„Ich habe umsonst gelebt”

Dietrich Fischer Dieskau

War früher wirklich alles besser?

Dietrich Fischer-Dieskau ist einer der berühmtesten Baritone der Welt. Er hat die Geschichte des Liedgesanges neu geschrieben und sich in zahlreichen Opern profiliert. Heute arbeitet er als Dozent. Da er keine Zeit hatte, uns einen Beitrag zu schreiben, haben wir uns mit ihm über die Gegenwart und die Vergangenheit der Oper unterhalten.

Crescendo: Herr Fischer-Dieskau, was hat sich in den letzten Jahren in der Oper verändert?
Fischer-Dieskau: Ich glaube, dass wir noch immer eine Menge guter Stimmen haben. Aber ich befürchte, dass sich die Einstellung zur Oper und zur Kunst im Allgemeinen geändert hat. Ich frage mich zum Beispiel, warum so viele junge Sänger kein Legato mehr singen können – das ist eigentlich die Voraussetzung zum Singen. Vielleicht liegt all das an einem Mangel an Selbstkritik, der unter jungen Sängern sehr ausgeprägt ist. Ich sehe das an meinen eigenen Studenten immer wieder.

Will man heute Star werden statt Sänger?
Auf jeden Fall wird es schwerer, Sänger zu werden, denn meistens lernt man inzwischen, wie laute Töne abgesondert werden und das am besten nach dem Motto: einer nach dem anderen. Das ist natürlich keine Methode, um eine vernünftige Phrase zu artikulieren, geschweige denn, um ein guter Sänger zu werden.

Aber wie kann das passieren, Sie selbst sind doch Dozent …
Es ist ja nicht einmal die Faulheit, denn die Sänger sind sehr fleißig, oft wird sogar sehr pingelig gearbeitet, aber leider nicht in die richtige Richtung. Wir können letztlich nur Anstöße geben. Und die werden leider schnell wieder vergessen, weil von Außen so viel Druck aufgebaut wird. Es tut mir leid, aber ich bin da gar nicht optimistisch.

Was für Druck steht denn auf der anderen Seite?
Da stehen inzwischen ja Heere von Managern hinter den Sängern, die sich einmischen und ein Bild schaffen wollen, das nichts mit den Stimmen zu tun hat. Ich selbst habe nie einen Manager gehabt. Ich halte das für unnütz. Außerdem haben viele Dirigenten kaum noch Ahnung von dem, was sie so treiben und davon, wie etwas gemacht werden sollte.

Ich sitze in der Jury des “Competizione dell´ Opera” in Dresden. Dort zeigt sich, dass Sänger aus Russland und Südamerika sehr gut sind, und dass Asiaten sogar Sänger-Legenden wie Sie imitieren.
Ja, sie imitieren, aber oft fehlt ihnen die Durchdringung der Musik. Es ist ein großes Problem, dass immer weniger Sänger Ahnung von der Sprache haben, in der sie singen – das aber ist die Grundvoraussetzung zur Durchdringung einer Partitur. In vielen anderen Ländern gibt es tatsächlich auch noch lebhafte Gesangsschulen, aber die Tongebung, die dort gelehrt wird, ist für unser Repertoire oft kaum zu gebrauchen.

Was schlagen Sie als Lösung vor?
Vielleicht sollte man sich mehr mit den alten Stimmen auseinandersetzen. Ich sehe, dass kaum noch jemand sich meine Aufnahmen anhört. Die kommen her und wissen einfach gar nichts. Ich finde es erschreckend, dass junge Leute Sänger werden wollen, ohne sich mit den alten Stimmen auseinander gesetzt zu haben. Manchmal sage ich mir, dass ich umsonst gelebt habe, dass es aus ist – vorbei.

Singen erfordert also die Auseinandersetzung mit der Tradition?
Man muss doch herausfinden, welche Sänger in ihrem Tun heute noch zeitgemäß sein können, seinen eigenen Geschmack bilden. Aber es gibt so viele wunderschöne Platten – warum nur werden die nicht mehr gehört? Schließlich ist es doch so: Nur wer Musik zu hören versteht, darf sich erdreisten, Musik zu machen.

Auf den Opernbühnen hat inzwischen das Regietheater Einzug gehalten – was sagen Sie dazu?
Ich halte es für ein Manko, dass die Regisseure sich andauernd erdreisten, den Zeitrahmen der Handlung zu verschieben. Es scheint so zu sein, dass dieses eine Grundvoraussetzung geworden ist, um als Regisseur zu bestehen. Viele Regisseure scheinen Angst zu haben, altmodisch zu wirken. Sie erkennen nicht, dass die Voraussetzung für eine richtige Wiedergabe im historischen Teil der Oper liegt. Wenn sich die Sänger auf der Bühne in der richtigen Atmosphäre befinden, ein bisschen von der Luft schnappen, die zur Entstehungszeit der Werke herrschte, ist es viel leichter, den Geist der Opern zu erfassen.

Sie hören sich sehr pessimistisch an.
Das bin ich leider auch, weil ich beobachte, dass sich die Opernhäuser mit der Aktualisierung selbst einen Strick um den Hals legen. Sie stellen die Stücke nicht mehr so dar, wie sie gemeint sind. Es herrscht das Primat der Originalität, nicht der historischen Verantwortung.

Wie sind Sie selbst an eine neue Opernproduktion herangegangen?
Ich habe mich schon lange vor den Bühnenproben mit den Stücken beschäftigt, bis sie mir in Leib und Seele übergegangen waren. Heute ist da viel Egoismus und Selbstinszenierung im Spiel. Man muss die Kritikfähigkeit am eigenen Organ ausbilden und sich bewusst darüber werden, welche Farben man zur Verfügung hat und welche man einsetzen kann, um eine Rolle zu gestalten. Es geht erst einmal um den Urzustand der von sich gegebenen Töne. Jener Töne, die entstehen, ohne dass man das Gehirn einschaltet. Sie sind die Basis des Singens.

Haben Sie in Proben neue Blicke auf Rollen bekommen?
Nur von der darstellerischen, nicht von der musikalischen Seite. Wenn Karl Böhm gesagt hat, “Wenn Sie da weggehen, kann ich Sie nicht sehen”, dann war das o.k. Aber in der Regel habe ich bei ihm die Arbeit mit dem Orchester mitbekommen. Die war hochinteressant. Böhm traute sich allerdings nicht, den Sängern viel zu sagen.

