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Otto Schenks Wiener „Meistersinger”

30. Dezember 2009
DVD-Cover Wagners “Die Meistersinger von Nürnberg”; (c) medici arts

DVD: Wagners “Die Meistersinger von Nürnberg”; medici arts

Wenig Live-Atmosphäre

Von Richard Eckstein

Gewiss das denkbar größte Kontrastprogramm zu Katharina Wagners virtuos-verquerer Bayreuther „Meistersinger„-Version von 2007: die Produktion von Otto Schenk, die in Jürgen Roses Bühnenbildern und Kostümen bereits 1975 an der Wiener Staatsoper Premiere hatte und sich dort bis vor kurzem im Repertoire befand.

Auf den Gegensatz zwischen Alt und Neu, Traditionellem und Avantgardistischem legte Schenk einst besonderen Wert. Strikt folgte er der Absicht des Dichterkomponisten, dass Walther von Stolzing alles Zeitgenössisch-Fremde verkörpert und die Meistersinger-Gilde mit Beckmesser an der Spitze Erstarrung im künstlerischen Regelkodex symbolisiert.

Wie bei historischen Inszenierungen offenbar nicht zu vermeiden, hat sich beim Sänger-Ensemble eine gewisse Gemächlichkeit – insbesondere was das Schauspielerische angeht – breit gemacht. Vielleicht überträgt sich deshalb die Live-Atmosphäre nicht wirklich durch die DVD.

Wagner: “Die Meistersinger von Nürnberg”
Struckmann, Botha, Eröd, Merbeth, Schade, Thielemann
(medici arts)

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