Frühestes Porträt Mozarts entdeckt???

(c) Stefan Zenzmaier

Kann ein historisches Gemälde als frühestes Bildnis von Wolfgang Amadeus Mozart identifiziert werden? Eine heiße Diskussion um den sogenannten “Fruhstorfer Mozart” ist entbrannt…

In kunsthistorischen Fachkreisen für Unruhe sorgt seit einiger Zeit ein vor gut zehn Jahren in Schwarzach im Pongau (Land Salzburg) aufgefundenes Gemälde, das einen Knaben im Alter von etwa sechs Jahren zeigt. Trotz teilweise gegenteiliger Meinungskundgabe deutet derzeit alles drauf hin, dass das abgebildete Kind Wolfgang Amadeus Mozart darstellt. Damit würde es sich – soweit bislang bekannt – um das am frühesten entstandene Abbild des Komponisten handeln. In Salzburg ist man aber nicht nur glücklich darüber.

Viel Aufwand wurde bisher betrieben, um die Herkunft und Entstehung des fachintern auch als „Fruhstorfer Mozart“ gehandelten Bildes zu eruieren und um Hinweise und Belege zu erlangen, dass es tatsächlich den Salzburger Wunderknaben zeigt. So hat sich in Salzburg ein Für und Wider bezüglich der Existenz eines neuen Mozartporträts entwickelt. Die wenigen Argumente dagegen stehen allerdings auf schwachen Füßen.

Ein Werk Gennaro Basiles
Bei dem „Fruhstorfer Mozart“ handelt es sich um ein in Öl auf Leinwand gemaltes, 49 x 37 cm großes und unsigniertes Bildnis eines etwa sechsjährigen Knaben mit einer Reitpeitsche in der Hand und mit einem Modell eines Husarenreiters. Laut führenden Experten des Salzburg Museums, der Galerie Belvedere in Wien und der Alten Galerie des Joanneums in Graz sprechen verschiedene Merkmale dafür, dass das Bild italienischer Schule entspricht, in dem auch „Salzburgisches“ zu entdecken sei [1]. Es erwies sich, dass es von Gennaro Basile (1722–1782) stammt, einem im Königreich Neapel geborenen, aber ausschließlich im damaligen österreichischen Raum schaffenden Auftragsmaler [2]. Basile fertigte ganze Reihen an Porträts an, und jeder Maler, der solche Serienarbeiten erledigt, entwickelt ihn kennzeichnende Merkmale. Typisch für Basile im hier fraglichen Bild sind im Besonderen arbeitstechnisch der dünne Farbauftrag und stilistisch die großen, dominanten Augen mit dem vom Maler immer gleich gesetzten Lichtreflex, aber auch das in zahlreichen Arbeiten stets gleichförmige Lächeln sowie Details der Jabots, Spitzen und Posamenterien [3]. Letztlich war ein Ende 2014 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien vorgenommener technischer Pigmentvergleich mit einem von Basile signierten Werk voll kompatibel mit dessen Urheberschaft am „Fruhstorfer Mozart“ [4]. Damit ist die Zuschreibung des Porträts zu diesem Maler in Fachkreisen anerkannt. In einem zu Jahresbeginn 2016 erschienenen, vom Salzburger Kunsthistoriker Franz Reitinger verfassten Buch wird das Bildnis denn auch – zurückhaltend unter dem Titel „Knabe mit ungarischem Reiter“ – als eine „salzburgische“ Arbeit Basiles verzeichnet [5].

Herkunft Salzburg
Für die Herkunft des Gemäldes tatsächlich aus Salzburg spricht so manches. Es hat seine Bezeichnung „Fruhstorfer“ von seinem ersten nachweisbaren Besitzer, der salzburgisch-oberösterreichischen Brauerfamilie Fruhstorfer. Eine Angehörige dieser Familie war im 19. Jahrhundert mit dem damaligen Besitzer des „Bergerbräus“ in der Salzburger Linzergasse vermählt, eines traditionellen Braugasthofs unweit zur Wohnung der Familie Mozart, die gern dort zu Gast gewesen war [6].

Die Fruhstorfer waren bis 1920 im Besitz des Gemäldes. In diesem Jahr kam das Bild dann anlässlich einer Hochzeit als Teil des Heiratsgutes in das Haus einer alteingesessenen, im weiten Umkreis bekannten Kaufmannsfamilie in Schwarzach im Pongau, wo es unzugänglich für die Öffentlichkeit in einem hochwertig eingerichteten Zimmer hing. In der mündlichen Überlieferung der Familie galt das Porträt „immer schon“ als eines, das „Mozart in jungen Jahren“ zeigt [7]. Seit 2009 befindet es sich im Besitz eines in der Nähe von Salzburg lebenden Kunst- und Antiquitätenhändlers, der sich um den Nachweis der Identität des abgebildeten Kindes bemüht.

Seitens des bis vor einigen Jahren existierenden Salzburger Barockmuseums, aber auch von den erwähnten kunsthistorischen Einrichtungen, die Hinweise auf die Urheberschaft Basiles gaben, wird bestätigt, dass das Bild wohl in Salzburg entstanden ist oder sein kann [8]. Dafür sprechen gewisse inhaltliche Merkmale sowie die Art des Originalrahmens, in dem es sich noch immer befindet, einer etwas luxuriöseren Variante des sogenannten Salzburger Klosterrahmens.
Gennaro Basile kam 1762, in dem Jahr, in dem wohl auch der „Fruhstorfer Mozart“ entstanden ist, höchstwahrscheinlich – wieder einmal – in den Salzburger Raum, als er 58 steirische Adelige auf deren Ansitzen porträtierte, von denen sich einige „im Salzburgischen“ befanden [9]. Hier wird für Basile der Weg in die Stadt Salzburg nicht weit gewesen sein. Denn die hochgräfliche Salzburger Familie Lodron hatte bereits 1755/56 Basile mit Auftragsarbeiten für deren Schloss Seeburg am nahe gelegenen Wallersee bedacht [10]. Auch in diesem Jahr ist ein weiterer Auftrag an Basile stark zu vermuten. Die 58 Adeligenporträts und der Salzburger „Fruhstorfer“ haben nämlich eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Entgegen der vorherigen Gepflogenheit weisen alle diese Bilder eine rote Farbuntermalung auf und alle sind nicht auf einen Keilrahmen, sondern auf einen Holzrahmen aus einfachen Leisten gespannt [11], was sehr für dasselbe Entstehungsjahr 1762 spricht – das Jahr, in dem Wolfgang Amadeus Mozart sechs Jahre alt war, übereinstimmend mit dem zu vermutenden Alter des abgebildeten Knaben.

Die historischen Quellen belegen zudem, dass die Familie Lodron befreundet war mit Mozarts Vater Leopold. Erwiesene Tatsache ist auch, dass die Lodrons in Salzburg führend in der Musikpflege waren. Insbesondere Gräfin Antonia Lodron Arco als musikbegeisterte treibende Kraft war entzückt von dem Wunderkind, wodurch es sehr plausibel erscheint, dass sie den Knaben in der familieneigenen Orangerie malen lassen hat [12]. Das im Hintergrund des Gemäldes erkennbare Zitronenbäumchen spricht dafür. Eine andere Meinung besagt zwar, dass das Gewächs als genealogisches Zeichen auf die Herkunft der abgebildeten Person aus südlichen Gefilden zu deuten wäre. Dies würde für die Lodrons wohl zutreffen, doch ein möglicher Spross aus dieser Familie verbietet sich aufgrund des Geburtsdatums [13].