Mit welchen Regisseuren haben Sie gern zusammen gearbeitet?
Mit Regisseuren, die das Stück auswendig konnten, die jedes Wort und jede Note kannten. Das finden Sie ja heute gar nicht mehr. Rudolf Hartmann hat in München etwas altbacken inszeniert, aber er war ein überlegener Verwalter der Oper. Ponnelle, Rennert, das waren Persönlichkeiten, die es heute gar nicht mehr gibt. Da habe ich auch manchmal von der Bühne gerufen: “Wozu?” – aber es kamen immer Antworten. Heute sind Regisseure oft Diktatoren, die nichts auf sich zukommen lassen, sondern alles so haben wollen, wie sie es sich am Reißbrett ausgedacht haben.

Gehen Sie selbst noch in die Oper?
Selten. Ich ärgere mich meist so sehr, dass ich in der Pause verschwinde. Mir gelingt es nicht mehr, das, was ich sehe und höre, mit dem Stück, das gegeben wird, in Verbindung zu bringen. In Bayreuth ist von der alten Gesangsschule nichts übrig geblieben. Und es fängt ja schon damit an, dass viele Dirigenten nicht mehr den Mut haben, sich in der Stellprobe zu beschweren, dass irgendeine Position auf der Bühne die klangliche Qualität beeinträchtigt. Dann fehlt da am Ende natürlich etwas.

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Kommentare

  1. Christoph M.
    16. Mai 2007 at 12:29

    Vielen Dank für die offenen Worte. Im derzeitigen Opernbetrieb hat man oft den Eindruck an der Aufführung von “Der Kaisers neue Kleider” beizuwohnen – oder aber den “Tagesthemen”. Und wenn das Publikum sich abwendet, so ist es dumm oder hat den “Kulturauftrag” des Theaters nicht verstanden. Und Ihnen, Herr Fischer-Dieskau, möchte ich ganz persönlich versichern, dass Sie nicht umsonst gelebt haben, denn mit Ihrem Gesang haben Sie mir schon viele unvergessliche und schöne Stunden bereitet!

  2. Ludwig Mertersmann
    17. Mai 2007 at 08:42

    “Fischer-Dieskau: Ich sehe, dass kaum noch jemand sich meine Aufnahmen anhört.”

    na endlich wissen wir woran es liegt.

  3. Vivian Zatta
    12. Juni 2007 at 15:54

    Wer hat so viele Stimm-Farben, eine so gute Aussprache und ein Gefühl für Phrasierung und Legato wie Herr Dieskau?
    Meines Erachtens niemand.
    Ich bin selbst Bariton und ich kann Herrn Dieskau versichern, dass er als Vorbild ewig leben wird;
    in mir und in anderen Sängern und Musikfreunden.
    Di Fi Di lebe hoch !!!!

  4. Arno Crombach
    25. August 2007 at 18:31

    Herr Fischer-Dieskau, den ich seit seinen Anfängen an der Städtischen Oper Berlin (1946ff) bewundern und verehren konnte, war bis vor kurzer Zeit der unbestrittene, einmalige Interpret von Oper und Lied.
    Leider hat er an seinem Heiligenschein durch sein persönliches Auftreten zu stark mitgewirkt und die Blätter seines Lorbeerkranzes beginnen allmählich zu verwelken…-
    Gerade lese ich das Buch von Thomas Quasthoff, den ich ebenfalls von seinen ersten Auftritten in der Provinz her kenne.
    Tut mir leid, Herr F.-D.: der will kein Heiliger sein, der ist “einfach groß” und als Mensch mir unbedarftem Konsument der hohen Kunst doch näher.

  5. Gerhard Rompf
    17. September 2007 at 13:44

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,

    als Bariton, der erst in einem höheren Lebensalter Gesangsunterricht genommen hat, orientiere ich mich sehr stark an Ihrer Gesangskunst. Egal ob Phrasierung, Legato, Dynamik oder das äußerst geschickt eingesetzte Rubato – es stimmt einfach alles. Jede CD von Ihnen, die ich besitze ist für mich wie ein aufgeschlagenes Lehrbuch des Gesangs. Ich werde noch sehr lange sehr viel von Ihnen lernen.

  6. Oliver Winters
    22. September 2007 at 10:14

    Dear Mr. Fischer Dieskau,

    Rest assured that your life has not been in vain. One of my most cherished recordings, your Winterreise with Gerald Moore has been a faithful friend to me for decades, and I still grab up every recording of yours I can find. Apart from being simply a thing of great beauty, your singing is state of the art and an education in the way it should be done. Thank you very much!

  7. D. Hauser
    11. Oktober 2007 at 20:33

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,
    umsonst haben sie gewiß nicht gelebt.
    Ich bewundere Ihre Darstellung des Don Giovanni in diversen bekannten Aufnahmen – bisher unerreicht m.E.
    Sie waren, sind und bleiben einer der ganz Großen!

  8. Peter Meiser
    18. Oktober 2007 at 14:30

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,
    in Uelzen durfte ich Ihren vorletzten öffentlichen Auftritt als Liedersänger mit der “Winterreise” erleben.War Ihre Interpretation allein schon ein Hochgenuss, so war die Begegnung mit Ihnen nach dem Liederabend für mich tief beeindruckend. Sie bleiben für mich und meine Schüler, die ich unterrichte, immer ein herausragender Sänger!

  9. Jan Schmidt
    21. Oktober 2007 at 21:46

    Lieber Fischer-Dieskau,

    als ich Ihre Stimme zum ersten Mal hörte war ich fasziniert. Heute – viele Jahre später bin ich noch immer begeistert. Sie haben die “Winterreise” zum Leben erweckt.

    Danke!

    Jan Schmidt

  10. Theodorus
    4. Dezember 2007 at 00:23

    “Es herrscht das Primat der Originalität, nicht der historischen Verantwortung.” Leider ist dieser Satz wohl auf beinahe jegliche Art der klassischen Musik – Komposition wie Interpretation – zu münzen..

  11. Wolfgang Baumann
    19. Juni 2008 at 11:47

    Lieber Herr Fischer-Dieskau,
    erschüttert bin ich über Ihren Pessimismus und Ihre Mutlosigkeit. Für mich als Sänger sind und bleiben Sie, auch durch die reichhaltige Diskographie, immer ein Quell der Inspiration und reichhaltiger Fundus für Interpretationsansätze. Gerne höre ich Aufnahmen identischer Werke aus Ihrem Schaffen, die weit auseinanderliegenden sie belegen Entwicklung und Reifung und die Tatsache, dass sich Musik mit uns weiterentwickelt, aber eben und da stimme ich Ihnen zu, die (stimmliche) Basierung muss vorhanden und tauglich sein.
    Danke für Ihre vielfältigen Hifestellungen.

