“Kammermusik ist Musik ganz nah…”

Daniel Hope; Foto: DG
Von Daniel Hope
Die Moderatorin beharrte darauf, den Eindruck zu erwecken, dass das Publikum für Kammermusik immer weniger wird, und dass Konzerte immer seltener werden. Ich, der Pianist Sebastian Knauer und Walter Levin, ehemaliger Primarius des LaSalle Quartetts, konterten mit Beispielen aus unserem Umfeld, wo, in Europa sowie in Amerika, die Kammermusik unserer Meinung nach gerade eine große Renaissance erlebt.
Um Menahem Pressler, meinen genialen Partner aus dem Beaux Arts Trio, zu zitieren: “Kammermusik ist eine der intimsten Sachen, die zwischen Menschen bestehen.” Zusammen haben wir über viele Jahre miterlebt, wie gerne Leute noch ein Quartett- oder Trioprogramm hören, dass es sogar für viele zu einer Art Sucht wird. Da es weniger ,Stars’ in der Kammermusik, dafür so viele phantastische Musiker gibt, treten ausgezeichnete Ensembles momentan überall auf. Hinzu kommt, dass Solisten ohne das Lernen von Kammermusik, etwas sehr Wichtiges vermissen würden. Kammermusik repräsentiert die musikalischen Vitamine, die wir brauchen.
Als ich gerade diese Zeilen schreibe, erreicht mich die traurige Nachricht, dass David Soyer, der Cellist und Mitgründer des Guarneri Quartets, im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Somit verlieren wir noch einen der letzten musikalischen ‚Löwen’, der die Kammermusik geprägt hat. Soyer war nicht nur bekannt als Cellist, sondern auch als Lehrer. Heute, wo Meisterkurse für Kammermusik mehr und mehr gefragt sind, müssen wir viel Energie in die Unterstützung des Nachwuchses setzen. Und vor allem, bald wieder einen Kammermusikabend besuchen …
Daniel Hope ist ein britischer Weltklasse-Geiger mit irisch-deutsch-jüdischen Wurzeln.
www.danielhope.com









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