Argumente gegen Mozart?
Seitens der renommierten Salzburger Stiftung Mozarteum, weltweit erste Adresse für Mozart-Forschung, werden drei Argumente gegen eine Identität Mozarts auf dem Knabenbild ins Treffen geführt. Allein schon werde das Bild in Briefen der Familie Mozart nicht erwähnt [14]. Dagegenzuhalten ist, dass eine derartige Erwähnung nicht zwangsläufig gegeben sein muss, denn gerade aus dem Jahr 1762, als Mozart erstmals in München und Wien als musikalisches Wunderkind vorgestellt wurde und in dem wohl auch der „Fruhstorfer“ entstand, gibt es nur sehr wenige Briefe des Vaters Leopold. Ludwig Nohl schreibt dazu 1880 in seinen Buch „Mozart nach den Schilderungen

seiner Zeitgenossen“ über jene Zeit der ersten Reise nach Wien: „Es befand sich ja die ganze Familie auf der Fahrt und ausser etwa Schachtner war zunächst kein näherer Freund vorhanden, an den ausführlich zu berichten Veranlassung vorgelegen hätte“[15]. Sollte man sich bei der Kritik auch auf Jahre nach Mozarts Tod von Ehefrau Konstanze und Schwester Nannerl verfasste Briefe an die Verleger Breitkopf & Härtel beziehen, so ist wohl wahr, dass dort aus gegebenem Anlass Mozart-Porträts aufgezählt werden und der „Fruhstorfer“ nicht dabei ist. Wahr ist aber auch, dass sehr wohl andere Mozart-Bilder existieren, die darin ebenfalls nicht erwähnt sind.

Weiters wird eingewandt, dass im „Fruhstorfer“ die Physiognomie der Person nicht stimme [16]. Diesbezüglich existiert ein 2013 erstelltes Gutachten des schwedischen Wissenschaftlers Martin Braun auf Basis eines biometrisch-statistischen Verfahrens. Mit dieser neuen Methode hatte Braun schon einige Jahre zuvor vier umstrittene Gemälde als Mozart-Porträts ausgewiesen, die nach weiteren Forschungen heute weitgehend als solche anerkannt sind. Brauns Vergleiche des „Fruhstorfers“ mit drei anderen Mozart-Bildnissen brachten Bemerkenswertes hervor. Es gibt acht charakteristische Kennzeichen, die für Mozart sprechen. Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass die Existenz all dieser Merkmale, deren statistische Häufigkeit ermittelt wurde, im „Fruhstorfer“ nur zufällig wäre, beträgt rund 1:4,7 Millionen. Als besonders auffälliges Charakteristikum vermerkt die Studie Mozarts unterlaufene Augen, an denen er zeitlebens litt. Die Problematik zeigt sich am linken Auge, das außerdem weiter geöffnet ist, deutlicher. Diese Besonderheit ist bereits beim hier dargestellten Sechsjährigen messbar vorhanden [17].

Letztlich verweist man in der Stiftung Mozarteum auf den abgebildeten ungarischen Reiter, der kein Attribut eines Musikers sein könne [18]. Freilich haben derartige Objekte auf Porträts jener Zeit einen inneren Bezug zur dargestellten Person. Doch einmal abgesehen von der Tatsache, dass auch Mozart-Bildnisse ohne Attribute existieren, ist auf einem Bild Mozarts aus dem bayrischen Kloster Seeon ein Hündchen zu sehen [19]. Ein solcher Hund der Mozart-Familie wird in den Primärquellen auch mit dem Namen „Pimperl“ mehrfach erwähnt. Genau so schlüssig lässt sich die Abbildung von Spielzeugpferd mit Reiter erklären.

Ein spezielles Interesse
Der kleine Wolfgang Amadeus war doch, so darf man mit Berechtigung annehmen, nicht nur musikalisches Wunderkind allein, sondern auch mit anderen kindlichen Interessen ausgestattet – zumindest solange bis der musikalische Drill des Vaters das kindliche Leben prägte. Die Reitgerte in seiner Hand und der Husarenreiter weisen unzweifelhaft auf das Faible des Kindes für Militärisches hin. In den Primärquellen sind eindeutige Hinweise auf diese Vorliebe des kleinen Mozart auszumachen, zumal er doch – wie der Freund der Familie Andreas Schachtner es ausdrückt – „empfänglich war für jeden Reiz. … Er war voll Feuer, seine Neigung hing jedem Gegenstand sehr leicht an“[20].
Die Mozarts wohnten zu jener Zeit im Hause der befreundeten Familie Hagenauer, bei denen Erzählungen betreffend Heeresangelegenheiten stark anzunehmen sind. Denn Vater Josef Martin Hagenauer hatte nach dem Ableben seiner Ehefrau die vier Kinder verlassen und war als Dragoner in militärische Dienste in einem Regiment von Prinz Eugen geflohen, wo er auch den Tod gefunden hatte [21]. Das Thema Militär kann auch bei den befreundeten Lodrons wiederholt Gesprächsthema gewesen sein, da einige Familienangehörige eine derartige Laufbahn eingeschlagen hatten.

Neben diesen Möglichkeiten, wie der kleine Mozart auf das Militärwesen aufmerksam geworden sein kann, ist in einem Brief des Freundes Schachtner an Mozarts Schwester Nannerl über die Vorliebe des Knaben für das militärhafte Marschieren zu lesen: „Wenn wir, er und ich, Spielzeuge zum Tändeln von einem Zimmer ins andere trugen, musste allemal derjenige von uns, so leer ging, einen Marsch dazu singen oder geigen“[22]. Weiters schreibt Vater Leopold in einem Brief an Lorenz Hagenauer über die erste Reise nach Wien betreffend die Annäherung des Knaben zu anderen Menschen: „Der Bube ist mit allen Leuten, besonders mit Officieren, so vertraulich, als wenn er sie schon seine ganze Lebenszeit hindurch gekannt hätte“[23]. Zudem berichtet der englische Naturforscher und Rechtsgelehrte Barrington 1765 für die „Philosophischen Abhandlungen der königlichen Gesellschaft in London“ über das kleinkindliche Gemüt des zu jenem Zeitpunkt schon neunjährigen Mozart: „Zuweilen ritt er auch mit einem Stock zwischen den Beinen im Zimmer herum“[24]. Die Vorliebe für das Reiten findet sich auch in einer Sekundärliteratur, wo gesagt wird, dass Mozart als Kind unter anderem Reiter und Soldat spielte (Herbert Lachmayr (Hg.): Mozart – ein ganz normales Wunderkind)[25].