  12. Christoph Berndt
    24. Juni 2008 at 00:43

    “. . . denn meistens lernt man inzwischen, wie laute Töne abgesondert werden . . . ”

    Und dann gibt es noch obendrein die modische Unart SängerInnen und Orchester in Fußballarenen wie in Schalke nach Pop-Art gigantomanisch verstärkt darzubieten – jede feine Färbung des Klanges und der Stimmen geht verloren.

    Menschliche Stimmen gehören in Räume, die es einer solchen Stimme auch erlauben ohne elektroakustische Verstärkung mit ihrer natürlichen Dynamik den Saal ganz auszufüllen.

  13. Ernst-Ulrich Fahrenberg
    14. November 2008 at 19:28

    LieberHerr Fischer-Dieskau,
    als 15-jähriger hörte ich Sie zum erstenmal, als Don Giovanni unter Friscay,leider nur auf der Schallplatte während unseres Musikunterrichts.Ihre Sängerpersönlichkeit und Ihre Stimme hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und noch heute sammele ich CD mit Ihnen.Ich knnte Sie leider nur einmal in der Deutschen Oper Berlin als Graf Almaviva(unter Böhm) bewundern,ich erinnere mich aber noch genau, dass i ch immer den Spielplan der Oper nach Ihrer Mitwirkung durchstudiert hatte, aber leider gab es dann keine Karten in einer für mich erschwinglihen Peisklasse mehr.
    Ihnen wird heute zum Vorwurf gemacht, dass Sie zu viele Partien auf CD übernommen hätten und dass Sie in späteren Aufnahme zu sehr zum Manierismus neigen würden. Das kann ich in keiner Weise nachvollziehen, nur war und ist)Ihr Gesang eben nicht nur reine Schönsingerei ohne Tiefengehalt – aber das scheint dem heutigen Zeitgeschmack offensichtlich mehr zu entsprechen.

  14. Felicitas Eickelberg
    1. März 2009 at 01:12

    Lieber Herr Fischer-Dieskau,

    danke Ihnen sehr für diesen Artikel. Sie sprechen mir aus der Seele.
    Aber ich finde nicht, dass Sie umsonst gelebt haben. Uns jungen Liedbegleitern haben Sie damals in Ihren Kursen viel auf den Weg mitgegeben, und wenn ich heute ein Lied von Schubert arbeite, dann höre ich mir immer erst Ihre Version in der Gesamtaufnahme an.
    Was wäre unsere kleine Welt ohne Sie und Ihre Visionen von der Musik.Ich jedenfalls versuche, die Fackel bei meinen Schülern und den jungen Sängern weiterzutragen..
    mit herzlichem Gruss Felicitas Eickelberg

  15. Bernd Behr
    17. Mai 2009 at 14:26

    Der klassische Lied-Gesang ist schwierig. Die Balance vor allem zwischen dem musikalischen Gefühl und der übergeordneten Intellektualität. Ich war vor langer Zeit selber mal Theatersänger, und es gehört zu meinen interessantesten Erinnerungen, wie wir jeweils während der Zwischenpausen Ihre jüngsten Interpretationen erörterten. Einer der Diskutanten war übrigens Anton “Toni” Theisen, der – viel zu wenig bekannte und leider früh verstorbene – Ausbilder von Waltraud Meier. Dieser Fischer-Dieskau stand weit, weit oben, das war dabei vorweg unbestritten. Aber gerade dies war es, was die Suche nach eventuellen Mängeln lohnte. Ob wir welche fanden? Aber ja doch. Minimalien, gewiss! Und hauptsächlich welche, die Ihrem erhöhtem, oftmals überzogenen Anspruch geschuldet waren. Conclusio: Wir haben daraus einiges, um nicht zu sagen: viel gelernt.
    NB: Meine Karriere betreffend. Es gab keine. Meine Lehrerin – eine vormals bekannte Sopranistin – hatte meine stimmliche Basis dergestalt vermurkst, dass selbst Toni Theisen sie nicht mehr dauerhaft bereinigen konnte. Schwacher Trost: Fälle wie den meinen gibt es unzählige.

  16. Frauke Sveceny
    6. Juni 2009 at 15:37

    Lieber Herr Kammersänger,
    lange schon wollte ich Ihnen – auf dem Postwege – geschrieben haben. Aber nun, als Neu-Rentnerin, bin ich auch privat online und finde Ihren Chatroom. Noch als Gymnasiastin in Bielefeld in den frühen 60ern konnte ich Sie in der Rudolf-Oetker-Konzerthalle mit Brahms’ “Frauenliebe und Leben” bewundern. Ihre Frau Mutter war dabei, und ich durfte ein Autogramm auf meiner LP-Kassette (Gerald Moore als Begleiter) von Ihnen bekommen. Habe für Sie auch gemalt, und Sie quittierten das Ergebnis mit dem Hinweis, schade “soviel Talent an die Kopie eines Bildes verschwendet zu sehen”. Nun ja, unsere Leben sind sukzessive in ihren Erfordernissen verflossen, aber die Erinnerungen sind so frisch – Ihre Bedenken bezüglich der Akzeptanz der “reinen Lehre” möchte ich nicht teilen, denn – jede Zeit, jeder Zeitgeist gebiert ihre/seine eigenen “Wahrheiten”. Niemand, ja wirklich niemand hat jemals “umsonst/vergeblich” gelebt. Allein die Tatsache, das ich Sie als junge Schülerin wirklich, wirklich platonisch lieben durfte, war’s “wert”. Mein philosophischer Kern seit damals, nach dem Hören Ihrer Interpretationen von Mahlers Liedern, “ich bin der Welt abhanden gekommen”. Das war kein Fehler, sondern Rettung in allen Lebenslagen, stets den Sinn des Lebens nicht aus dem Blick zu verlieren.
    Lieber Herr Kammersänger, keine trüben Gedanken bitte, denn die ganze Welt hat sie im Herzen, wenn das nichts ist!!!!
    Ihre Frauke Sveceny, geb. Jung
    PS: Ihr lieber Herr Warnecke (???) hat die eine oder andere Antwortkarte an mich Schwärmerin gesandt…

  17. Frauke Sveceny
    8. Juni 2009 at 12:18

    Korrektur zu meinem Eintrag vom 06.06.2009
    Nicht “Frauenliebe und Leben” (Schumann), sondern Brahms’ “Die schöne Magelone” kam seinerzeit zur Aufführung…

