Liebeserklärung an Mexiko
Rolando Villazóns neue CD erscheint im Spätsommer
Von Ortrun Egelkraut
„Nein, es ist kein Geheimnis mehr.“ Rolando Villazón bestätigte am Rande der umjubelten „Eugen Onegin“-Aufführung in Berlin, worüber ein kleiner Kreis von Eingeweihten lange Zeit geschwiegen hatte: Der mexikanische Startenor hat eine neue CD produziert mit „Liebesliedern“ an seine Heimat, von „México Lindo“ bis „La Cucaracha“.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit und seiner großen Fangemeinde stand Rolando Villazón noch vor seiner in Wien und Berlin gefeierten Rückkehr auf die Opernbühne in einem Berliner Studio, um die neue CD mit mexikanischen Liedern einzuspielen, ein Projekt, von dem er schon vor seiner krankheitsbedingten Auszeit in einem Interview schwärmte: „Das ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, diese Art zu singen, mit sehr viel Gefühl, das hat mich geprägt.“
Ganz so gefühlvoll sollte es dann wohl doch nicht werden. Villazón wollte weder von Folklore-Musikern noch von einem großen Orchester begleitet werden. Er entschied sich für ein Kammermusikensemble, die „BolÃvar Soloists“. Die Solisten, die sich für gemeinsame Auftritte nach dem venezolanischen Freiheitshelden Simón BolÃvar benannt haben, spielen in klassischen Orchestern und haben (fast) alle lateinamerikanische Musik im Blut. Ihr Leiter EfraÃn Oscher, in Uruguay geboren und in Venezuela aufgewachsen, lebt in Bremen. Er ist ein hervorragender Flötist und Komponist – zwei seiner Werke wurden jüngst in Berlin uraufgeführt – und hat für die CD-Produktion einen Teil der populären mexikanischen Lieder neu arrangiert.
Bis September, „vielleicht nur bis August“ müssen die Fans noch auf das Erscheinen der CD warten, vertröstet Villazón. Die Mexikaner kommen schon früher in den Genuss, Rolando Villazón und seine Interpretation der traditionellen mexikanischen Musik live zu erleben: Eine Konzert-Tournee durch Mexiko steht im Juni auf dem Programm (Mexiko-Stadt 17. Juni, Guadalajara 23. Juni, Acapulco 26. Juni).









Irmgard Woelfle
Ob das gut ist, vorab schon eine CD in Umlauf zu bringen mit
mexikanischen Liedern. Mit “Händel” war es auch so, vor der Tournee konnte man schon die CD kaufen, danach wurden alle Konzerte abgesagt. Das Publikum möchte ihn doch zuerst live erleben.
Anne Guillet
Das Publikum möchte……………ja wer möchte denn nicht? Aber wer hat schon die Möglichkeit ihn persönlich (neudeutsch:live) zu erleben?
Die Anderen müssen dann eben warten bis die Begünstigten ihn gesehen haben.. Also mir würde das garnichts ausmachen,Rolando singend zu erleben in Rollen die ich mir schon Xmal von meinen CDs und DVDs zu Gemüte geführt habe.
Anne Guillet
12.6.10
Andrea
Mir ist das bei Rolando Villazon völlig egal, ob eine CD vor oder nach einem Live-Auftritt auf den Markt kommt . In persönlich und “live “zu erleben ist etwas wunderbares, da ist es mir eigentlich egal, ob er ein neues, ein ungewohntes, oder etwas aus seinem bestehenden Repertoire singt.
Irmgard Woelfle
Natürlich(!!!) mir selbst ist auch egal ob Rolando’s CD vor oder nach seinen Auftritten erscheint. Meine Bedenken speisen sich aus den Kommentaren vieler, vieler Menschen die bei “Händel” die Konzerte nicht besucht haben weil “…..man hat ja schon oft seine CD angehört” – oder: ……..”na ja, die Kritiken darüber sind ja auch teilweise nicht soooo besonders gut”………ect,ect. In Baden-Baden war das Haus längst nicht ausverkauft, die spanischen Villazonistas beklagten dies über Internet mit dem Ausdruck ‘Schande’. In einer Münchner Zeitung war zu lesen ‘in der nicht ausverkauften Philharmonie’ (u.a.kam auch das Wort ‘Abschiedstournee’ vor!)
Rolando gibt sein Mexico-Konzert in vielen grossen deutschen Konzerthäusern und diese müssen erst einmal gefüllt werden! Dazu bedarf es auch der Menschen die nicht wie wir zu seinen
HAUS-FANS gehören. So ich, die Baden-Baden und München besucht hat und in Baden-Baden eine wunderschöne Widmung
-von ihm in der Pause geschrieben – bekommen hat und nach dem
Konzert noch mit anderen Fans ihn erleben durfte. Ich sagte ihm dass ich ihn auch bald beide Male ‘Freitag und Montag’ in Zürich in LA TRAVIATA hören darf, er antwortete lachend wie aus der Pistole geschossen: “aber ich singe Donnerstag und Samstag” und hob dabei beschwörend zwei Finger in die Höhe wie er es auch oft auf der Bühne tut. Obwohl man solche Freuden wohl kaum bei einem anderen Sänger erleben kann bin ich nicht deswegen sein Fan.
Diese tiefe Verbundenheit ist gewachsen durch intensives Kennenlernen seiner Persönlichkeit in Berichten, Interviews usw.
Aber vor allem durch seine herrliche Stimme die ich immer wieder und wieder mit anderen Sängern verglichen habe, insbesondere im Zusammenspiel mit seiner schauspielerischen Ausdruckskraft.
Das alles nötigt mir allergrößten Respekt ab, Respekt auch vor Rolando’s Einstellung diese seine Fähigkeiten und die Zeit die ihm dafür zur Verfügung steht optimal zu nutzen, entgegen aller
anders lautenden “Ratschläge” und negativer Kommentare.
In den letzten Jahrzehnten zuvor habe ich niemals einen Tenor derart aus der Reihe hervorgehoben empfunden – und dieses Gefühl begeistert mich tagtäglich aufs Neue. Gewiss liebe ich auch die höchst achtbaren Sängerleistungen beispielsweise in einem Oratorium in einer Kathedrale, Note für Note korrekt und mit guter Aussprache – wo oft sogar der Applaus nicht erwünscht ist. Öfters schon bin ich zu Opernvorstellungen gefahren um einen Startenor live zu erleben. Heute empfinde ich so manche dieser Stimmen wie ein kalter Wasserstrahl, fast schmerzlich im Vergleich zu Rolando’s wärmender Stimme. Es gibt kein Tag ohne Rolando Villazon – singend oder sprechend. Und das hat auch überhaupt nichts mit ‘Möchte-gerne-haben-Schwiegersohn’ oder ‘Schwärmereien älterer Damen’ zu tun wie man auch despektierlich zu lesen bekommt. Gerne verzichte ich auf andere
Dinge zugunsten von Rolando, ich freue mich auf die nächste Vorstellung in München L’elisir d’amore. Für mich gilt:
ROLANDO VILLAZON – LEBENSLÄNGLICH!
P.S. Aber Matti Salminen und René Pape sind mir auch so manchen Opernbesuch wert.
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