Warum nun gerade ein Husarenreiter im Bildnis des Kindes Mozart? Gennaro Basile ist bekannt für ungewöhnliche Bei-Objekte in seinen Porträts, und seine Reihe der 58 steirischen Adelsangehörigen aus demselben Jahr wie der „Fruhstorfer“ lebt geradezu davon. Während das Spielzeugpferd im Stile einer Arbeit aus dem Südtiroler Grödnertal [26] sehr wohl ein tatsächlicher Gegenstand im Besitze Mozarts gewesen sein kann (entsprechende Nachforschungen wären anzustellen), entstammt der Reiter mit ziemlicher Sicherheit der Phantasie oder der Erinnerung des Malers. Zum einen stimmen die gegenseitigen Proportionen nicht, zum anderen ist die Reiterfigur im Vergleich zum Pferd wesentlich detailreicher und feiner gestaltet dargestellt, als es eine solche Spielfigur wohl war. Zudem trägt die Uniform des Reiters eher ungarische Züge. Auch ist auf der Säbeltasche eindeutig das „E“ als Emblem für das fünfte Husarenregiment des ungarischen Fürsten Esterhazy auszumachen. Basile hatte Jahre zuvor dreißig Angehörige dieses Regiments porträtiert, und die Existenz des „E“ ist als indirekte Signatur des Malers zu verstehen [27].
Natürlich sind mehrere Szenarien vorstellbar, wie es letztlich zur Wahl der Reiterfigur und auch der Reitpeitsche auf dem Bild kam; ob Basile selbst die Freiheit gewährt wurde zu entscheiden und er gar den kleinen Mozart während des Malens mit „Husarengeschichten“ zu begeistern wusste, ob es das Bedürfnis des Kindes war, mit einem Spielzeugpferd zu posieren, oder ob es die Auftraggeberin (sofern es tatsächlich Gräfin Antonia Lodron Arco persönlich war) als Zeichen für das besondere Interesse des Kindes verstand – schlüssig sind sie alle. Es ging daher ganz offensichtlich bei der Anfertigung des Porträts darum, vom jungen Mozart quasi den Kind-Status und nicht seinen Wunderkind-Status festzuhalten. Erst mit dem chronologisch nächsten Porträt, Pietro Antonio Lorenzonis berühmtem „Mozart im Galakleide“ von 1763, beginnt die Tradition der Mozart-Porträts mit Musikerattributen – also erst nachdem Mozart der Gesellschaft als musikalisches Wunderkind präsentiert worden war.

Anscheinsbeweise
Jeglicher „Bilderstreit“ wäre natürlich augenblicklich zu Ende, würde ein schriftlicher Beleg die Identität Mozarts auf dem Gemälde bezeugen. Die Chancen einen solchen zu finden sind allerdings gering, da der weit überwiegende Teil der Familiendokumente des Salzburger Lodron-Zweiges im Jahr 1818 dem großen Stadtbrand zum Opfer fiel [28]. Was an Fakten den „Fruhstorfer“ betreffend bislang zutage gebracht werden konnte, sind sogenannte Anscheinsbeweise, die zwar nicht die Tatsache selbst belegen, dass es sich auf dem Bild um Mozart handelt, aber jedenfalls logisch und sehr plausibel die Möglichkeit dieser Tatsache bezeugen. In der musikhistorisch ausgerichteten Stiftung Mozarteum möchte man solche Anscheinsbeweise offensichtlich nicht gelten lassen und auch den Laien mag es verwundern, doch in der Kunstgeschichte ist es in der Tat gängige Praxis, dass allein der gute Beweis einer Möglichkeit ausreicht, um – wie in diesem Fall – die Identität einer abgebildeten Person allgemein anzuerkennen. Beispiele für diese Gepflogenheit gibt es zuhauf.

Erst recht ein Hinweis auf Mozart?
Der „Fruhstorfer Mozart“ ist das einzige Gemälde von Basile, von dem die Identität der abgebildeten Person noch nicht anerkannt ist. Trotz aller Anscheinsbeweise, die ausschließlich für Mozart sprechen – bislang konnte von fachlicher Seite auch keine Alternative genannt werden –, bleiben Desiderata allemal bestehen. So etwa gibt es vorerst zwar schlüssige, aber doch nur Vermutungen darüber, wie das Bild von den Lodrons in den Besitz der Fruhstorfer kam [29]. Der Kunsthändler und jetzige Besitzer des Bildes ist überzeugt: Wenn das Gemälde der Öffentlichkeit und der Fachwelt zugänglich ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Forschungstätigkeiten motiviert oder forschungsrelevante Hinweise zum Bild in Erfahrung gebracht werden. „Es ist außerdem mit Sicherheit im nationalen kulturellen Interesse, dass solche Bilder nicht im Kunsthandel verschwinden, sondern von den besten öffentlichen Einrichtungen betreut werden.“ Aus diesem Grund hat er sich unter anderem bei mehreren Salzburger Museen angestrengt, das Gemälde im Rahmen von Ausstellungen zeigen zu können. Interessanterweise wurden alle diese Bemühungen abgewehrt [30].

Dass man sich gerade in der Salzburger Stiftung Mozarteum gegen eine Identität Mozarts auf dem Bild wehrt, könnte man sich auch erklären. Als Besitzer von der Überzahl an authentischen Mozart-Porträts sei man nicht gewillt, ein weiteres als solches zu zertifizieren oder sich an seiner Erforschung zu beteiligen, wenn es sich nicht im eigenen Besitz befände – so wird zumindest hinter vorgehaltener Hand gemutmaßt.

Der schon erwähnte Salzburger Kunsthistoriker Reitinger bezeichnet in seiner jüngst erschienenen Werkauflistung Basiles den – wie er ihn nennt – „Knaben mit ungarischem Reiter“ als einen Adeligen, wobei er aber keinen einzigen Grund angibt, weshalb dem so sein soll. Auch gesteht er zu, keine Identität nennen zu können [31]. Mit diesem unbelegten und völlig aus der Luft gegriffenen Versuch, dem abgebildeten Kind in der Fachliteratur eine im Grunde nichtssagende Identität zu geben, bleibt eine Anerkennung Mozarts auch an dieser Stelle versagt, was nur zu deutlich in dieselbe Kerbe der Verweigerung schlägt.

Mit der Zustimmung zu Mozart würde der kulturelle Wert des kunsthistorisch eher nur nachrangig bedeutenden Gemäldes sich immens steigern – aber auch sein finanzieller, sodass das Bild unter Umständen sogar für öffentliche Institutionen nicht mehr erschwinglich wäre. Auch angesichts des Widerspruchs, dass man einerseits in Salzburg an allen Ecken und Enden auf Mozart stößt, andererseits gerade dort eine derartige Ablehnung vorfindet, fragt man sich: Eine Negierung Mozarts schlicht aus wirtschaftlichen Erwägungen oder will man das Gemälde aus einem anderen Grund lieber in den Keller gestellt wissen?

 

Quellenangabe:
[1] Email von Dr. Ramsauer, Direktorin des Mozart Museums an Edmund Grundner ( Besitzer des Porträts ) am 30. 11. 2012: …dass meine Kollegen im Salzburg Museum das Portrait für eine qualitätsvolle Salzburger (!) Arbeit des 18. Jhds. halten, welches für die Sammlung des Museums von Interesse wäre. 

Email Dr. Sabine Grabner, Belvedere Wien an Martin Braun am 15. Okt. 2013:…..das Bild einem Kollegen gezeigt, der meint, im Stil viel Salzburgisches (!) mit italienischem Einschlag zu finden + am 18. 12. 2013 der weitere Hinweis, dass es sich bei diesem Portrait mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine italienische Arbeit handelt, wofür vor allem „die Behandlung des Inkarnats“ spricht. 

