Kissinger Winterzauber: Von Kerzen und leuchtenden Drumsticks

(Klazz Brothers Cuba Percussion)

Der Kissinger Winterzauber hat sie alle: heiße südamerikanische Rhythmen, selten gehörte Instrumentenkombinationen, Klassik, Jazz und Rock, aber auch wohlige Weihnachtstradition.

Es gibt viele gute Gründe, dem unterfränkischen Bad Kissingen einen Besuch abzustatten. Und wenn es im Winter weihnachtlich glitzert und der Schnee die Parkanlagen in eine Märchenlandschaft verwandelt, sorgt der Kissinger Winterzauber, „Das Festival zur 4. Jahreszeit“, noch für die zusätzliche Prise Genuss. Die diesjährige Ausgabe der Reihe erstreckt sich über die drei Wochen zwischen dem 16. Dezember 2016 und dem 7. Januar 2017. So ist der eine Teil der Veranstaltungen bestens dazu geeignet, sich durch erstklassige musikalische Darbietungen vorweihnachtlich verzaubern zu lassen – und Tickets für die Programmpunkte von Teil zwei machen sich zusätzlich ausgezeichnet unterm Weihnachtsbaum. Der Vorverkauf läuft seit dem 1. September.

Ein besonderes Merkmal des Kissinger Winterzaubers besteht in seiner Vielfalt: Freunde „klassisch klassischer“ Musik können hier ebenso auf ihre Kosten kommen wie Rock- oder Jazz-Fans. Das Programm, verrät Bruno Heynen, Leiter der Veranstaltungsabteilung der Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH, sei auch dieses Jahr wieder ein Stückchen „experimentierfreudiger und mutiger“.

Als Beispiel hierfür kann gleich das Eröffnungskonzert der Band Klazz Brothers & Cuba Percussion am 17. Dezember im Max-Littmann-Saal dienen: Unter dem Motto „Christmas meets Cuba“ treffen dort in der Besetzung Piano, Kontrabass, Schlagzeug und Percussion weltbekannte Weihnachtsmelodien auf kubanische Rhythmen. Die Musik der fünf Künstler wurde unter anderem zweimal mit dem ECHO KLASSIK ausgezeichnet, und ihre Carmen Cubana war sogar schon im Kino zu hören: im Hollywood-Erfolgsstreifen „Hitch – der Date-Doktor“.

Ähnlich Ungewöhnliches bis Überraschendes verspricht das Konzert von Wildes Holz den Besuchern. Am 22. Dezember will das Trio im Kurtheater die Vielseitigkeit eines vielleicht unterschätzten Instruments unter Beweis stellen: der Blockflöte. Denn in Kombination mit Gitarre und Bass wagt sich diese bei Wildes Holz sogar an beliebte Weihnachtslieder im Punk- und Hardrock- Stil heran – wer sich den Sound nicht vorstellen kann, sei auf verschiedene Kostproben unter www.wildes-holz.de verwiesen.

Am ersten Weihnachtsfeiertag lädt das Kurorchester um 10.30 Uhr zu einer Matinee mit Weihnachtsliedern im Jazz- und Swing-Stil ein. Der Klangkörper mit seiner Dirigentin Elena Iossifova wurde offiziell von Guinness World Records als Orchester mit den meisten Auftritten jährlich anerkannt.

Wer es noch schwungvoller mag, dürfte am 29. Dezember im Kurtheater bei Alexander Glöggler und Philipp Jungk richtig sein. Als Percussion-Duo Double Drums stellen die beiden hier ihr neuestes Programm „Groove Symphonies“ vor, das eigentlich schon die Bezeichnung „Show“ verdient hätte. Neben einer Vielzahl von – teils exotischen – Schlaginstrumenten kommen hier gern auch mal ein Verkehrsschild, eine Säge oder ein Pappkarton zum Einsatz. Sanfter und melodischer geht es zu, wenn die zwei Musiker das Marimbafon zum Klingen bringen. Und nicht zuletzt optisch ist einiges geboten, zum Beispiel bei der „LED-Nummer“, bei der der Saal nur noch durch die Drumsticks erhellt wird … Auf mehrere Fernseh- und viele Liveauftritte können Double Drums schon zurückschauen, immer zur großen Begeisterung des Publikums. Die zum größten Teil selbst geschriebenen Stücke vereinen Klassik, Pop und Weltmusik.

