Beethoven: Piano Concertos No. 4 & 5

Beethoven: Piano Concertos No. 4 & 5

In seinen beiden letzten Klavierkonzerten löst sich Beethoven endgültig vom mozartschen Konzerttypus und bindet den Solisten mehr und mehr in den sinfonischen Kontext des Orchesters ein. Der junge holländische Pianist Hannes Minnaar, der zuletzt mit seinem Van Baerle Klaviertrio ein fulminantes Mendelssohn-Album veröffentlichte, hat jetzt mit dem Dirigenten Jan Willem de Vriend „historisch orientierte“ Spielarten beider Konzerte vorgelegt. Die Interpretationen entfachen den ganz besonderen, aufgeklärten und zugleich verzauberten Lyrismus der Werke ganz ohne das übliche fette Pathos, sondern unglaublich leichtfüßig, elegant und glasklar. So verleihen die Künstler den beiden Konzerten das Profil einer von aller Erdenschwere losgelösten pulsierenden Frische. Selten klangen diese beiden Schlachtrösser so „befreit“, so punktgenau präzis, so ätherisch-schön und so visionär modern. Dazu passt auch, dass Minnaar im Kopfsatz des G-Dur-Konzerts nicht die übliche Kadenz, sondern eine im Beethoven-Haus in Bonn verwahrte, unbekannte Alternativ-Kadenz Beethovens vorstellt, die mit ihren verrückten Triller-Eskapaden viel deutlicher den experimentellen Charakter des Werks unterstreicht.

Hannes Minnaar: Beethoven: Klavierkonzerte 4 & 5
Challenge Classics (CODAEX Deutschland)
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