[2] http://www.uibk.ac.at/aia/basile_gennaro.htm Auch: Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert.

[3] Stilistische Zuschreibung von Dr. BarbaraKaiser, Leiterin Abteilung Schloss Eggenberg und Alte Galerie (Joanneum Graz): Dr. Kaiser war mit dem Maler Gennaro Basile befasst im Zusammenhang mit dem leider misslungenen Versuch, die 58 Portraits des Steiermärkischen Adels von Basile zu erwerben.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3165486/steirische-adeligen-portraetserieneuem-besitz.story

Stellungnahme (Weitergabe mit Zustimmung der Autorin):

“Wie auch schon dargelegt, spricht im Fotovergleich wirklich sehr viel für die Autorschaft Gennaro Basiles an ihrem Salzburger Knabenporträt: V.a. der sehr dünne Farbauftrag, die riesigen, dominanten Augen mit dem immer gleichgesetzten Lichtreflex, das gleichförmige Lächeln sind auffallend ähnlich, aber auch Details der Jabots, Spitzen und Posamenterien. Überhaupt ist den Porträts Basiles ein recht stereotyper Charakter eigen, der für die Routineeines „Serienporträtisten“ (ganzer Regimenter oder großer Freundeskreise) auch typisch wäre. Ohne das Original, das noch auf Farbauftrag, Grundierung und Leinwand anzuschauen wäre, zu kennen, getraue ich mich zu sagen, dass viel für Gennaro Basile als Autor des Knabenporträts spricht.” 

[4] Untersuchungsbericht Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. Manfred Schreiner, Ordinarius für Farbenlehre und Farbenchemie, Akademie der Bildenden Künste A-1010 Wien, Schillerplatz 3. ( Pigmentvergleich des Porträts mit einem signierten Bild Gennaro Basiles )

[5] Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert, Gennaro Basile, Summarisches Werkverzeichnis, Seite 246

[6] Das Brauereiverzeichnis Österreich neu 2011 Übersicht Buchstabe R.mht ; Presseunterlagen zur historischen Bierwanderung in Salzburg, Besitzerliste des Bergerbräus ( Abschnitt : Kurzchronik auf Seite 22 der Presseunterlagen zur historischen Bierwanderung ) Aus der chronologischen Aufstellung der Besitzer des Bergerbräus geht hervor dass im Jahr 1850 ein Herr Siegmund Hoffmann mit seiner Frau Rosina Fruhstorfer das Brauhaus von seinem Vater Siegmund Hoffmann übernommen hat ( das dieser wiederum von der Vorbesitzerfamilie Elixhauser übernommen hatte.) Auf Seite 10 der Presseunterlagen zur historischen Bierwanderung , unter dem Abschnitt : „ In der Getreidegasse auf Mozarts Spuren wandeln“ wird bestätigt dass im Oktober 1777 W. A. Mozart Gast war bei der Hochzeit des Bräus der Bergerbrauerei.

[7] Tusnelda Laminger, geb. Wiesbauer: Bestätigung der Provenienz des Mozartbildes ( Dez. 2011), Auskunft Meldeamt, Stadtgemeinde Schwarzach im Pongau, Frau Döhringer ( Dez. 2011) : Heirat 1920 zwischen Frau Elisabeth Wiesbauer ( Geb. Fruhstorfer ) : 1892 – 1962 und Herr Georg Wiesbauer : 1876 – 1938.

[8] Gesprächsprotokoll, Oktober 2010 zwischen Frau Dr. Kaltenbrunner, Direktorin des Salzburger Barockmuseums und Edmund Grundner; Email von Dr. Ramsauer, Direktorin des Mozart Museums an Edmund Grundner am 30. 11. 2012; Email von Mag. Husty, Salzburg Museum an Edmund Grundner am 17. 12. 2012; Email Dr. Sabine Grabner, Belvedere Wien an Martin Braun am 15. Okt. 2013.

[9] Aussage des Ehepaares Prof. Dr. Angermüller, Mozartforscher in Salzburg; Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert

[10] http://www.uibk.ac.at/aia/basile_gennaro.htm Auch: Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert: Das erste Mal arbeitete Gennaro Basile in den Jahren 1755 und 1756 für die Familie Lodron in Salzburg. In diesen Jahren entstanden ein Deckengemälde und ein großes signiertes Altarblatt auf Schloss Seeburg in Seekirchen und eine signierte Ölskizze als Entwurf für dieses Altarblatt ( heute im Borromäum ) und auch noch eine ebenfalls signierte und auf das Jahr 1756 datierte, allegorische Darstellung „Selene und der schlafende Endymion“ ( heute im Besitz des Entdeckers des Porträts ).

[11] Interessant ist dabei die Tatsache, dass Basile bei allen bekannten, von ihm im Jahr 1762 gemalten Bildern ( der Serie der 58 Steirischen Adeligen und dem neu entdeckten Mozartporträt ) eine für seine individuelle Maltechnik typische, rote Untermalung angewendet, und zum Aufspannen der Leinwand bei den einzelnen Bildern jeweils keinen Keilrahmen, sondern einen simplen Rahmen aus einfachen Holzleisten verwendet hatte.

Bei den in den vorangegangenen Jahren 1755 und 1756 in Salzburg entstandenen Werken ist dies genau umgekehrt. Bei sämtlichen dieser Werke verzichtete Basile auf die rote Untermalung. Dafür verfügen aber alle diese Werke über einen Keilrahmen, auf den die Leinwand aufgespannt wurde.

Ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass sämtliche (!) von Basile im Jahr 1762 gemalten Bilder ( die Serie der 58 Steirischen Adeligen und das Mozartporträt ) eine gemeinsame Höhe ( ohne Bilderrahmen ) von exakt 49 cm. aufweisen. Die Breite der 58 Steirischen Adeligen-Porträts beträgt jeweils 30 cm. und die Breite des Mozartporträts beträgt 37 cm. Tatsächlich sämtliche anderen bzw. restlichen bekannten Bilder -von Gennaro Basile entweder vor – oder nach dem Jahr 1762 gemalt, weisen jeweils ein erheblich größeres Format auf. Es scheint also, als wäre eine gemeinsame Höhe von nur 49 cm. und die „nicht Verwendung“ eines Keilrahmens als Rahmen zum Aufspannen der Leinwand, ausschließlich bzw. ohne Ausnahme auf Basiles Werke aus dem Jahr 1762 beschränkt gewesen.

