Katharina Wagner

Zuschauerraum Bayreuth

In ihrem ersten Interview nach der gemeinsamen Bewerbung um die Intendanz der Bayreuther Festspiele gemeinsam mit Christian Thielemann hat Katarina Wagner nun gegenüber crescendo-Chefredakteur Axel Brüggemann weitere Details verraten: Thielemann und sie würden sich nicht gegen eine dritte Person in der Führung der Festspiele wehren. 

Nachdem Katharina Wagner und Christian Thielemann bekannt gegeben haben, dass sie die Bayreuther Festspiele gemeinsam leiten wollen, hat die Regisseurin gegenüber der „Frankfurter Rundschau” nun ihre Pläne konkretisiert. Katharina Wagner kann sich neben Thielemann noch ein drittes Mitglied der Führungsebene vorstellen: „Es wäre vielleicht nützlich und entlastend für Christian Thielemann und mich, wenn eine dritte Person vorhanden wäre, die sich auf die wirtschaftlichen Aspekte der Festspiele konzentriert. Das könnte dann eine Position wie etwa ein kaufmännischer Geschäftsführer sein, mit dem ja andere Opernhäuser sehr gut fahren.” Ein weiteres Mitglied der Wagner-Familie schließt Katharina Wagner gegenüber der „Frankfurter Rundschau allerdings aus: „Diese dritte Person müsste vollständig für die wirtschaftliche Seite da sein, denn die künstlerische Seite wäre durch Thielemann und mich abgedeckt.”

Kritik von Nike Wagner, dass Katharina aus Machtinteressen handle, weist diese zurück: „Christian Thielemann und mir geht es weder um eine sowieso fragwürdige ‚Macht’ noch um die Befriedigung irgendwelcher persönlicher Eitelkeiten, uns geht es um die Kunst, und wir fühlen uns für Bayreuth mitverantwortlich.” Sie sagt, dass sie eine einvernehmliche Lösung mit dem Stiftungsrat und den Wagnerverbänden anstrebe. Streit mit den Gremien würde es nicht geben: „Wir sind nun an die Öffentlichkeit gegangen, weil es im Hintergrund bereits viele Vermutungen und Spekulationen gab und gibt, aber da der Stiftungsrat das Verfahren zur Nachfolge noch nicht eingeleitet hat, können wir uns ja auch noch gar nicht offiziell bewerben.”

Außerdem wollen Wagner und Thielemann nicht nur auf die genannten Namen großer Dirigenten wie Harnoncourt und Rattle setzen, sondern den Nachwuchs fördern: „Wir denken selbstverständlich auch an deutlich jüngere Künstler, solche aus unseren Generationen, etwa Andres Nelsons. Junge Künstler wachsen nicht an Bäumen, man muss sie in ihrer Entwicklung beobachten. Dabei ist es vielleicht auch nötig, einem jungen Dirigenten mal zu sagen: ‚Assistiere doch einmal ein Jahr bei uns, auch wenn an anderen Häusern bereits den ‚Ring’ dirigiert hast – wir haben gemeinsam noch etwas vor.’ Nur so kann auch ein anderer Bayreuther ‚Mythos’ wieder erweckt werden, die musikalische Familie.”

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Kommentare

  1. Beckmann
    25. September 2007 at 09:57

    Ich kann nur sagen, ich drücke den Beiden die Damen. Beide haben über ihre Vergangenheit – die Beständigkeit zu Bayreuth bewiesen. Thielemann der die Bayreuther Festspiele zunächst als Assistent erlebte, Katharina die praktisch in Bayreuth groß geworden ist. Das spricht für eine Herzensangelegenheit – weniger für Machtgehabe. Im übrigen wird dieser Aspekt heutzutage an zu vielen Stellen übergangen. Zu viele Posten werden besetzt ohne sich zu fragen, ob die jeweiligen Personen sich überhaupt mit dem was sie tun identifizieren. Das aber, sorgt häufig erst für die notwendige Verantwortung in allen Belangen.
    Ja, es wird wieder notwendig sich mit den kleinen Belangen hinter den Kulissen beschäftigt zu haben, sie durchlebt zu haben, um die Großen bewegen zu können.

    K.Beckmann

  2. Marc Haus
    25. September 2007 at 14:57

    Was ist eigentlich dran an dem Gerücht, dass Paris Hilton in Bayreuth inszenieren soll? Würde bestimmt spannender werden als der derzeitige “Ring”. Ein Gespür dafür, Medien und Publikumsinteresse an sich zu binden, hat sie ja.

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