Zartes im Sinn: Der Jazztrompeter Tomasz Stanko

Zartes im Sinn: Der Jazztrompeter Tomasz Stanko

In diesem Sommer feiert der polnische Jazz-Trompeter Tomasz Stanko seinen 75. Geburtstag. Je älter er wird, desto konziser wirkt seine Formensprache. Er war noch nie einer, der schnelle Läufe braucht, um intensiv zu klingen, obwohl er im ästhetischen Bedarfsfall auch virtuos phrasieren kann. Inzwischen konzentriert sich seine musikalische Kraft noch mehr auf die Klarheit gebundener Melodien, auf einzelne kunstvoll modulierte Töne und das Zusammenwirken mit anderen empathischen Musikern. „December Avenue“ ist das zweite Album seines New York Quartets, mit Reuben Rodgers am Bass, dem Pianisten David Virelles und Schlagzeuger Gerald Cleaver. Aufgenommen im südfranzösischen La Buissonne bei Orange pendelt die Musik zwischen den für Stanko typischen Elegien, dem punktuellen Aufbranden von kollektiver Energie und dem zarten Umgarnen des melodisch Wesentlichen.

Von Roland Dippel

Tomasz Stanko: „December Avenue“
(ECM)
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