Die Manufaktur: Porträt der Firma Roeckl

(Foto: Roeckl)

Mit neuer Maßkonfektion kehrt Handschuhhersteller Roeckl zu den Wurzeln des Hauses zurück, das Jacob Roeckl 1839 in München gegründet hatte.

Das Risiko, die langgestreckte, dezent nach Leder duftende Roeckl-Filiale in Münchens Innenstadt unverrichteter Dinge zu verlassen, ist gering. An die 5000 Produkte hängen oder liegen in Glasvitrinen. Mehr als die Hälfte macht dabei das Markenzeichen der Münchner Traditionsfirma aus: Damen- und Herren-Handschuhe für unterschiedlichste Anlässe. Interessant ist der Newcomer, der sogenannte „Touch“-Typ, bei dem eine Beschichtung an Zeigefinger und Daumen das Bedienen von Displays ermöglicht.

"Sowohl Ludwig II. als auch Sissi hüllten ihre blaublütigen Finger in edle Handschuhe von Roeckl."

Roeckl ist ein Haus mit Tradition: Nachdem Jacob Roeckl 1839 einen kleinen Handwerksbetrieb nebst Geschäft eröffnete und später eine eigene Gerberei sowie Färberei dazukamen, baute sein Sohn Christian drei Jahrzehnte später ein Fabrikgebäude für bis zu 1000 Mitarbeiter im Südosten der Stadt. Lohn für so viel Unternehmergeist war 1873 der Titel „Königlich Bayerischer Hoflieferant“, der nicht nur auf dem Papier stand. Sowohl Ludwig II. als auch Sissi hüllten ihre blaublütigen Finger in edle Handschuhe dieses Herstellers. Kein Wunder, dass die Geschäfte dauerhaft florierten und mittlerweile von der sechsten Generation geführt werden. Sie bedient weiter treue Stammkunden, die aktuell in 22 eigenen Läden oder auf zehn Shop-in-Shop-Flächen in Deutschland und Österreich sowie bei weltweiten Vertriebspartnern einkaufen können. Zusätzlich wurde und wird eine neue Klientel akquiriert: Stefan Roeckl erschloss ab Anfang der 70er-Jahre zusätzlich den Sporthandschuh-Bereich, so dass heute Rad- und Skifahrer genauso wie Reiter, Nordic Walker und andere Outdoor-Fans passende Produkte finden. Annette Roeckl, die seit 2003 als erste Frau in der Firmengeschichte auf dem Chefsessel sitzt, komplettierte das Accessoire-Angebot: Nachdem dieses zuvor schon im Strick-Segment in Angriff genommen und dann um Seidentücher erweitert worden war, schickte sie eine Taschen- und Junior-Kollektion an den Start.

Doch bei allem Blick nach vorn verliert sie die Tradition nicht aus den Augen. Als Rückbesinnung auf die Kernkompetenz von Roeckl bieten neuerdings sieben ausgewählte Stores einen Maßanfertigungs-Service an: Vor Ort vermessen Spezialisten die Hände besonders anspruchsvoller Kunden, die auch Ledersorten und -farben, Nahtarten, Futterkategorien, Garne und sogar Saumtypen auswählen können. I-Tüpfelchen der Personalisierung ist ein Einnählabel mit fortlaufender Nummer sowie die Archivierung der Hand-Skizzen unter dem Kundennamen. Dieser Spezial-Service dürfte selbst stolze Besitzer des Nobel-Modells „Royal Peccary“ in Versuchung führen, das aus dem besonders strapazierfähigen Leder südamerikanischer Wildschweine und feinster Wolle gefertigt und laut Münchner Storemanagerin Elena Schlett der „Rolls Royce“ unter den Roeckl-Handschuhen ist. Wer gut auf diese Prachtstücke aufpasst, hat übrigens in einen jahrzehntelangen Begleiter investiert. „Kürzlich kam ein Herr mit solchen Handschuhen zu uns, die 45 Jahre alt und immer noch in gutem Zustand waren“, verrät Schlett, verabschiedet sich und eilt zur nächsten Kunden-Beratung – diesmal auf Russisch.

Zu gewinnen: Roeckl-Maßhandschuhe

Im Zuge des neuen Maßanfertigungs-Service verlost crescendo zwei Paar maßgefertigte Handschuhe. Der Gewinner bekommt einen Maßanfertigungstermin in einer der sieben Roeckl-Filialen und kann sich vor Ort Ledersorten und -farben, Nahtarten, Futter-Kategorien, Garnsorten und -farben bis hin zu Saumtypen aussuchen. Es besteht sogar die Möglichkeit, sich die Handschuhe personalisieren zu lassen. Ein maßgeschneiderter Handschuh von Roeckl hat einen Einstiegspreis von ca. 200 € (mit Haarschaf-Nappa oder Velours­leder). Andere Lederarten sind  teurer und erhöhen dementsprechend den Preis. Bei unserem Gewinnspiel gibt es keine bestimmte Wertvorgabe.
Einfach unten stehende Frage beantworten und bis 24. Dezember 2013 eine Postkarte an Redaktion crescendo, Senefelder Straße 14, 80336 München schicken.

In der wievielten Generation wird die Firma inzwischen von der Familie Roeckl geführt?

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