  18. Barbara Dresp
    9. September 2009 at 21:54

    Sehr geehrter Herr Fischer- Dieskau, bedenken Sie, dass Sie mir und vielen anderen mit Ihren Liedinterpretationen soviel Freude gemacht haben und noch immer machen. Umsonst gelebt? Nein, mit Sicherheit nicht. Erst kürzlich habe ich Sie als Saul gehört, eine Aufnahme mit Nicolaus Harnoncourt, weil ich die Arien des David gelernt habe.
    Auch Ihre gesamte Schubert-Ausgabe habe ich mir geschenkt.
    Das Legato kann man da wirklich studieren. Ich verstehe nicht, warum die Nasa nur die Stimmaufnahme von Frau Schwarzkopf ins Weltall katapultiert hat. Ihre müsste sofort hinterher, natürlich mit der “Winterreise.”
    Sie sind mir als Lehrer und Künstler immer gegenwärtig.
    Herzliche Grüsse Barbara Dresp

  19. Peora
    10. September 2009 at 17:43

    Offen gestanden halte ich solche Aussagen eines Künstlers der genau weiß, daß er zu den Besten seiner Zunft gehört für Koketterie. Die sei ihm gestattet, aber ich denke nicht, daß man ihn vom Gang ins Wasser abhalten muß.
    Wenn man den jungen Sängern im Interview genau zuhört, hört man, daß viele durchaus ältere Stimmen zum Vorbild haben. Im Liedgesang wird immer wieder, und völlig zu Recht, z.B. Fritz Wunderlich genannt.
    Im Übrigen hat er natürlich mit vielem Recht, aber es ist ja nun nicht so, als ob es heutzutage nur noch stimmpotente Schreihälse und Waldbühnenkonzerte gäbe (die mit seriöser Operndarbietung soviel zu tun haben wie Tiefkühlpizza mit italienischer Küche, aber ab und an dennoch viel Spaß machen können).
    Wenn es um Regisseure geht die „die das Stück auswendig konnten, die jedes Wort und jede Note kannten“ fällt mir ganz spontan Willie Decker ein, auf den all das in bewundernswerter Weise zutrifft, und der großartige Inszenierungen erarbeitet hat.
    Aber es stimmt schon daß es auf der anderen Seite jede Menge Kollegen gibt, die kaum den Titel des Stückes zu kennen scheinen daß sie abschlachten und bei denen es folglich keine Rolle zu spielt, ob sie sich nun über die Zauberflöte, die Traviata oder Eugen Onegin hermachen, da ihnen ohnehin außer den immer gleichen Albernheiten (sich widerholende Bewegungsabläufe, starrer Blick ins Publikum, grelles Make-up, leere Bühne) nix einfällt.

  20. Barbara Dresp
    29. September 2009 at 00:16

    Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich in meinem Beitrag etwas Falsches geschrieben habe. Es war nicht der Gesang von Frau Schwarzkopf, sondern die Gesangstimme von Frau Edda Moser.
    Entschuldigung.
    Viele Grüsse Barbara Dresp

  21. Ursula Rissmann-Telle
    2. Oktober 2009 at 13:51

    Lieber DiFiDi (die Abkürzung gefällt mir), Ihre Interpretationen sind Teil meiner musikalischen Sozialisation. Auch heute reißen sie mich mit, beispielsweise Ihre Interpreation des “Erlkönig”. Die “Winterreise” gerade in Ihrer Fassung ist für mich weiterhin ein Muss – durchaus neben Interpretationen jüngerer Sänger – und es macht mich nach wie vor ganz fertig, sie zu hören = ich bin ganz von dieser Musik gefangen, wenn ich sie und Sie höre. Ihren Kulturpessimismus kann ich gut nachvollziehen, ich hoffe aber, dass dieser Trend zur Spektularität und Oberflächlichkeit bald so sehr in die Sackgasse führen wird, dass sich die Menschen und die Kulturschaffenden auf die “alten” Werte besinnen, zu deren Vertreter Sie gehören.
    Alles Gute für Sie und Frau Varady

  22. Siegfried Schmidt
    6. November 2009 at 11:05

    Werter Herr Fischer-Dieskau, ich finde, daß Sie schon deshalb nicht umsonst gelebt haben, da Sie schon vor 62 Jahren für “Capitol Dora” (Italien 1947) kreativ tätig waren; sicherlich zur Freude Ihrer Mitgefangenen. Ich war damals nicht dabei, habe aber “eindeutige Beweise”!
    Das gibt der bisherigen Debatte (siehe alle bisherigen Mails) eine neue Richtung.
    Mit besten Grüßen S.Schmidt.

  23. Paul Kern
    13. November 2009 at 02:56

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,
    Sie bedeuten mir eine Welt!
    Da können Sie doch bitteschön nicht umsonst gelebt haben.
    Mit den aufrichtigsten Grüssen,
    Paul Kern

  24. Ursula Günther
    22. November 2009 at 13:23

    Lieber Dietrich Fischer-Dieskau, Ihre “Winterreise” hat mich seit etwa meinem 20. Lj. durch etliche Tiefen geleitet und getröstet. Im Nachhinein könnte ich sagen: getröstet hat mich, daß man solchen seelischen Verfassungen, in die jeder Mensch irgendwann einmal geraet, Laut und Wort und affektiven Inhalt geben kann, daß jemand vor einem selbst dem Laut und Wort und affektiven Inhalt gegeben und dies zu einer Einheit gebracht hat, und man somit doch nicht allein und ohne Hoffnung ist. Alle nachfolgenden Interpretationen erschienen mir unzureichend. Danke! Ursula Günther, inzwischen 63 J alt.

  25. Georg Peter
    23. Dezember 2009 at 18:08

    Sehr geehrter Herr Fischer- Dieskau,
    vielen Dank für das interessante Interview.
    Ich besitze sämliche Schubert- Lieder von Ihnen und Gerald Moore und bin immer wieder begeistert. Sie sind zeitlos perfekt interpretiert und musiziert ! Herausragend ist aber auch Ihr Tannhäuser / Konwitschny, sowie Ihr Telramund / Kempe (vor allem im Duett mit Christa Ludwig) ! Besser kann und wird man das nicht singen !
    Grüße und Gesundheit ! Georg Peter

  26. Melitta Kessaris-Manowarda
    31. Januar 2010 at 22:43

    Hochverehrter Herr Fischer-Dieskau,
    Ihr wundervoller Gesang begleitet mich seit meiner Jugend und hat mich oft “in eine bess’re Welt entrückt”.
    Es mögen vielleicht die Gesangsstudenten Ihre Aufnahmen nicht so fleißig hören, aber in meinem großen Bekanntkreis kenne ich Niemanden, der Sie nicht vergöttert!
    Bleiben Sie uns ewig erhalten.
    Melitta Kessaris-Manowarda

  27. Rita Weber
    11. Februar 2010 at 13:35

    Lieber Herr Fischer Dieskau, meine Enkel Benjamin (19) hat mir die Winterreise, die schöne Müllerin und den Schwanengesang von Ihnen und Gerald Moore ( EMI ) wieder ins Gedächnis gerufen. Wir Beide haben ein paar wundervolle Stunden gehabt – einmalig. In Allgemeinen stimmt unsere Musik-Geschmack nicht überein. Danke

  28. Thomas Richard Schild
    7. März 2010 at 22:18

    Widerspruch, verehrter Herr Fischer-Dieskau!

