Dresdner Frauenkirche: Eine Kirche voll Musik – und was für welcher!

(Die Dresdner Frauenkirche im Frühjahr/Sommer 2016 auf dem Neumarkt; Foto: Oliver Killig)

Zum Reformationsjubiläum lockt die Dresdner Frauenkirche mit mehr als 130 hochkarätigen Veranstaltungen – von Konzerten mit Valer Sabadus oder Dame Emma Kirkby über Uraufführungen bis zu von Luthers eigener Musik inspirierten Werken.

„Die Musik ist die beste Gottesgabe“, konstatierte Martin Luther in seinen „Tischreden“. So liegt es denn auch nahe, gerade Gotteshäuser so oft wie möglich mit Musik zu füllen – nicht nur zum Sonntagsgottesdienst. Seit der Weihe 2005 laden in der Frauenkirche Dresden alljährlich – und eben auch ganzjährig sowie mehrmals pro Woche – vielfältige Musikprogramme Interessierte aller Altersklassen zu Begegnungen mit bekannten und unbekannten musikalischen Meisterwerken in den barocken Hauptraum ein. Aus Anlass des diesjährigen Reformationsjubiläums stehen die über 130 für das Jahr 2017 geplanten Angebote unter dem Motto „re|formation – Neue Perspektiven“. Sie bestehen aus etwa 60 Konzerten, 40 Orgelabenden, 20 geistlichen Sonn- und Festtagsmusiken, zwölf Familien- bzw. Jugendangeboten sowie je zwei Mitsingveranstaltungen und Adventsliedersingen.

Viele renommierte Künstlerinnen und Künstler bzw. Ensembles konnten für das Musikprogramm 2017 gewonnen werden. So wird beispielsweise am 1. April Countertenor Valer Sabadus zusammen mit der Cappella Gabetta Werke von Giovanni Battista Pergolesi, Antonio Vivaldi und Nicola Antonio Porpora zur Aufführung bringen. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Große Stimmen“; zu dieser gehören auch Konzerte von Andreas Scholl mit Dorothee Oberlinger und dem Ensemble 1700 (1. Juli), Nuria Rial und La Stagione Frankfurt (16. September) oder Dame Emma Kirkby und Bell’Arte Salzburg (6. Dezember).

Ebenso hohen Kunstgenuss versprechen die Instrumentalkonzerte: „Bach und Söhne“ als wiederkehrender Aspekt in den Frauenkirchenkonzerten steht im Mittelpunkt des Abends mit Martin Stadtfeld (Klavier) und dem Mannheimer Mozartorchester am 22. April. Musikalischen Schätzen aus der Feder Antonio Vivaldis – „verloren & wiederentdeckt“ – gehört das Konzert mit dem Violinisten Daniel Hope und dem Barockorchester l’arte del mondo (11. November). Und der Bogen zur Moderne wird gespannt, wenn am 7. Oktober Pianist Sebastian Knauer zusammen mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin das Concerto für Klavier, Vibrafon und Streichorchester mit dem Titel ÜBERBACH zu Gehör bringt, das der deutsch-iranische Komponist Arash Safaian aus musikalischen Themen des Thomaskantors geschaffen hat.

Die Verbindung von Altem und Neuem kann auch als eine der zentralen Errungenschaften Luthers betrachtet werden. Dementsprechend wird sich dieser Gedanke natürlich zusätzlich in den Formaten widerspiegeln, die dem Thema „500 Jahre Reformation“ gewidmet sind: „Die Impulskraft des Reformators aufgreifend, werden neue künstlerische Bezüge hergestellt und Weiterentwicklungen gewagt“, erläutert Dr. Ralf Ruhnau, Leiter des Konzertmanagements und Programmplaner der Stiftung Frauenkirche Dresden. So umfasst diese Reihe unter anderem zwei Konzerte des Calmus Ensembles mit Liedern Luthers in Werken von Praetorius und Schütz (12. und 13. Oktober) und ein von Ludwig Güttler eigens zusammengestelltes Programm mit Dresdner Repertoire zum Reformationsfest (30. Oktober). Eine Kombination von Musik mit Texten zur Reformation wird am 14. Oktober präsentiert, wenn die Kammerakademie Potsdam und Schauspielerin Katja Riemann als Sprecherin gemeinsam einen Abend zum Thema gestalten. Außerdem wird eine Uraufführung zu erleben sein: Am 24. Juni wird die Kantate Nun freut euch, lieben Christen g’mein für Gesangssolisten, Kammerchor, großen Chor, Kinderchor, Orgel und Orchester vorgetragen, die die Stiftung Frauenkirche Dresden – unterstützt von der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. – anlässlich des Jubiläums bei dem Dresdner Komponisten Jörg Herchet in Auftrag gegeben hat.

Um mit dem Ziel kultureller Nachhaltigkeit auch junge Menschen anzusprechen, die in ihrem bisherigen Leben vielleicht noch keinen Zugang zu klassischer und geistlicher Musik gefunden haben, legt die Frauenkirche stets Wert darauf, mehrere Angebote speziell auf diese Zielgruppe abzustimmen. Neben den „Musikalischen Klassenzimmern“ steht hierzu etwa am 13. März ein „Gesprächskonzert für junge Leute“ mit Frauenkirchenkantor Matthias Grünert und dem ensemble frauenkirche auf dem Programm, das Schülerinnen und Schülern die Musik von C. P. E. sowie Johann Christian Bach näherbringen soll. Durch die Veranstaltung führt KiKa-Moderator Juri Tetzlaff. Am 15. Dezember kann ein „Werkstattkonzert“ besucht werden, bei dem sich Ludwig Güttler, seine Virtuosi Saxoniae und das Sächsische Vocalensemble Bachs Weihnachtsoratorium widmen werden.

Doch auch „nicht mehr jugendliche“ Zuhörer sind zum Dialog mit den ausführenden Künstlern eingeladen, etwa bei den regelmäßigen Konzerteinführungen oder den begleitenden Kunstgesprächen. Bei dieser Fülle von verschiedenartigen Programmpunkten ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei!

Musik in der Frauenkirche Dresden 2017
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