Fidelio-Premiere

Calixto Bieto baute ein hypermodernes (Gefängnis-)Labyrinth auf die Bühne, ein faszinierendes Eröffnungsbild. Diese konnte dann auch der Chor im 1. Akt wunderbar benutzen für seinen eindringlichen Auftritt.

Doch dann hatte Bieto sein Pulver verschossen, der 1. Akt schleppte sich hin. Der Stoff, die Musik weckte kein Interesse – nie war diese Oper so langweilig. Natürlich ist sie kein Meisterwerk. Aber an diesem Abend war man doch froh, das Beethoven keine zweite Oper geschrieben hat. Diese Bühne von morgen hat diese Oper von gestern einfach erdrückt.

Selbst bei den sogenannten Hits der Oper im 2. Akt kaum keine Freude, geschweige denn Gänsehaut auf. Und das Daniele Gatti ein katastrophales Dirigat hinlegte, setzte dem Abend die Krone auf. Die Sänger gingen auch unter. Jonas Kaufmann, noch im Lohengrin und in der Tosca zuletzt stürmisch gefeiert, bekam nur normalen Applaus. Anja Kampe, vor einigen Jahren als Senta gross gefeiert, bekam normale Bravos. Der grossartige Wolfram Koch als Pizarro wurde fast vergessen.

Bachlers Strategie Bühne und Musik möglichst weit voneinander zu entfernen ist auch dieses Mal nicht aufgegangen.

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Kommentare

  1. Gianni
    22. Dezember 2010 at 21:12

    Kaufmann war alles andere als große Klasse. Irgendwie passte alles zusammen im negativen Sinne. Ein vergessenswürdiger Fidelio.

  2. Anthony Spiri
    27. Dezember 2010 at 10:58

    Ich bin sicher, dass die Meinung des Kritikers zu Beethoven (welche Arroganz!) von den Wenigsten geteilt wird, zum Glück. Wir sind keineswegs froh, dass Beethoven keine zweite Oper geschrieben hat, im Gegenteil. Dass die Qualität von B.’s Musik hier ernsthaft zur Debatte steht, unfassbar.

  3. Friedrich
    30. Dezember 2010 at 01:21

    Wer Beethovens großartige Musik nicht versteht, sollte es sich auch nicht anmaßen, diese Oper zu kritisieren. Über die Frechheit und Arroganz dieses Herrn Sommer kann ich nur den Kopf schütteln.

  4. Gianni
    2. Januar 2011 at 15:02

    Beethovens Musik ist großartig. Als schlüssiges Stück im Genre Oper allerdings ist Fidelio nicht auf den ersten plätzen.

  5. Scarabaeus
    14. Januar 2011 at 17:34

    Und wieder eine vollkommen überflüssige Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper. Für diesen Schwachsinn ist Beethoven nun wirklich nicht verantwortlich.
    Weiter so, Herr Bachler! Die BSO ist schon lange keine Reise mehr wert.
    @ Herrn Bieto
    Wer Noten lesen kann ist klar im Vorteil, wenn es ums Inszenieren einer Oper geht….

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