[12] http://web.archive.org/web/20140104235904/http://www.lodron.info/deutsch/page/oesterreich/o03.htm Weiter: Mozart und das hochgräfliche Haus Lodron. Eine genealogische Quellenstudie. In : Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum 31 ( 1983 ) S. 1 – 17; ders.: Die Herren und Grafen von Arco und ihre Beziehungen zu den Mozarts . Anmerkungen zu Mozart-Briefen. In : Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum 32 ( 1984 ) S. 19 – 34. In diesen Schriften des Mozarteums finden sich zwei Angaben, die als unstreitige Tatsachen angesehen werden können: A)Heirat Lodron-Arco1758 (Seite4) B) Lodrons danach “in Salzburger Musikpflege führend” mit Gräfin Antonia Lodron – Arco als”musikbegeisterter” treibender Kraft.(Seiten 4,5); http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_L/Lodron_Familie.xml Maria Antonia ( geb. Gräfin Arco): * 13.10. 1738 Salzburg, †14. 12. 1780 Salzburg. Zweite Frau von Ernst Maria Joseph Nepomuk (* 30.5.1716 Salzburg, †18.4.1779 Salzburg). Verwandt mit den drei führenden Familien Salzburgs ( L., Arco und Firmian ), wurde ihr Haus zu einem Zentrum adeliger Musikpflege. Sie veranstaltete regelmäßig Akademien, in denen adelige Dilettanten ( unter Leitung von Rudolph Graf Czernin ) musizierten. Auch die Familie Mozart trat regelmäßig auf;W.A.Mozart unterrichtete die sieben Kinder L.s und schrieb für M.A.L. die Divertimenti KV 247 und 287 bzw. das Klavierkonzert in F-Dur KV 242 („L.-Konzert“). Mit dem rasch aufeinander folgenden Tod des Grafen 1779 und der Gräfin 1780 verloren die Mozarts wichtige Fürsprecher.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb 1776 zum Namenstag der Gräfin Lodron, die mit ihren beiden Töchtern bei ihm Klavierunterricht hatte, die zwei Lodronischen Nachtmusiken.

Das Konzert für drei Klaviere in F-Dur KV 242 entstand im Februar 1776. Mozart hatte es für die Gräfin Antonia Maria Lodron und ihre beiden Töchter Maria Aloisia und Maria Josepha komponiert. Die Familie Lodron, für die auch die Divertimenti KV 247 und KV 287 geschrieben sind, erhielt von Mozart, seinem Vater und seiner Schwester Musikunterricht. Wegen seiner Zweckbestimmung erforderte das Konzert KV 242 Rücksichtnahme auf die spieltechnischen Fähigkeiten der Lodrons, insbesondere beim Solopart des dritten Klaviers, der der damals elfjährigen Josepha zugedacht war. Aber offenbar hat Mozart das Konzert auch sehr geschätzt, denn er nahm es mit auf seine große Mannheim-Paris-Reise.

[13] Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert, Seite 333: Die von uns anfangs favorisierte Zuschreibung an den früh und qualvoll verstobenen, ältesten Sohn des Grafen Lodron, dem „qualifizierten Majoratsherr Sigerl“ ( 1759 – 1779 ), wie ihn Mozart in seinen Briefen nennt, verbietet sich angesichts des durch den Partezettel verbürgten Geburtsjahres 1759. Der Zettel liegt dem Nachlebensinventar bei. Vgl. Jaksch ( 1900 ) S. 138 ( C 76, Sigmund, Kämmerer 1775 – 1779, Inventar v. 1779 )

[14] Gesprächsprotokoll, 23. April 2012, Mozarteum. Frau Dr. Ramsauer und Herrn Dr. Großpietsch erklären Edmund Grundner gegenüber übereinstimmend „dass es auszuschließen sei, dass dieses Bild den Knaben Mozart zeige, da dieses Bild in den vielen existierenden Briefen der Familie Mozart, deren Inhalt man natürlich kennt, niemals erwähnt worden ist.“

[15] Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen von Dr. Ludwig Nohl, Leipzig, Verlag von Fr. Thiel 1880. Kapitel II. : Von den ersten Kunstreisen, Seite 10, ( Erste Reise nach Wien ) : Brief von Leopold Mozart an Kaufmann Lorenz Hagenauer in Salzburg (….Denn es befand sich ja die ganze Familie auf der Fahrt und ausser etwa Schachtner war zunächst kein näherer Freund vorhanden, an den ausführlich zu berichten Veranlassung vorgelegen hätte )

[16] Email von Dr. Ramsauer, Direktorin des Mozart Museums an Edmund Grundner am 30. 11. 2012: „Wenn man heute auf Bildern oder anderen Medien einen Mann oder Knaben mit rotem Rock und weißer Perücke sieht, denkt man unmittelbar: Mozart! Die Physiognomie wird dabei fast zur Gänze außer Acht gelassen.“

[17] Am 24. 08. 2013 veröffentlichte der Schwedische Wissenschaftler Dr. Martin Braun das Ergebnis einer biometrisch statistischen Analyse zum Portrait unter dem Titel: The earliest portrait of W.A. Mozart – a biometrical statistical analysis of the newly discovered Fruhstorfer Mozart from c1762 http://www.neuroscience-of-music.se/ormen/Fruhstorfer%20Mozart.htm

[18] In einem Fernsehbeitrag des Salzburger Senders „Servus TV“ vom 25. 11. 2015 zum Porträt, urteilt Frau Dr. Gabriele Ramsauer, die Direktorin der Mozartmuseen über das Porträt. Sie spricht offiziell im Namen der Stiftung Mozarteum – jener Institution, die bekanntlich noch niemals ein Mozartporträt als authentisch bestätigt hatte, das sich nicht in deren Besitz befindet – jener Institution aber auch, so geht aus dem Beitrag hervor, in deren Namen Frau Dr. Ramsauer mit ihren Fachkollegen entscheidet, was ein Mozart ist – und was nicht. ( Siehe Aufzeichnung dieses Fernsehbeitrages)

[19] W.A. Mozart und das Benediktinerkloster Seeon : (Pater Johannes – mit seinem Zunamen von Haasy– Benedictiner des Klosters Seeon, war ein Liebling Mozart’s. Wenn Mozart, damals noch ein Knabe, ins Kloster kam, sprang er auf den Pater zu, kletterte an ihm empor, streichelte ihm die Wangen und sang dazu nach einer stehenden Melodie: »Mein Hanserl, lieb’s Hanserl, lieb’s Hanserl«. Diese Scene erregte immer große Heiterkeit und Mozart wurde mit seinem Refrain und der Melodie öfter geneckt. Im Jahre 1981 schenkte eine Urgroßnichte des Pater Johannes von Haasy der Gemeinde Seeon das Bild eines Kindes mit einem kleinen Hund. Der Überlieferung zufolge soll es den Knaben Wolfgang Amadeus Mozart zeigen.) 

[20] Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen von Dr. Ludwig Nohl Leipzig, Verlag von Fr. Thiel 1880. Kapitel I. : Aus der frühsten Kindheit , Seite 5: Des alten Freundes des Hauses Andreas Schachtners Brief an Frau zu Sonnenburg ( Nannerl): ….. Er war voll Feuer, seine Neigung hing jedem Gegenstand sehr leicht an; ich denke, dass er im Ermangelungsfalle einer so vortheilhaft guten Erziehung, wie er hatte, der ruchloseste Bösewicht hätte werden können, so empfänglich war er für jeden Reiz, dessen Güte oder Schändlichkeit er zu prüfen noch nicht im Stande war. 

[21] http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Johann_Lorenz_Hagenauer

[22] Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen von Dr. Ludwig Nohl, Leipzig, Verlag von Fr. Thiel 1880. Kapitel I. : Aus der frühsten Kindheit, Seite 5: Des alten Freundes des Hauses Andreas Schachtners Brief an Frau zu Sonnenburg (Nannerl): ….Wenn wir, er und ich, Spielzeuge zum Tändeln von einem Zimmer ins andere trugen, musste allemal derjenige von uns, so leer ging, einen Marsch dazu singen oder geigen. 

