Live in 3sat: La Périchole
3sat zeigt die Premiere von Offenbachs „La Périchole“ als Auftakt des 3sat-Festspielsom-mers, in dessen Rahmen bis 25. September 2010 rund 20 Konzerte, Opern und Operetten von großen Musikfestivals zu sehen sind.
Ein Herrscher, ein verarmtes Volk und eine schöne Querulantin: Jacques Offenbach macht daraus eine rasant-unterhaltsame musikalische Satire um Täuschung, Sozialkritik und Leidenschaft. In „La Périchole“ macht Offenbach eine Straßensängerin zum Sprachrohr für die ironische Betrachtung gesellschaftlicher Zustände. Die verarmte Bevölkerung Perus im 18. Jahrhundert spielt dem König ein vermeintlich glückliches Volk vor. Doch auf Dauer lässt sich die Wirklichkeit nicht leugnen. Als „La Périchole“ auftritt und ihrem Unmut freien Lauf lässt, bröckelt die schöne Fassade. Der König, betört von so viel Ehrlichkeit, möchte die hübsche Querulantin unbedingt erobern…
Nicolas Stemann inszeniert an der Komischen Oper Berlin, die musikalische Leitung hat Markus Poschner. In den Hauptrollen sind unter anderen Karolina Gumos und Roger Smeets zu sehen.
Sendetermin:
„La Périchole“ – Sozialkritik nach Noten
Operette von Jacques Offenbach zum Auftakt des 3sat-Festspielsommers
Sonntag, 6. Juni 2010, um 20.15 Uhr in 3sat
Zeitgleich zur Fernsehausstrahlung ist „La Périchole“ auch als „Public Viewing“ im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen.
Außerdem:
Am Dienstag, 8. Juni, 21.05 Uhr, setzt 3sat seinen Festspielsommer mit der Live-Übertragung des „Sommernachtskonzerts Schönbrunn 2010“ aus dem Schlosspark von Schönbrunn bei Wien fort. Kompositionen von Gustav Holst, Joseph Lanner, Franz Liszt, Otto Nicolai, Josef Strauss und John Williams, gespielt von den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Franz Welser-Möst stehen auf dem Programm. Solist ist der Pianist Yefim Bronfman.
Weitere Informationen finden Sie unter www.3sat.de









bernd michaelis
ziemlich unerfreuliche aufführung der komischen oper.
Horst Brunk
La Perichole
Was gestern aus der Kom. Oper Berlin gesendet wurde ist,
mit A. Rothenbergers Worten ausgedrückt: S c h u n d !!
Es gibt ja wohl kaum noch Regisseure, die ein Libretto lesen
können und eine werkgetreue Aufführung zustande bringen ?!
Wen interessieren wohl die difusen Ideen eines Regie-Teams ??
Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, das für derartige
Aufführungen immer noch ungeheure Summen an Subventionen
gezahlt werden. Mein Voschlag: Subventionen streichen -
Eintrittspreise kostendeckend. Damit erledigt sich das sogen.
‘ Deutsche Regietheater ‘ vonselbst.
mfg
Jens Dettmer
Grausam!
Ich hatte mich sehr drauf gefreut – und hab mir nur noch entgeistert die Augen gerieben.
Statt GEZ-Gebühren zu kassieren, sollten die Sender Schmerzensgeld an ihre Zuschauer zahlen.
Wirklich unerträglich, ich hab’s mir eine ganze Zeitlang angetan, aber irgendwann ging es einfach nicht mehr.
Ich wünsche diese Regisseuren und Intendaten sehr sehr leere Opernhäuser, vielleicht wachen dann wenigstens die Sänger mal auf und weigern sich.
Seidel,Hans-Georg
Ja, da sind sie wieder die Ordnungsrufe nach dem einen gesunden Operntheater, das dem “gesunden Volksempfinden” verpfichtet ist. Und die Rezepte sind auch schon klar, keine Subventionen, was diesem Volksempfinden widerpricht. Alles schön sauber, nach Sitte und Anstand. Ständig das Gelabere von Werktreue, einem Begriff dessen verbindliche Definition wohl kaum gelingen kann. Das sind die ewig gleichen Rufer mit den gleichen Forderungen, die in jeder Diktatur sofort wüßten wo die “Entarteten” sind. Wie sich die Bilder gleichen. Und das Kuriosum dieser Traditionalisten-Szene ist, daß sie sich in der Regel auf Libretti und sonstiges berufen, aber von der Rezeptionsgeschichte von Opern, deren Verankerung in einem gesellschaftpolitischen Spannungsfeld und vor allem den intellektuellen Vorstellungen des Komponister keine Ahnung haben. Ob das nun bei Wagner ist oder hier mal Offenbach. Sie wissen immer genau was Schund und was die wahre Kunst ist. Dabei ist das einzig hervorragende bei ihnen, der eingegrenzte Denk- und Wahrnehmungshorizont.
Seidel, Hans-Georg
Aus meiner Perspektive kann die Inszenierung den sozialkritischen Aspekt sehr gut herausstellen. Allerdings ist die häufige Unterbrechung des Handlungsgefüges durch Kommentatoren nicht immer glücklich und teilweise im Hinblick auf eine packende interaktionistische Darstellung hinderlich. Herausragend für mich der großartige Chor der gerade auch szenisch überzeugt. Sängerisch sind insgesamt zufriedenstellende Leistungen zu vermerken ohne daß hier aber das Besondere geboten wird. Die Inszenierung bietet einen interessanten Ansatz mit ambivalentem Umsetzungsergebnis.
Aber das Musiktheater lebt eben von der Vielfalt der Konzepte, die im Rahmen der Freiheit der Kunst eben auch zu kontrovers diskutierten Ergebnissen führen müssen. Nur das rein Traditonelle zu lieben, ist legitim, aber nicht alles was die eigene Erwartungshaltung nicht erfüllt, zu diffamieren.
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