    Sie haben Generationen gelehrt, was genial-kluger Umgang mit Musik und Text ist – und diese sind dankbar.

    Ich kann Ihnen nur versichern, dass Sie mir unendlich Vieles im Umgang mit Liedern beigebracht – und ich beschränke mich aufs Hören – und aufs Lesen Ihrer Bücher. Sie waren, sind und bleiben mein Maßstab für den Umgang mit Musik – für immer! Dafür danke ich Ihnen herzlichst.

    Im wahrsten Wortsinn: Hochachtungsvoll

    Thomas R. Schild

  29. Norbert M.
    12. März 2010 at 13:03

    Soeben habe ich “die schöne Müllerin”, von Ihnen gesungen angehört. Ein einmaliger Kunstgenuß! Wer dergleichen schafft, hat nicht umsonst gelebt.

  30. de Meutter
    27. Mai 2010 at 12:19

    Wue kaan ich diesen begnaten Künstler zu seinem 85. Geburtstag gratulieren und mich bednaken für die unvergeßlichen die er uns geboten hat ?
    Ich finde nirgends eine Kontaktadresse.

    Robert de Meutter
    Brüssel

  31. Diederich Lüken
    28. Mai 2010 at 13:27

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,

    es ist mir ein großes Anliegen, den vielen Glückwünschen zu Ihrem 85. Geburtstag auch den meinigen hinzuzufügen. Sie begleiten mich während der letzten 45 Jahre meines Lebens mit Ihren wunderbaren Aufnahmen von Arien und Rezitativen aus den Werken Bachs, mit Ihren Schubert-, Schumann, Brahms- und Wolf-Aufnahmen, nicht zu vergessen Mahler und viele andere. Damit haben Sie mein Leben bereichert, mir Trost gespendet und Stunden intensiver musikalischer Freude beschert. Dafür sei Ihnen von Herzen Dank gesagt.

    Ich wünsche Ihnen Kraft und Segen für das neue Lebensjahr. Bleiben Sie uns noch lange erhalten!

    Mit herzlichem Gruß,

    Ihr
    Diederich Lüken

  32. marie-Luise Schweg
    29. Mai 2010 at 09:13

    Herzlichen Glückwunsch dem großen Sänger, der uns die Lieder wieder zu Gehör brachte. Unvergessen! Viele Grüße und Dank Marie-Luise Schweg

  33. Magdalena Finzel-Greiner
    1. Juni 2010 at 11:35

    Lieber Herr Fischer-Dieskau
    Sie gehören zu meiner Kindheit und Jugend und zwar nicht wegen der Opern und auch nicht wegen der wunderbaren romantischen Liedinterpretationen, die ich erst später kennenlernte. Meine musikalische Sozialisation war barock, mit Bach, Telemann etc. Ihre Interpretation der Bachkantaten (Ihre Kaffee- und Bauernkantate sind für mich immer noch die schönsten) und die bisher absolut unübertroffene Kanarienvogelkantate von Telemann gehören zu meiner Gemütsbildung. Und wenn einem jungen Sänger im Radio anzuhören ist, dass er sich mit Ihnen beschäftigt hat – das gibt es wirklich! – dann freut mich das.
    Schon Sokrates hat gesagt: “Die Jugend von heute….”. Also verzweifeln Sie nicht! Es wird! Weiterhin!
    Ganz lieben Gruß und herzlichen Dank und die besten Segenswünsche zum 85. Geburtstag
    Magdalena Finzel-Greiner

  34. renate burtscher
    2. Juni 2010 at 12:06

    mir sind die Tränen gekommen, beim Lesen der KOmmentare und Ermunterungen. Nein, er hat nicht umsonst gelebt.
    Nun ist er gerade 85 geworden und ich bin dankbar, weil er mir das Tor zum Liedgesang aufgemacht hat- und ich höre mir immer wieder, immer mit neuem Gewinn die Aufnahmen an mit ihm, mit Schreier, mit Mathis. Aber es gibt absolute Lichtblicke heute: zwei Beispiele: Werner Güra, Christian Gerhaher- da ist Legato, Phrasierung, Durchdringung, gefühlte Lyrik, Stimmnuancierung, Farbenvielfalt.
    Beste Grüße,
    Renate Burtscher

  35. Jonathan Schilling
    8. Juni 2010 at 20:19

    Fischer-Dieskau hat in allen Punkten recht! Leider!
    Ich als 17-jähriger höre mir fast nur Platten von ihm, Peter Schreier, Christa Ludwig und Elisabeth Schwarzkopf an, fürchte allerdings, dass ich einer der wenigen (erst recht in meiner Altersklasse) bin.
    Nur in einem Punkt hat er unrecht. Mir sind fast die Tränen gekommen, als ich las, dass Fischer-Dieskau glaubt, er habe umsonst gelebt.
    Nichts desto Trotz hat dieser große Sänger recht in Sachen Regiethater. Vor einiger Zeit habe ich ein Praktikum an der Oper gemacht und durfte bei Parsifal-Proben dabei sein. Wie habe ich mich geärgert, dass Kundry dem Protagonisten bei den Worten “Nimm dieses Horn voll Wasser” einen Aprikosen-Milkshake reicht; die Handlung wurde unter eine zerbrochene Autobahnbrücke verlegt.
    Vielen Dank, sehr geehrter und geschätzter Herr Fischer-Dieskau, vielen Dank für dieses Interview! Sie sind unvergessen und werden es bleiben!