[23] Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen von Dr. Ludwig Nohl, Leipzig, Verlag von Fr. Thiel 1880. Kapitel II. :Von den ersten Kunstreisen, Seite 10 : Brief von Leopold Mozart an Kaufmann Lorenz Hagenauer in Salzburg: „ Die Kinder sind lustig und überall zu Hause. Der Bube ist mit allen Leuten, besonders mit Officieren, so vertraulich, als wenn er sie schon seine ganze Lebenszeit hindurch gekannt hätte ..….“ 

[24] Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen von Dr. Ludwig Nohl, Leipzig, Verlag von Fr. Thiel 1880. Kapitel IV. : In England, Frankreich und der Schweiz, Seite 47 : Der Engländer Barrington, ein vorzüglicher Rechtsgelehrter und Naturforscher prüfte das Phänomen mit echt britischer Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Sein Schreiben im Jahre 1769 für die „ Philosophischen Abhandlungen der königlichen Gesellschaft in London“: ….Zum Beispiele : während er mir vorspielte, kam eine Lieblingskatze herein, worauf er sofort sein Klavier verliess, auch konnten wir eine gute Zeit hindurch nicht wieder zurück bringen. Zuweilen ritt er auch mit einem Stock zwischen den Beinen im Zimmer herum. 

Auch: http://www.mythen-post.ch/datei_archiv_21_6_04/mozart_21_6_04.htm: Trotz seiner Erfolge blieb Wolfgang in vielem ein ganz normales Kind. Sein zartes Gesicht, so tiefernst, wenn er spielte, strahlte vor kindlichem Vergnügen, wenn er seine Spässe trieb, und in den grossen haselnussbraunen Augen sass der Schalk. Sehr oft, berichtet ein britischer Beobachter, sei das Wunderkind “mit einem Stock zwischen den Beinen wie auf einem Pferd durch den Raum gehopst”. 

Auch: Ludwig Meinardus, Mozart – Ein Künstlerleben, Seite 40 : Nachher sah Barrington diesen jungen Meister der Töne auf seines Vaters Spazierstock, wie auf einem Steckenpferde im Gemach umhertollen, als ob er zu der Zauberwelt der Töne, welcher er wie ein Magier gebot, niemals die geringste Beziehung gehabt hätte. 

[25] Dr. Herbert Lachmayer (Hg.) zur Buchpräsentation von „ Mozart – ein ganz normales Wunderkind“ : Wien, am 17. August 2007: Der Sechsjährige brauchte neben seinen extrem konzentrierten Musik- und Lehrstunden genügend körperlichen und seelischen Ausgleich, eben altersgemäßen Umgang: Mit den Nachbarskindern liefen sie um die Wette, spielten verstecken, Blinde Kuh, Fangen, Purzelbaum schlagen, Bockspringen, der Plumpsack geht um, Katze und Maus, Kegel und Kugeln, an Regentagen Rollenspiele Schule und Kaufmann, Turmbauen mit Holzklötzchen und Burgen, Reiter und Soldat, Koch oder Kaufmann, Hanswurst oder sonst ein komischer Kerl. Es gab Schaukeln, Kletterbäume und Spielplätze, Nannerl hatte die Puppe Salome Musch und Wolfgang den Hund Pimperl. Dazu kamen noch einfache Spielmittel, die man von Spaziergängen und Reisen nach Hause brachte: Zapfen, Kastanien, Muscheln, Schneckenhäuser, Vogelnester, Hufeisen, bunte Steine, Haselstecken. Daraus konnte man leicht Steckenpferde basteln. Kleine Kinder bekamen ausrangierte Tarockkarten zum Spielen, malen und ausschneiden. Im Schloßpark mit den Fürstenkindern wurde Federball gespielt und Reifenschleudern, in den prunkvollen Räumen Fangenspielen und Verstecken.

[26] Auskunft: Dr. Phil. Paulina Moroda, Direktorin des Museum Gherdeina, Gröden [27] Das Heer unter dem Doppeladler, Wien 1981, S. 149. Die rote Uniform des Reiters ist den Karlstädter Grenzhusaren nachempfunden, die Basile Jahre zuvor schon als Vorbild für dessen Serie von Stichen von Reitersoldaten graphisch darstellen musste. Im Gegensatz dazu steht das doppelt geschwungene „E“ auf der Säbeltasche als das Regimentszeichen jenes Husarenregimentes des Fürsten Anton Esterhazy ( gegründet 1742 ), dessen etwa 30 Offiziere Gennaro Basile um 1750 im Auftrag Esterhazys gemalt hatte. Man sieht sozusagen eine Verschmelzung beider Uniformen, die Basile bei dessen vorangegangenen Arbeitsaufenthalten in Karlstadt und Eisenstadt kennengelernt hatte. Weiter: Dr. Martin Braun: Die Säbeltasche der Husaren.pdf (Erklärt die indirekte Signatur Basiles auf der Säbeltasche ).

[28] Dazu schreibt Frau Marlene Pichler, die für das Salzburger Landesarchiv im Jahr 1997 das Repertorium 21-14/08 ( Privatarchiv Lodron ) [34] erstellt hat : Das Archiv der Lodronischen Oberverwaltung in Salzburg ist zum Großteil dem großen Stadtbrand vom Jahr 1818 zum Opfer gefallen. Unterlagen zur Geschichte der Familie Lodron befinden sich heute – abgesehen von den Archivalien über Erzbischof Paris Lodron und die übrigen Salzburger Domherren aus der Familie Lodron (SLA, Geheimes Archiv XXV L 16) – im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt, wohin das Lodron’sche Archiv aus dem Herrschaftssitz Gmünd gekommen ist (vgl. August von Jaksch, Die Graf Lodron’schen Archive in Gmünd (= Archivberichte aus Kärnten I), in: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie XIX, Klagenfurt 1900, S. 1-172). Die Salzburg betreffenden Stücke aus dem Primogenitursarchiv in Gmünd sind fast ausschließlich Urkunden (über 500 Stück vom 14. Jh. bis 1/1 19. Jh.) und Akten über Familienmitglieder, die dem großen Salzburger Stadtbrand – im Gegensatz zu den Akten der Primogenitur-Oberverwaltung in Salzburg – nicht zum Opfer gefallen sind.

