ECHO Klassik 2014 – Die Doppelsieger

Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Foto: Marco Borggreve

Zwei auf einen Streich! Diese ECHO Klassik-Preisträger können sich in diesem Jahr über ein Double freuen – oder haben eine andere spannende Gemeinsamkeit …

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Orchester-Doppel
Dass der Südwestdeutsche Rundfunk in diesem Jahr gleich zwei ECHO Klassik-Preise für seine Orchester bekommt, wirkt vor den Zusammenlegungsplänen der Rundfunkanstalt besonders brisant, denn es betont einmal mehr die besondere künstlerische Arbeit, die die Orchester leisten. Einen ECHO Klassik gibt᾽s für das SWR Sinfonieorchester und dessen Uraufführung von Hans Zenders „Logos-Fragmente (Canto IX)“, für das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR wird für das Projekt „Der Feuervogel“ mit dem „Klassik für Kinder“-Preis ausgezeichnet.

Swr Vokalensemble Stuttgart: Logos-Fragmente (Canto IX)
Wergo (New Arts International)
Malte Arkona: Strawinsky: Der Feuervogel – erzählt von Malte Arkona (SWR Young Classix)
Helbling Verlag (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)

Die Zimmermanns
Hindemith-Doppel
Bratscherin Tabea und Geiger Frank-Peter Zimmermann sind zwar trotz des gleichen Nachnamens weder verwandt noch verschwägert, haben aber dennoch eine schöne Gemeinsamkeit in diesem Jahr: Beide bekommen nicht nur einen ECHO Klassik in der gleichen Kategorie, nämlich jeweils als Instrumentalist bzw. Instrumentalistin des Jahres (jeweils in ihrem Fach), sondern beide werden auch für eine Einspielung von Werken von Paul Hindemith geehrt.

Tabea Zimmermann: Sämtliche Werke für Viola, Vol.1: Viola & Orchester
Myrios (Harmonia Mundi)
Frank Peter Zimmermann: Violinkonzert und Violinsonaten
Bis (Klassik Center Kassel)

Akademie für Alte Musik Berlin & RIAS Kammerchor
Klang-Doppel
Der Forschungswille wird belohnt! Bachs Matthäus-Passion wurde schon hunderte Male eingespielt, aber niemals so! Der Toningeneur der Produktion, Martin Sauer erklärt, was anders ist: „Die Matthäus-Passion ist ein doppelchöriges Werk. Chor und Orchester sind geteilt in zwei Gruppen. Der erste und zweite Chor, wie Bach das bezeichnet hat, sind bei Konzerten in aller Regel etwa gleich groß besetzt und zwar links und rechts vom Dirigenten positioniert. Für Stereo-Aufnahmen hat das die frustrierende Folge, dass man eine Arie aus Chor eins minutenlang nur aus einem Lautsprecher hört. Wirklich schön klingt es also nur, wenn beide Gruppen gleichzeitig musizieren, und das kommt in Bachs Werk nur bei einer begrenzten Anzahl von Stücken vor. Mit René Jacobs wollten wir von dieser starren Links-Rechts-Fixierung wegkommen. Dafür lag uns eine wissenschaftliche Untersuchung vor, die besagte, dass die einstige Uraufführung der Passion in der Leipziger Thomaskirche mit einer Aufstellung stattgefunden hat, in der es keine Links-Rechts-, sondern eine Vorn-Hinten-Aufstellung gab. Vorne, auf der großen Orgelbühne, stand ein relativ großes Ensemble, hinten auf einer kleinen Orgelbühne spielte ein kleineres Ensemble. Im teldex-Studio haben wir nun ebendiese Aufstellung zum allerersten Mal überhaupt nachvollzogen.” Und so bekommen die Akademie für Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor unter René Jacobs nicht nur den Preis für die Chorwerkeinspielung des Jahres, Martin Sauer und sein Team werden außerdem für die Audiophile Mehrkanaleinspielung des Jahres geehrt.

Sunhae Im: Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Harmonia Mundi
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