Cathy Krier: „Rameau, Ligeti“

Cathy Krier: „Rameau, Ligeti“

Rameau und Ligeti – das ist eine verwegene Kombination, die die historischen Eckpfeiler der Klaviermusik einander gegenüberstellt und alles „Romantische“ ausklammert. Auch auf ihrem dritten Album meidet die junge Luxemburgerin Cathy Krier ausgetretene Pfade und deckt ungewöhnliche Beziehungen auf zwischen dem raffinierten französischen Barockmeister und dem revolutionären ungarischen Avantgardisten: Rameaus „Pièces de Clavecin“ von 1727 und Ligetis „Musica ricercata“ von 1953 verbindet eine ähnliche intellektuelle Strenge und Radikalität: Rameaus Bildkraft und ausgezirkelte Fantasie erfährt hier eine spannende Metamorphose in der strengen formalen Logik und dem subversiven Witz des jungen Ligeti und seiner genialischen elementaren Studien: Das eine wird durch das andere überzeugend erklärt. Dass Krier hier für beide Sphären einen großen Steinway verwendet, ist gleichermaßen überraschend und einleuchtend: Das wunderbar dunkel timbrierte Instrument und ihr glasklares, fokussiertes Spiel verleihen dem zweifachen Zeitsprung eine geradezu unheimliche innere Stringenz und Geschlossenheit: Cathy Krier verzaubert durch Intelligenz.

Cathy Krier: Rameau & Ligeti
Cavi-Music (Harmonia Mundi)
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