Enrique Granados: Goyescas

Enrique Granados: Goyescas

Von Liebe und Leidenschaft handelt auch die bedeutendste Klavierkomposition des spanischen Neuerers Enrique Granados, der seine 1911 entstandenen „Goyescas“ dem spanischen Malerfürsten Goya widmete. Er beschwor darin die zwischen Bitterkeit und Anmut schwankende, leidenschaftlich-melancholische Gefühlswelt des alten Madrid, die sich in den schon von Goya geliebten Volkscharakteren des Majo und der Maja, und deren wechselvoller Liebe widerspiegelt. Chopin-Koryphäe Garrick Ohlsson erweist sich auch in Granados’ reich verzierter und oft genug spielerisch ausufernder Materie als souveräner, mit großem Atem gestaltender Erzähler, dessen phänomenale Virtuosität immer zurücktritt hinter dem Glanz, der körperreichen Haptik, der atmosphärischen Dichte seiner wunderbar fliessenden Klangrede. So ist man vom ersten Augenblick an verzaubert von der Schönheit, der feinen, melancholischen Agogik seiner dunklen, warm timbrierten Klangbilder. Wir erleben also eine Traumreise ins alte Spanien der Leidenschaften und starken Gefühle – und einen bedeutsamen Komponisten, der nur wenige Jahre später unter tragischen Umständen im Ärmel­kanal ertrank.

Garrick Ohlsson: Goyescas
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