zu den lebenden Legenden gehören.
Termin:
KISSINGER SOMMER Bad Kissingen
7. Juni bis 18. Juli 2010
Informationen und Kartenservice:
Tel.: +49-(0)971-807 11 10
www.kissingersommer.de









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