Klanggewaltige und klangsinnliche Chöre

(Foto: Bayerische Philharmonie)

Die Bayerische Philharmonie feierte ihren 18. Geburtstag mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Münchner Allerheiligen Hofkirche

Endlich ist sie ”volljährig” – die Bayerische Philharmonie, jener Münchner Verein, der durch projektübergreifende Veranstaltungen, gemeinsame Aufführungen und vielschichtige Musikangebote Kinder und Erwachsene, Schüler und Studenten, Laien und Profis, Orchester und Chor, Pädagogik und Professionalität in den vielfältigsten Klangkörpern verbindet. Intendant Mark Mast, Celibidache-Schüler und genialer Musikvermittler, ließ es am Wochenende bei der musikalischen Geburtstagsfeier in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz mit Pauken und Trompeten so richtig „krachen“ – mit den festlichsten der Bach‘schen „Weihnachtsoratoriums“-Kantaten (I, III, VI).

Gleichzeitig waren diese Festkonzerte auch eine künstlerische Visitenkarte für den Verein, der sich zu 99 Prozent privat bzw. über Sponsoring (z.B. Audi) finanziert und damit dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegt, sondern nur Freude bereitet. Die Mitglieder der Bayerischen Philharmonie (hier Kammerchor und -orchester) ließen nämlich hören, dass sie in den durchwegs zügigen Tempi von Mark Mast klar und zupackend, aber auch höchst dynamisch gestalten können. Die größtenteils jungen Musikerinnen und Musiker machten auch im (instrumentalen) Detail hinhören, so hochkonzentriert, so innig wurde hier musiziert. Besonders auffallend aber ist die deutliche Steigerung der Chor-Leistung gegenüber dem Vorjahr: Die Choräle kommen fein ausbalanciert, auf beste Textverständlichkeit hin einstudiert, die großen Chöre haben Klanggewalt und Klangsinnlichkeit.

Abermals eine perfekte Bereicherung waren die vier Solisten. Beste Textbehandlung und große Präsenz ist Andrew Lepri Meyer (Tenor) eigen, ein prachtvoller Baß und ein untrügliches Gespür für Gestaltung besitzt Timo Janzen (Bass). Warm und dennoch unsentimental gestaltete Susanne Elle Grobholz den Alt-Part und Susanne Winter führte mit hohem, manchmal vielleicht etwas scharfem Sopran den schnörkellosen Stil fort.

Ein großer künstlerischer Erfolg, vom Publikum gefeiert – und in drei Konzerten ausverkauft.

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