Waschinski singt Amy Beach

CD "Rendevous. Lieder von Amy Beach"; PHOENIX Edition
Mit larmoyanter Note
Von Teresa Pieschacón Raphael
„Now she is one of the boys„, mussten die Kollegen einräumen, als die amerikanische Komponistin Amy Beach ihre Symphonie op. 32 in Boston der großen Öffentlichkeit vorstellte. Vieles hatte sich die Arztgattin aus New Hampshire, die von 1867-1944 lebte, als Autodidaktin angeeignet – galt bis dahin das Komponieren als reine Männersache. Über 300 Werke entstanden so, darunter auch die Liederzyklen opp. 44, 73. Sie handeln von Liebe, Glück, Vergänglichkeit und Mutterschaft und sind musikalisch epigonal – Schubert, Schumann, Brahms klingen an.
Der Sopranist Jörg Waschinski, von dem bereits „Die Welt„ schwärmte, er sei „der echte Farinelli„, liebt die verzärtelte Geste, die seinem – sehr schönen Gesang – eine larmoyante Note gibt. Das nervt denn ohne Zweifel; Amy Beach, die nach dem Tod ihres Mannes eine engagierte Frauenrechtlerin wurde, war bestimmt nicht das unterdrückt leidende Seelchen.
„Rendezvous„. Lieder von Amy Beach
Meininger Trio, Jörg Waschinski
(Phoenix Edition)









Einen Kommentar schreiben