Ave Maya

Ave Maya

Nahe dem Moskauer Bolschoi-Theater, in dem Maya Plisetskaya (1925–2015) ihre Triumphe feierte, erinnert die Statue Plisetskaya-Carmen an die große Ballerina: just in der Rolle, mit der sie in einer noch streng auf die Klassik eingeschworenen UdSSR für die Moderne warb. Alberto Alonsos auf sie maßchoreografierte Carmen-Suite (1967) wurde ein Welterfolg. Und wenn auch heute von neuen Stilentwicklungen überholt, ist es mit seinem rhythmisierten, scharfkantigen expressionistischen Neoklassik-Duktus das spannendste Werk auf dieser Scheibe. In dieser Carmen enthüllt sich auch so ganz ihr willensstarker Charakter, ihre bewundernswerte Energie. Sie tanzt noch mit weit über 50 und auf höchstem Niveau, wie die fünf Ende der 70er-Jahre aufgenommen Klassiknummern beweisen. Und wenn ihr Maurice Béjart 2000 in seinem Ave Maya statt Schwanenflügeln zwei Fächer zuteilt, sieht man dieser aristokratisch-grazilen Nô-Tänzerin keinen Augenblick die 75 an.

Von Malve Gradinger

„Maya Plisetskaya – A Tribute in Five Ballets”
(Arthaus)
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