  36. Helmut Bückmann
    23. Juni 2010 at 23:41

    Die Selbstbeweihräucherung des Herrn Fischer-Dieskau ist unerträglich. Was will er eigentlich? Er hat doch wirklich genug verdient und genug Anerkennung gefunden für seine unbestrittene Leistung. Wenn ich bei Saturn in Köln in den CDs wühle, finde ich massenhaft die sattsam bekannten Aufnahmen in immer neuen “best-of”-Aufgüssen zum Ramsch-Preis von z.B. 4,99 €.. Damit wird den aktuellen Sängern der wirtschaftliche Boden entzogen!

  37. Hans Reimert
    21. Juli 2010 at 14:54

    Lieber Herr Fischer-Dieskau, lieber Herr Kammersänger,
    vorab noch nachträglich herzliche Glückwünsche zu Ihrem
    85.Geburtstag. Ihr Ausspruch ” Ich habe umsonst gelebt”
    ist absolut falsch. Sie begleiten meine Frau und mich seit fast
    fünfzig Jahre und Ihre Kunst ist immer noch hochaktuell. Obwohl
    wir auch gerne junge Sänger anhören oder deren Konzerte besuchen, die zum Teil auch bei Ihnen studiert haben.
    Ihre Konzerte die wir erleben durften, werden uns bis an unser Lebensende nahe bleiben. Auch unserem heute 33-jährigen
    Sohn konnten wir Ihre Kunst nahe bringen.
    Von wegen “Ich habe umsonst gelebt” auch ein Sänger von
    Ihrem Rang kann Unsinn reden.
    Meine Frau und Ich wünschen Ihnen noch viele gute Jahre.
    Hans und Annliese Reimert

    • Josef Fosselmann
      1. Dezember 2013 at 15:18

      Herr Bückmann, halten Sie bitte zur Person Fischer-Dieskauf die Schnauze, Danke.

  38. Gedugat
    23. Juli 2010 at 22:40

    Alles endet, was entstehet.
    Alles, alles rings vergehet,
    denn die Zeit flieht, und die Sonne sieht,
    das alles rings vergehet,
    Denken, reden, Schmerz und Wonne;
    und die wir zu Enkeln hatten
    schwanden wie bei Tag die Schatten,
    wie ein Dunst im Windeshauch.
    Menschen waren wir ja auch,
    froh und traurig, so wie ihr,
    und nun sind wir leblos hier,
    sind nur Erde, wie ihr sehet.
    Alles endet, was entstehet.
    Alles, alles rings vergehet.

    Hugo Wolf – Michelangelo Lieder
    Zumindest als Wolf-Interpret ist FiDi bis heute unerreicht
    und wird uns noch lange Zeit in Erinnerung bleiben.

  39. Fritz Marti
    29. Juli 2010 at 11:08

    Lieber Dietrich Fischer – Dieskau!
    Endlich bietet sich mir die Gelegenheit Ihnen zu danken für
    so viel musikalisches Herzblut!!! Zu meinem 16. Geburtstag schenkte mir meine Mutter die Winterreise mit ihrem göttlichen Begleiter Gerald Moore. 60 Jahre später ist mir Ihre
    wundervolle Stimme immer wieder gegenwärtig…ich danke zum Himmel dass ich immer wieder in diese Wunderwerke hineinhören darf!! In Zürich habe ich fast alle Ihre Konzerte erlebt…Danke!!!

  40. Ingeborg Horn
    28. August 2010 at 22:53

    Lieber Dietrich Fischer-Dieskau! Ich habe einmal gelesen: Sie hatten als Kind einen Bruder. Sie haben mit ihm ein Zimmer geteilt. Ihr Bruder konnte nicht sprechen, hatte epileptische Anfälle, ist nicht alt geworden. Hat er umsonst gelebt? Irre ich mich, wenn ich glaube zu hören, daß, wann immer Sie sprechen, singen, dieser Bruder mitspricht, mitsingt? Wie wollen Sie wissen, in wieviel Menschen, in wessen Stimme, in wessen Sprache Sie ein Leben lang mitsingen werden? Herzlichen Gruß

    • Gehtniemandenwasan
      15. November 2014 at 21:10

      Mir kommen gleich die Tränen.

  41. zaire
    9. September 2010 at 13:14

    Sehr geehrter Herr Dietrich Fischer-Dieskau,
    über Maarten ‘t Hart’s Hörspiel
    “Das Wüten der ganzen Welt” bin ich auf
    die elektrifizierende und betroffen machende Sequenz aus
    Mozart’s “le nozze di Figaro” “Contessa, perdono…” geworfen worden. Jetzt habe ich auf you tube alle zur Verfügung
    stehenden Versionen dieses Finales angeschaut und bin
    hin und weg von Ihrer Stimme und Ihrer Darstellung, genauso
    wie von der Ihrer Partnerin Dame Kiri Te Kanawa.
    So etwas Schönes, so etwas Schönes……
    Es kommt mir die Freude am menschlichen Können und Ausdruck seit Langem wieder zu Bewusstsein.
    Dank für diese Erfahrung
    (Ich habe sonst keine Ahnung von klassischer Musik)

  42. Tilman Hausherr
    10. Dezember 2010 at 22:14

    Sehr geehrter Herr Fischer-Dieskau,
    Ich habe Ihre Aufnahmen in youtube “entdeckt”, besonders die Aufnahmen von 1978 haben mir sehr gefallen. Es war also nicht umsonst – diese Aufnahmen sind entstanden lange bevor das Internet für die Massen verfügbar war, und finden nun ein ganz neues Publikum.
    Die Kritik an der Unsitte, den Zeitrahmen der Handlung zu verschieben, ist leider absolut berechtigt. Das ist eine Folge der vielen Subventionen, besonders in Berlin, wo auch der grösste Unfug bezahlt wird, egal ob es gefällt oder nicht. Das spielt ohnehin keine Rolle, da ja niemand aufspringt und schreit “Aber der Kaiser ist ja nackt!”.
    Herzliche Grüsse
    Tilman Hausherr

  43. gina trichter
    28. Januar 2011 at 11:46

    sehr geehrter herr dieskau!
    bei all ihrem pessimismus, ich finde ihre aussagen sehr arrogant, denn beileibe sind sie nicht der einzig gute sänger der mein herz und das herz anderer leute erquickt, und dazu sollte musik dasein, dass sie ans herz rührt und nicht im ausinterpretieren einzelner muskelfasern des stimmapparats endet! ich habe sie als jugendliche in der winterreise sehr sehr oft gehört und je älter sie wurden und die winterreise immer neu interpretierten umso weniger zu hören war sie, da sie leider jedes!!! wort ausgemalt haben und die grosse Phrase des Leidens in der winterreise dadurch verloren, es war immer unechter und immer weniger authentisch.
    ich sehe der zukunft der sängerriege optimistisch entgegen. und es gibt sie, die neuen jungen sehr sehr guten sänger! entgegen ihrer meinung, vielleicht sollten sie ihren fokus wieder öffnen, indem sie sich von ihrem geschaffenen monolithendasein verabschieden.
    sie waren ein toller sänger aber nicht der einzige!
    und bekanntlich will der mensch ja immer der erste und der letzte und der einzige sein, das tut mir leid für sie!

