crescendo Premium
Sofort bestellen:

7 Ausgaben mit Festspielguide + 6 Abo-CDs+Prämie Ihrer Wahl + Geschenk CD

crescendo Premium
Erst Testen:

1 Ausgabe gratis + 1 Abo-CD + Geschenk CD bei Abo-Bestellung

Kultursponsoring – auch in der Krise!

1. Februar 2010
Roland Berger; (c) Illustration: Stefan Steitz

Roland Berger; Illustration: Stefan Steitz

Statement des Unternehmers Roland Berger von Roland Berger Strategy Consultants, der auch weiterhin Kunst und Kultur unterstützen will.

Von Roland Berger

Seit Jahrzehnten sammle ich Kunst – privat und für unser Unternehmen und aus Leidenschaft. Privat nenne ich etwa 250 Bilder, Skulpturen, Zeichnungen, Lithografien und Grafiken mein Eigen. Auch die Kunstsammlung unseres Unternehmens – inzwischen knapp 1000 Arbeiten – hat sich aus meiner persönlichen Neigung für bildende Kunst entwickelt: Es begann damit, dass wir die Büros mit Werken aus meinem persönlichen Bestand bestückten. Unsere Mitarbeiter haben darauf sehr positiv reagiert. So entstand die Idee, systematisch eine Firmensammlung aufzubauen, die die Zeit seit der Gründung von Roland Berger Strategy Consultants im Jahr 1967 abbildet.

Kunst sehe ich nicht als finanzielles Investment. Sie besitzt für mich vielmehr ideellen und ästhetischen Wert, bereichert mein Leben und meine Arbeit. Wer lebt und arbeitet nicht lieber in einer inspirierenden Umgebung? Kunst schafft ein solches Klima, fördert Kreativität. Sie kann provozieren, bringt uns auf neue Gedanken, begünstigt Innovation – all das ist für Unternehmensberater unentbehrlich!

Roland Berger Strategy Consultants fördert Künstler nicht nur durch den Erwerb ihrer Werke, sondern wir unterstützen auch kulturelle Initiativen: zum Beispiel Kultur- und Bildungsprojekte in Mittel- und Osteuropa mit dem Goethe-Institut mit dem gemeinsamen Programm “Counterparts”, das Gustav-Mahler-Jugendorchester und die Bayerische Staatsoper, den Pinakotheksverein, die Young European Classics und viele andere Organisationen und Kultureinrichtungen. Mit meiner Roland Berger Stiftung breche ich eine Lanze für Menschenwürde und Menschenrechte weltweit und fördere begabte, sozial benachteiligte junge Menschen in Deutschland.

Das alles tun wir aus Überzeugung und stehen damit nicht allein: Zu den rund 8,6 Milliarden Euro, die hierzulande pro Jahr für Kulturförderung ausgegeben werden, tragen Stiftungen und private Sponsoren immerhin rund 500 Millionen bei. Den Großteil finanziert nach wie vor die öffentliche Hand, was sich in der Krise positiv bemerkbar macht. Denn in den USA, wo private Quellen neunzig Prozent der Kulturausgaben bestreiten, sind viele Einrichtungen von der Schließung bedroht. Zwar haben sich in den letzten Monaten auch in Deutschland einige privatwirtschaftliche Sponsoren von Museen oder Bühnen zurückgezogen – aber die Lage ist nicht “lebensbedrohlich”. Und das Kultursponsoring durch die Privatwirtschaft muss und wird überleben!

Denn Sponsoring schafft eine klassische Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Kulturschaffenden profitieren, weil viele Projekte sonst nicht realisiert werden könnten. Und die Unternehmen steigern durch Kultursponsoring ihre Reputation und damit ihren Marktwert. Laut einer Umfrage des World Economic Forums sehen Unternehmenslenker Reputation als einen der wichtigsten unternehmerischen Erfolgsfaktoren. Mehr als die Hälfte der Manager geht davon aus, dass der Ruf eines Unternehmens den Börsenwert maßgeblich beeinflusst. Nicht umsonst gibt es Börsenindizes wie den Dow Jones Sustainability Index (DJSI), in denen nur Firmen gelistet werden, die definierte Kriterien in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit erfüllen. Viele Anleger schätzen solche Engagements. Sponsoring hilft zudem, neue Kundenkreise zu erschließen, Mitarbeiter zu motivieren und kreative Köpfe zu rekrutieren, um nur einige weitere Vorteile zu nennen. Dabei ist klar: Der Aufbau einer positiven Reputation braucht Zeit. Der Einsatz dafür sollte daher immer als langfristige Investition verstanden werden, auch und erst recht in der Krise.

Last, but not least, sind Kunst und Kultur heute “Schlüsselthemen in Politik und Gesellschaft”, wie es Kulturstaatsminister Bernd Neumann vor einiger Zeit formulierte. Denn unsere Kultur begründet die Identität unserer Gesellschaft. Investitionen in Kultur bedeuten daher Investitionen in unsere Zukunft. Und Unternehmen, als wichtige Mitglieder der Gemeinschaft, tragen zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, eben auch auf kultureller und sozialer Ebene.

Prof. Dr. h.c. Roland Berger ist Gründer und Chairman von Roland Berger Strategy Consultants, München. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in München und Hamburg. Roland Berger Strategy Consultants ist heute mit 36 Büros in 25 Ländern die Nummer Fünf der weltweit größten Strategieberatungen und berät international führende Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie öffentliche Institutionen. Seit 1996 hat er einen Lehrauftrag als Gastprofessor und seit 2000 eine Honorarprofessur für Betriebswirtschaft und Unternehmensberatung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Er gehört dem Hochschulrat der Ludwig-Maximilians-Universität München an sowie der Hochschule für Musik und Theater in München, dem Kuratorium des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München und dem Board der renommierten europäischen Business School INSEAD in Fontainebleau, Frankreich.

Share

Einen Kommentar schreiben

 

Kommentar
Name
Email