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Kaufmann und Wunderlich

20. Januar 2008


In seinem aktuellen Videoblog stellt Chefredakteur Axel Brüggemann nicht nur das neue crescendo vor, sondern wundert sich über das Phänomen Jonas Kaufmann – wie kommt es, dass plötzlich alle wie aus einem Munde den “neuen Wunderlich” feiern?

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2 Kommentare zu “Kaufmann und Wunderlich”

Martina Pohl

11. Februar 2008 um 09:59 Uhr

Was Fritz Wunderlich angeht, halte ich es mit dem Highlander: es kann nur einen geben.
Wenn es wirklich darum ginge den derzeit besten deutschen Tenor zu feiern, dann würden sich die Damen und Herren von der Plattenindustrie mal ein bißchen näher mit Michael Schade beschäftigen. Der ist zwar auch kein neuer Wunderlich, aber ein ganz wunderbarer Sänger, der Herrn Kaufmann in den Sack steckt und wider rausholt, ohne daß der es überhaupt mitkriegt.
Jonas Kaufmann ist sicher kein schlechter Sänger, wenn mein Mann so singen könnte, müßte ich mein Geld nicht in einer Bibliothek verdienen und er nicht im Taxi, aber ein außergewöhnlicher Sänger ist er auch nicht.

Franco Bastiano

7. Oktober 2009 um 19:05 Uhr

Bei Decca hat man nicht alle Tassen im Schrank. Jonas Kaufmann mit Wunderlich in einen Topf zu werfen, das wäre wie Heino mit Neil Diamond oder gar Paul McCartney auf dem selben Herd zu kochen oder Proust mit Konsalik eine Lesung veranstalten zu lassen, wen es denn noch ginge. Kaufman hat nichts von der Lyrik eines Wunderlich, nichts von der Phrasierung dieser Ausnahmeerscheinung, seine Stimme hat Registerbrüche, sein Piano kratzt gelegentlich, da gibt es eine große Mühe in der Tiefe, gelegentlich ein unschönes baritonales Gurgeln, Unarten eines Villazon und Tricks bei der Bedienung hoher Tessituren usw. Kaufmann ist, angesichts der Ebbe bei guten Tenören sicher ein guter Sänger, aber bei weitem überbewertet und hochgejubelt, aber was die Plattenfirma sich an Schwachsinn (porca miseria) leistet, geht wohl nur bei einem Eventträchtigen Publikum das Transponieren nicht von Transpirieren unterscheiden kann.
Franco Bastiano Bologna

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