Ebenfalls „zwischen den Jahren“ kommt eine Band nach Bad Kissingen, auf die es letztes Jahr in Person des Trompeters Rüdiger Baldauf sozusagen schon einen kleinen Vorgeschmack gab: die Heavytones. Die Formation ist unter anderem bekannt aus Stefan Raabs Show TV total und hat schon diverse Stars von James Brown über Michael Bublé bis hin zu Kylie Minogue begleitet. Doch die acht Männer haben auch Eigenkompositionen im Repertoire. Stilistisch bewegen sie sich zwischen Funk, Rock, Pop und Jazz. Sie werden am 30. Dezember im Max-Littmann-Saal auf der Bühne stehen.

Sollte jemand mit grauer Winterlaune ins neue Jahr gestartet sein, könnte er sich am 2. Januar bei Wally und Ami Warning das Gegenmittel holen: Die beiden sind Vater und Tochter und verzaubern ihr Publikum mit einem Mix aus lässigen Roots-Reggae, Ragga- und Latin-Grooves. Wally Warning wurde unter anderem bekannt durch seinen sommerlichen Radiohit No Monkey; er spielt Gitarre, Cuatro, Ukulele, Bass, Djembé, Foot-Stomp und Shruitbox. Ami ist an Gitarre und Bass zu erleben.

Wer es traditionell klassisch liebt, wird im Programm des Kissinger Winterzauber natürlich auch fündig. Da wären etwa die Matinée classique mit dem Trio Condimento am 18. Dezember im Rossini-Saal, bei der Kammermusik von Haydn, Beethoven und Brahms zu hören ist, das Neujahrskonzert mit den Berliner Symphonikern unter Lior Shambadal oder das Abschlusskonzert unter dem Motto „Viva Italia!“ mit der Staatsoper Braunschweig und ihrem Dirigenten Gerd Schaller am 7. Januar. Festliche Stimmung verspricht außerdem die Weihnachtsgala im Max-Littmann-Saal am 23. Dezember mit dem Tölzer Knabenchor, dem Blechbläsersextett Ensemble Classique, der Harfenistin Barbara Gasteiger und dem Schauspieler Christian Wolff als Erzähler.

Und auch Ballettbegeisterte kommen beim Kissinger Winterzauber nicht zu kurz. Märchenhaft wird es am 27. Dezember im Kurtheater mit dem klassisch Russischen Ballett aus Moskau, das zur Musik von Peter Tschaikowsky vor handgemalten Bühnenbildern die Geschichte vom Dornröschen „erzählt“. Die Darbietung der erstklassigen Tänzer dürfte gerade für Familien interessant sein. Ebenfalls im Kurtheater bringt am 6. Januar die Deutsche Tanzkompanie aus Neustrelitz das Tanz-Epos Die Nibelungen auf die Bühne (Libretto und Dramaturgie: Oliver Hohlfeld). Untermalt von einer vielfältigen Musikmontage von Richard Wagner bis Rammstein, stellt das Ensemble in 25 Bildern die mittelalterliche Sage um den Drachentöter Siegfried, König Gunther und Königin Brunhild tänzerisch dar. Dabei erklingen aus dem Off immer wieder Passagen aus dem mittelhochdeutschen Originaltext.

KISSINGER WINTERZAUBER
16. Dezember 2016 bis 7. Januar 2017
Informationen & Kartenservice:
Telefon: +49-(0)971-804 84 44
kissingen-ticket@badkissingen.de
www.kissingerwinterzauber.de

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