Hinweise zu weiteren Dokumenten zur Geschichte der Familie Lodron – zusammengestellt von Frau HR Dr. F. Zaisberger, aufgelistet im Anhang von Frau Marlene Pichlers Repertorium 21-14/08 für das Salzburger Landesarchiv ( Privatarchiv Lodron ): (Hier an dieser Stelle angeführt werden nicht die Hinweise Marlene Pichlers auf die früheren Lodron Dokumente, sondern nur die Hinweise auf Dokumente, beginnend ab dem 18. Jahrhundert und später, da aufgrund der Datierung des Portraits nur diese Dokumente einen Hinweis auf das Porträt enthalten könnten): Marlene Pichler schreibt:….Im Salzburger Landesarchiv gibt es darüberhinaus zahlreiche Dokumente zur Geschichte der Familie Lodron. Im Bestand Geheimes Archiv werden persönliche Aufzeichnungen zu Fürsterzbischof Paris Graf Lodron z. B. sein Testament (Geh. Archiv II, 10), zur Familie, vor allem die Primo- und Sekundo-Genitur-Fideikommisse betreffend (Geh. Archiv XXV/L 16, 1596 – 1880) aufbewahrt. Über die Lodron-Primo- und Sekundo-Genitur informieren auch Lehen-Akten 127 und 128. Erwerbungen von Bauerngütern werden in den Urbaren 615, 833 ff., 840, 876, 926 und 593 1/24 dokumentiert. Alle Verträge bezüglich Änderungen im Grundbesitz scheinen in den Notelbüchern 709 – 719 über den Zeitraum 1632 – 1846 auf.

Im Bestand „Landschaft“ sind Standeserhöhungen in Rubr. III/16/L über die Jahre 1727 – 1799 und Angaben zum Bau der Befestigungsanlagen in Stadt und Land Salzburg in der Regierungszeit von Fürsterzbischof Paris Graf Lodron erhalten (Landschafts-Akten XIV). Über die Lehen, die an Mitglieder der Familie Lodron ausgegeben worden sind, informieren die Lehenakten 96, 103, 126, 146. Die Allodialisierung im 19. Jahrhundert kann im adeligen Hypothekenbuch (Urbare 1490, 1491) erhoben und aus der beim Landesgericht geführten Landtafel bzw. den dazugehörigen Akten nachvollzogen werden (buchf. Archivalien 970 und Akten des Landesgerichtes Salzburg; LRA 1860/69 XII P 10, 16, 19; LRA 1890/99 XII P 1 zu 1892).

Zu den großen Stiftungen gehören das „Collegium Marianum“, das Pageninstitut Virgilianum und das Rupertinum. Von allen drei Einrichtungen sind Unterlagen erhalten geblieben (Lehen-Akten 102, 103, 135, 177; buchf. Archivalien 777 – 801; Collegium Marianum und Rupertinum vgl. Findbuch Nr. 213).

Die Gründung der Salzburger Universität fand ihren Niederschlag im Bestand Geheimes Archiv XIX und in Urkunden und Akten des Universitätsarchivs.

Die Original-Urkundensammlung des Salzburger Landesarchivs enthält 45 Urkunden mit Bezug auf die Familie Lodron. Im Planarchiv sind Hinweise auf die Bautätigkeit der Lodrons in Stadt und Land Salzburg zu finden (Karten und Risse, Bauamts-Mappen). Dasselbe gilt für Akten und Pläne im Bestand Bergwesen.

Weitere Dokumente zur Familie können im Stadtarchiv, im Archiv des Museums C. A., im erzbischöflichen Konsistorialarchiv und in den Archiven der Klöster St. Peter und Nonnberg, aber auch in denen anderer kirchlicher Einrichtungen (Kapuzinerkloster in Salzburg und Radstadt, Loreto-Kloster, sowie in zahlreichen Pfarrarchiven) gefunden werden. (Vgl. Franz Martin, Salzburger Archivberichte 1, 1944, 2, 1946).

Auch befinden sich Handschriften, Akten und Originalurkunden zur Familie Lodron im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, wohin sie von 1807 an aus Salzburg verbracht worden sind. (Constantin v. Böhm, Die Handschriften des k. u. k. Haus-, Hof- und Staats-Archivs, Wien 1873).

Im Kärntner Landesarchiv wird das Lodron-Archiv der Herrschaft Gmünd aufbewahrt. August von Jaksch hat das Inventar in den Archivberichten aus Kärnten (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie XIX) im Jahr 1900 veröffentlicht, nachdem Leopold von Beckh-Widmanstetter bereits 1884 eine Kurzübersicht geboten hat (Über Archive in Kärnten, in: Mitteilungen der k. k. Central-Commission für Kunst und historische Denkmale, NF. IX, X, 1883 – 1884, S. 9 – 13).

Von den Herrschaften Himmelberg bzw. Biberstein sind gesonderte Bestände archiviert. Evelyne Webernigg hat eine Übersicht über die historische Landesverwaltung unter dem Titel „Der Landeshauptmann von Kärnten“ (Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt 1987) veröffentlicht. Wenige Monate übte Kaspar Graf von Lodron-Laterno im Jahre 1870 die Stellung eines Landespräsidenten in Kärnten aus, Dr. Karl Graf zu Lodron-Laterno in den schweren Zeiten des Ersten Weltkriegs 1915 – 1918. Das Hauptarchiv der Familie Lodron wurde lange Zeit auf Schloß Castellano verwahrt und befindet sich jetzt in der Biblioteca Civica in Rovereto.

Sozusagen als Essenz, gewonnen aus den soeben angeführten Vorinformationen, hier eine Aufstellung bzw. eine Zusammenfassung der raren, noch erhaltenen Unterlagen, in denen man bezüglich des Porträts eventuell noch fündig werden könnte:Aufschlüsse  könnten diegrößtenteils aus Gmünd stammenden Bestände in Klagenfurt geben.  Klagenfurt, KLA, Familienarchiv Lodron, A2 ( Repertitorium über die Originalurkunden ), S. 558-563, Adeliges Gut Seeburg ( Kauf und Lehensbriefe ), vgl. August v. Jaksch, Die Graf Lodron´schen Archive in Gmünd, in: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie ( Klagenfurt ), 19, 1900, S. 89-260, insbes. S. 90.

Auch:  Klagenfurt, KLA, Familienarchiv Lodron, A2 ( Repertitorium über die Originalurkunden ),  S. 570, Vermögensabhandlungen und Inventare ( Nr. 1,2: Inventar des Ernst Maria v. 1779, Nr. 4-6: Inventar der Maria Antonia v. 1783), vgl. Jaksch (1900 ), S. 90; I-VII ( Primogeniturarchiv ), IV/C58 u. 59 ( Ernst Maria Joseph, Heiratsverträge von 1746 u. 1758, Nachtragsinventar v. 1782 ),  VII / 172  ( 1744/45, 1753-1790, Lehensakten des Ernst Maria, Resolutionsprotokoll ); ZL. 13/1925 ( Generalien ), vgl. Jaksch ( 1900 ), S. 137 ( C 58, 59 ) u. 152.

Das Testament von Sigismund Lodron  ( 5. Februar 1779, Salzburg, SLA, HR Test. L37), des ältesten Sohnes des Grafen Ernst Maria Lodron gilt leider als vermisst; Familiengruft, Salzburg St. Sebastian. Dr. Johann Wenzel Haffner fungierte während Basiles Aufenthalt als Lodronscher Oberverwalter.

Der Vollständigkeit halber seien hier auch  noch folgende Unterlagen erwähnt, die alle nach bereits erfolgter Durchsicht, das Porträt betreffend, keine Informationen brachten:Wie bereits erwähnt befindet sich ein substantieller Archivbestand noch immer im Kärntner Privatbesitz der Familie Lodronauf Schloss Himmelberg. Laut Auskunft des letzten männlichen Nachkommens der Familie Lodron, des Eigentümers dieses Himmelberger Archivbestandes, sollen diese Dokumente nun bald dem KLA in Graz überbracht werden. Nach einer groben Durchsicht dieser „Himmelberger-Lodron-Dokumente“ konnte laut Auskunft des Grafen von Schloss  Himmelberg dort kein Hinweis bzw. keine Erwähnung des Portraits gefunden werden.