  44. Hans-Georg Sebel
    4. Februar 2011 at 03:29

    04.03.11
    Sehr geehrter Herr Fischer-Diekau!
    Mit Ihrem Artikel haben Sie mir aus der Seele gesprochen.
    Ich habe im 8.Lebensjahr angefangen zu singen(Kinderchor).Ab dem 14.Lebensjahr entdeckte ich meine Liebe zum Theater = Oper, habe dann als Extrachor-Mitglied im Stadttheater mitgewirkt.Während dieser Zeit gab es noch richtige schöne Inszenierungen mit ganz toll dazu passenden Bühnenbildern und Kostümen.Ich habe während dieser Zeit durch einen Bariton privat Gesangsunterricht bekommen, wobei gerade auf sehr legate Tonführung geachtet wurde.Während dieser Zeit(1958-1967) erfolgte auch eine Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule.Leider konnte ich wegen gleichzeitiger Ableistung des Wehrdienstes und aus finanziellen Gründen kein Studium mit Ziel meines Berufswunsches,Opernsänger zu werden,verwirklichen.Ich habe dann nach achtjährigen Wehrdienst in verschiedenen Oratorien-,Kammerchören bis 1989 gesungen, was ich aber wegen privater Bindungen,dann bis zum letzten Jahr eingestellt habe. Nun,im Alter von 67 J., singe ich wieder und lasse meine bassbaritonale Stimme bei dem Leiter der “Singakademie Almaviva” hier in meinem Wohnort Soest weiter ausbilden,wobei auch wieder einer der Schwerpunkte das Legato-Singen ist.Als Opernliebhaber unternehme ich sehr viele Opernbesuche,teilweise auch Opernreisen ins Ausland, wobei ich mich genau,wie Sie auch, über diese ,meiner Meinung nach nicht passenden modernen Inszenierungen einschließlich der Bühnenbilder und Kostümierung des meistens klassischen Opernstoffes,sehr oft ärgere.Ich suche dann immer die Diskussionen mit den entsprechenden Personen,die dann aber meistens nach einiger Zeit mit fast immer den gleichen Ausspruch dieser Personen enden: “Das ist unsere künstlerische Freiheit!”,was für mich natürlich nicht befriedigend ist.Nun habe ich aber als Ausgleich mehrere Schallplatten mit Aufnahmen von Ihnen, sowie die 20 CD enthaltene Edition der Deutschen Grammophon ,die wohl anläßlich Ihres runden Geburtstages erschienen ist.Diese Aufnahmen hinterlassen jedesmal beim Hören einen großen gewaltigen Eindruck von Ihrer künstlerischen Lebensleistung., Dafür mein besonderer Dank an Sie. Herzliche Grüße Hans-Georg Sebel , Email: h.g.sebel@soestcom.biz

  45. R. Ströbele
    13. Februar 2011 at 11:39

    SWP 10.02.11 Von Popmusik überflutet v.Burkhard Schäfer

    sehr geehrter Herr Fischer-Diskau,
    ich war ziemlich erschüttert über Ihre Feststellungen.Leider muß ich Ihnen in Vielem Recht geben.Liederabende sind in unserer Stadt (20 000E.) wenig besucht. ich selbst noch als Zweeitstudium Liedgesang studiert. Meine 2. Gesangsleherein hat mir Ihre Technik und Diktion immer als vorbild hingestellt. Deshalb habe ich alles, was ich von Ihnen hören und sehen konnte, mit größtem Interesse aufgenommen. Asl Musiklehrer habe ich immer in einer Realschule das Klavierlied uns Schubert vorgestellt. Der Erlkönig ist für mich ein Paradebeispiel Ihrer unglaublichen Interpretationskunst gewesen, ebenso der Feuerreiter von Wolf, den ich aber auch von H. PRey noch in bestre Erinnerung habe. ich denke, Ihre Interpretationen Ihre Gesangskunst werden immer als Vorbild wirken.

    • Josef Fosselmann
      1. Dezember 2013 at 15:27

      Frau Trichter, kennen Sie das Wort von Goethe, daß Bescheidenheit für die Lumpen ist. Wer sich Autorität erarbeitet hat wie Dieskau (ohne f), darf sie auch in unbeliebtem Urteil aufwiegen. Harte Kritik, die obendrein noch gültig ist, gibt es kaum noch. Pauschaler Optimismus – damit kann man Geschäfte machen. Wer Rückgrat hat, ist arrogant, nicht wahr?

  46. D. Pelzer
    2. Juli 2011 at 00:35

    Ich habe keinerlei musikalische Ausbildung, aber ich habe Ohren, um zu hören. Für mich ist Herr Fischer-Dieskau als Bariton das, was Gottlob Frick als Bass ist: Einmalig und unerreicht ! Ich war noch recht jung, als sich diese Meinung formte, – heute mit 82 bin ich immer noch dieser Ansicht. Und was kann es Schöneres geben, als zu wissen, dass man so vielen Menschen Freude bereiten konnte, Herr Fischer-Dieskau ?
    Ich wünsche Ihnen alles Gute.

  47. Alfred Schubert
    18. Mai 2012 at 12:06

    Dass DIESE Stimme heute verstummte, macht mich tief traurig. Jahrzehnte des Hörens, des Lernens und des Genießens gehen zu Ende. Glücklicherweise bleiben die Erinnerung und die zahlreichen LPs und CDs. Gott sei Dank, dass es Dietrich Fischer-Dieskau gegeben hat. Sein Leben und Streben waren nicht vergeblich.

