Cathy Krier: Leos Janáček: The Piano

Cathy Krier: Leos Janáček: The Piano

Janáčeks Klaviermusik ist fürwahr keine leichte Kost, und nur wenige Pianisten drangen zum Kern seiner abweisend elementaren Musiksprache vor. Jetzt hat eine junge Luxemburgerin ihr zweites Album diesem „Meteoriten“ der Moderne gewidmet und seine wichtigsten Klavierstücke eingespielt. Sie hat dabei diese „erratischen Blöcke“ mit hoher gestalterischer Intelligenz regelrecht aufgebrochen, zum Sprechen, zum Leben gebracht, ohne etwas zu beschönigen. Cathy Krier trifft mit erstaunlichem stilistischem Feingefühl die so schwierige Balance von Strenge und Empfindsamkeit, von „konsonantischer“ Härte und zärtlichster Intimität, von schroffer Wahrheit und melancholischer Wehmut, aber alles ganz geradlinig, unsentimental, lakonisch. „Ich dringe mit der Wahrheit durch“, sagte Janáček, und Krier trifft vor allem in der politischen „Sonate 1.X.1905“ diese rigorose Moral, diesen ungeschminkten Realismus, diese Anklage in Tönen. Sie öffnet auf Anhieb neue Türen zu einer durch schwere Schlösser geschützten Seelenlandschaft und führt uns zu ihren inneren Reichtümern.

Cathy Krier: The Piano
Cavi-Music (Harmonia Mundi)
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