Der Bestand des Familienarchivs in Rovereto, Biblioteca Civica, ist zwar groß, aber was Person und Umgebung des Ernst Maria betrifft, nicht unbedingt vielversprechend.

Der Aukt.-Kat., Gemälde alter Meister, Sammlung Gräfin Lodron, Rudolph Lepke, 7. Febr., Berlin 1828 enthält keinen Hinweis auf das Portrait.

Ausst.-Kat., Auf den Spuren der Lodron. Die Ereignisse, die Persönlichkeiten, die Zeichen, hrsg. v. Centro Studi Judicaria, Tione di Trento 1999, kommt über ein Skelett an Datenwissen nicht hinaus.

Auch ein Splitternachlass aus dem Haus Lodron mit Beständen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, der in der Auktion Autographen, Dorotheum, 29. Mai, Wien 2013, Nr. 39, zur Versteigerung kam, scheint nichts enthalten zu haben, was über Ausstattungsfragen und künstlerische Anstellungsverhältnisse  Auskunft geben könnte.

[29] Da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Familie Lodron Auftraggeber und erster Eigentümer des Bildes war, könnte das Porträt vor Allem im Zuge zweier Jahre, in denen erheblicher Privatbesitz der Familie Lodron veräußert wurde, an die Familie Fruhstorfer gegangensein.

DieJahrewaren:1818, als Hieronymus Maria Graf zu Lodron Konkurs über sein Privatvermögen erlitt,  und 1880, als dessen Sohn Constantin Graf zu Lodron starb und damit die männliche Linie der Salzburger Lodron zuEndeging.http://de.wikipedia.org/wiki/Lodron#Der_Salzburger_Ast_der_j.C3.BCngeren_Primogenitur-Linie

Leider wird in den überlieferten Schriften  nur  über den  Konkurs 1818  berichtet, und auch da nur folgendes: „Am 22. August 1818, nur wenige Monate nach dem Stadtbrand, musste der Majoratsherr Konkurs anmelden. Die Veräußerung des Salzburger Familienbesitzes ging in 3 Auktionen, und zwar am 19. Sept. 1818, sowie am 9. Januar und 19. April 1819 über die Bühne.“ Von der Innenausstattung des nachmaligen Schulpalais Borromäum  wurde nur berichtet, dass„alle Familiengemälde, die Porträte der österreichischen Kaiser, des Königs Friedrich II. von Preußen etc. theils ein Raub der Flammen, theils des leidigen Verhängnisses geworden“, mit Letzterem ist vermutlich die Verschleuderung des Kunstbesitzes im Zuge der Annektierung des Landes durch Bayern und Österreich gemeint; ( Pillwein ( 1839 ), S. 328; s. ferner Hans Schurich, Die drei Wohnungen des Herrn Vice-Kapellmeisters Johann Georg Leopold Mozart, in: Leopold Mozart 1719 –1787. Bild einer Persönlichkeit, hrsg. v. Ludwig Wegele, Augsburg 1989, S. 52 –77; Peter Matern, Visitenkarten mit Salzburger Ansichten aus den Jahren 1780 –1820, in: Salzburg Archiv (Salzburg) 20, 1995, S.S. 129 –168, insbes. S. 139. )

Im Kaiserl. Königl. Oesterr. Amts-und Intelligenz-Blatt ( Salzburg ) wurde lediglich berichtet: „Die Versteigerung der in die Franz Graf v. Lodron´sche Konkursmasse gehörigen, zu Minnesheim und Neuhaus befindlichen Immobilien mitsamt den ausdrücklich hervorgehobenen „Kupferstichen und Gemählden“ wurde für den November 1819 anberaumt und kurz darauf wieder abgesagt.“ (Vgl. Kaiser. Königl. Oesterr. Amts-und Intelligenz-Blatt ( Salzburg ), 85, 1819, 22. Okt., Sp. 1110f. u. 91, 1819, 12. Nov., Sp. 1163; Pillwein ( 1839 ), S. 377.)

Aufgrund der engen Verbindung zwischen der Familie Lodron und Laktanz Graf Firmian ( Schloss Leopoldskron ) bestünde auch die Möglichkeit, dass das Porträt von den Lodrons zuerst noch in die Sammlung dieses bedeutendsten Kunstsammlers seiner Zeit gelangt sein könnte. (Größte Kunstsammlung nördlich von Florenz, ca. 700 Bilder )

1828 erbte Karl Graf Wolkenstein Trostburg den Besitz, den er im Jahr 1837 dann an den Salzburger Schießstättenwirt Georg Zierer verkaufte.

Georg Zierer war eine ausgesprochene „ Kunstbanause“ und verschleuderte die Gemälde dieser bedeutenden Sammlung zu Flohmarktpreisen, „per Stück um 4 Gulden.“ ( Geschichte von Leopoldskron ) Auch bei dieser Gelegenheit könnte das Bild an die Familie Fruhstorfer gegangen sein.

[30] Telefonat, 13. 10. 2014 zwischen Frau Dr. Groschner ( Direktorin der Residenzgalerie ) und Edmund Grundner : „ Wir sind nicht der richtige Ansprechpartner für sie. Wir sind ein internationales Museum mit „Rembrandts und so“ und haben mit Salzburgensien nichts zu tun. „Also gut, ich kenne ihr Bild nicht. Wenn´s gut genug ist um es neben einen Rembrandt zu hängen, dann vielleicht.“ Am folgenden Tag dann sozusagen die offizielle Absage der Residenzgalerie per Email. ( Siehe Email von Dr. Groschner vom 14. 10. 2014 ).

Am 16. 04. 2015 hatte der Besitzer des Porträts exakt eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, das Portrait Herrn Direktor Prof. Dr. Hochleitner im Salzburg Museum zu zeigen und das Porträt dem Salzburg Museum als längerfristige, unentgeltliche, ausstellungs – und forschungsbedingte Leihgabe anzubieten. Dr. Hochleitner: „Wenn es möglich ist, dann kaufen wir manchmal Sachen – aber eines sage ich ihnen gleich: Wir müssen sehr auf unser Geld achten. Was würden sie denn verlangen, wenn sie uns das Bild verkaufen würden?“ Antwort des Besitzers: „Erstens möchte ich es nicht verkaufen und zweitens wüsste ich gar nicht um wie viel, denn darüber hab ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht.“ Darauf die Antwort von Prof. Dr. Hochleitner : „Aber sie wissen doch, wie viel sie dafür bezahlt haben“(!) (Siehe Gesprächsprotokoll Prof. Dr. Hochleitner mit Edmund Grundner,16. 04. 2015)

(Siehe auch persönlichen Brief von Prof. Dr. Hochleitner vom 27. 04. 2015 )

[31] Franz Reitinger, Die Metastasier, Geschmackseliten im 18. Jahrhundert, Seite 61, (Farbtafel S.79); siehe auch die Punkte [5] und [13] in diesem Quellennachweis.

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