ECHO KLASSIK 2017: Linus Roth

Foto: Dan Carabas

Preisträger der Kategorie “Konzerteinspielung (Musik 19. Jh.)”

Shostakovitch, Tchaikovsky: “Violin concertos”, Linus Roth, Thomas Sanderling, London Symphony Orchestra (Challenge Classics)

Linus Roth und Thomas Sanderling knöpfen sich Shostakovitch und Tchaikovskyvor. Eine sehr frische Einspielung mit dem London Symphony Orchestra.

„Tchaikovskys Violinkonzert zum ersten Mal in Original-Version“ – wer so etwas ankündigt, muss selbstbewusst sein. Und das ist Linus Roth. Der Klassiker unter den Violinkonzerten ist in den letzten Jahren immer wieder verändert worden: individuelle Bogenstriche, neue Notenausgaben und vor allen Dingen Kürzungen im Finale sind inzwischen Gang und Gäbe. Linus Roth kehrt zurück zu den Wurzeln des Werkes und entdeckt im Urtext vollkommen neue Akzente. Unter anderem, dass er den langsamen Satz durchgehend mit Dämpfer spielt, was für eine besonders intime Atmosphäre sorgt.

Als Kontrast hat Roth das 1967 entstandene Violinkonzert von Dimitri Shostakovitch aufgenommen, dessen grimmigen Tonfall er virtuos herausarbeitet. Man hört zuweilen die Qual des Kompositionsprozesses: „Sehr langsam und nur mit Mühe, indem ich Note für Note aus mir herauspresse, schreibe ich ein Violinkonzert“, notierte Schostakowitsch einst. Für den Dirigenten Thomas Sanderling, einem Freund von Shostakovitch, hat dieses Werk „eine Amplitude von elegisch-melancholisch bis tragisch-grotesk“.

Nachdem Linus Roth bereits 2006 zum ECHO-Nachwuchskünstler gekürt wurde, zeigt er nun große Reife und nimmt die unterschiedlichen Herausforderungen der beiden Violinkonzerte souverän an, gemeinsam mit einem hervorragend aufspielenden London Symphony Orchestra.

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