  48. Gehtniemandenwasan
    27. September 2013 at 11:19

    Grauenerregend, dieser Sänger; aber noch grauenerregender und erschreckender die Lobeshymne so vieler Bewunderer, die offenbar überhaupt keine Vorstellung davon haben, was echte Musik und was dummes Zeug, ja Scharlatanrie ist. Fischer gehört zu den größten Missverständnissen des Zwanzigsten Jahrhunderts (wie Karajan, Böhm und Schreier). Hoffnungslos! Und das Traurige ist, dass so viele neue Sänger dieses Missverständnis auch noch um jeden Preis zu kopieren versuchen.
    Ich hatte ja schon einmal hier einen Kommentar reingestellt, der aber geflissentlich gelöscht wurde, von wem auch immer. Man vergleiche einmal, wie Souzay “Wanderers Nachtlied” singt und wie, im krassen Vergleich dazu, unser gefeiertes, beweihräuchertes Missverständnis.
    Lieber Löscher, liebe Löscherin, bevor Sie wieder meinen Kommentar löschen, geruhen Sie bitte, mir erstmal zu schreiben, was Sie so schrecklich Schlimmes daran finden, mit einem der größten Missverstänidnisse aufzuräumen! Besten Dank.

  49. Gehtniemandenwasan
    27. September 2013 at 11:32

    Nachtrag:
    Alle Liederbeispiele, die hier, auf dieser Webseite, zum Befeiern des großen Aftersängers herangezogen werden, sind ein einziges Dokument für die gänzliche musikalische Taubheit unserer Bewunderer. Egal, was wir nehmen: den frühen, den mittleren, den späten, den toten Fischer, egal, was er gesungen hat, ob Schubert, Wolf, Brahms, Beethoven, Beatles oder was auch immer: nichts als affektierter Schwachsinn! Beispiel Wolfs Michelangelo-Lieder in Fischerscher “Interpretation”: ein einziges Zeugnis musikalischer Selbstdarstellung, nichts als Affekt, nichts als Vokale und Konsonanten, Ausmalung statt Empathie. Fischer hat nicht einmal den genial-verlogenen Wagner zu singen verstanden!!!

    • Josef Fosselmann
      1. Dezember 2013 at 15:33

      “Gehtniemandenwasan”, Sie gehören zur Sorte der anonymen schreibenden Selbstbefriediger, die sich ausschl. die besten hernehmen, um sie als die schlechtesten zu bepöbeln. Wie glaubhaft u. nachhaltig hebt das Ihr Selbstwertgefühl? Richtig, kaum. Wen interessiert es, ob er “der Beste” oder “der Zweitbeste” ist in einem Meer von Untermittelmäßigkeit, hmm?

      Niemand außer D.F.D. hat Schönbergs Liedkompositionen so vollständig verstanden, indem er sie richtig sang.

  50. Gehtniemandenwasan
    20. Februar 2014 at 18:02

    Herr Fischer, Sie haben gewiss nicht umsonst gelebt, aber auf jeden Fall umsonst gesungen. Ihre Perfektion erinnert mich immer wieder an die Makellosigkeit Olimpias in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“: eine maschinenerzeugte Schönheit, die in ihrer Leblosigkeit der Hohlheit der herzlosen, blutleeren Olimpia in nichts nachsteht. Wehe dem Nathanael, der sich in den „grausigen Todesfrost“ der Schönheit Ihres Gesanges verliebt! Dem steht ein böses Erwachen bevor. Denn Sie, Herr Fischer, haben niemals empfunden, sondern nur gemimt. Sie sind wie eine perfekt geschminkte Frau, die hinter ihrem perfekten Makeup nichts anderes als das allergewöhnlichste Gesicht der Welt verbirgt. Doch mit dem Alter kommt dann das wahre Gesicht zum Vorschein…
    Sie, Herr Fischer, sind der Gulliver, der ein zugegebenermaßen überragendes Talent für Vokal- und Konsonantenformung (und eine Menge subtil eingeflochtener Selbstbeweihräucherung) hat und von einer Legion geistiger Liliputaner und irregeführter Narren in den Himmel der Kunst erhoben wird. Warum? Was ist die Ursache dieser Vergötzung einem Missverständnis und Hochstapler wie Ihnen gegenüber? Es ist mehr als traurig, ja eine Schande, dass Schuberts Lieder nicht durch Gérard Souzay und Dalton Baldwin, sondern durch Sie bekannt geworden sind, Herr Fischer; durch Sie, der Sie eines der katastrophalsten Beispiele deutscher Fehleinschätzung sind. Vielleicht hängt dies damit zusammen, dass Sie eines Tages auf die Idee kamen, Schuberts sämtliche Lieder einzusingen, nach dem Motto, “hab ich erst einmal alles eingesungen, gelte ich fortan als Experte” – ein Trick, der, zumal unter den Deutschen, hervorragend funktioniert.
    Aber nun, Fischer ist tot; wie lange aber wird noch sein schlau gewobenes Fischernetzlein die kleinen Forellen zu fangen verstehen? Solange in den Gehirnen unserer Liliputaner statt klarer Erkenntnis trübes Gewässer herrscht…
    Hier übrigens ein Link zum Vergleich: http://www.youtube.com/watch?v=7YOPrgR1CQw

  51. Gehtniemandenwasan
    20. Februar 2014 at 18:57

    Nachtrag:
    Der Link oben ist leider falsch; hier der richtige Link:
    http://www.youtube.com/watch?v=JGWPBS4SFhI

  52. Sibylle
    8. Februar 2015 at 17:19

    Auf der Suche nach der Aufnahme vom Schimmelreiter mit Fischer-Dieskau bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Es war übrigens die Lieblingsaufnahme meiner Mutter.
    Es ist schade, wenn Menschen am Ende ihres Lebens so resignieren. Keiner hat wirklich Grund dafür, weil Alles im Wandel ist. Als D. Fischer-Dieskau gestorben war, wollte ich mir ein Interview mit ihm anhören, weil ich ihn immer verehrt habe. Er ist der Inbegriff des Sängers für mich und ich messe Alle an ihm. Aber, nach 3 Sätzen habe ich das Radio abgedreht, weil er mir mit seiner Maniriertheit und grantigen Art so auf die Nerven ging.
    Manchmal ist es besser, Menschen aus ihrer besten Zeit in Erinnerung zu behalten.
    So habe ich D.Fischer-Dieskau 1964 in Goslar bei einer Wieder-Eröffnung einer kleinen
    Kirche erlebt. Ich weiß nicht mehr, was er gesungen hat, aber ich habe die ganze Zeit vor Aufregung gezittert. Ein beeindruckendes Erlebnis für eine 21jährige, die wenig Geld hatte.
    Aber es war eines der ganz großen Erlebnisse meines Lebens. Sibylle
    Ich gehe regelmäßig nach Ulm. Mit all seinen Schwächen: für mich großes Theater, Oper und Ballett. Nur Musikals finde ich ätzend, wegen den Verstärkern und nach Bregenz bringen mich keine 10 Pferde mehr. Technik hoch 3 Für die Oper habe ich sogar Italienisch gelernt. Ciao, ciao

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