Eros hinter Glas: Lulu an der Bayerischen Staatsoper

Eros hinter Glas: Lulu an der Bayerischen Staatsoper

Marlis Petersen in ihrer neunten Lulu-Produktion, 2015 an der Bayerischen Staats­oper: Das bedeutet ein formidables Charakterporträt, gezeichnet am Schnittpunkt von stimmlicher Frische und äußerer Jugend auf der einen Seite sowie Rollenerfahrung und darstellerischer Tiefe auf der anderen. Kirill Petrenko zapft am Pult des prächtig klingenden Staatsorchesters das Herzblut von Alban Bergs schwelgerischer, mit Jazz­elementen gewürzter Zwölftonoper an, die hier in Friedrich Cerhas Komplettierung gegeben wird. Auch das übrige Ensemble (darunter Bo Skovhus, Daniela Sindram und Matthias Klink) agiert markant und präzise in jenem Labyrinth aus Schaufenstern oder Glasstürzen, das Regisseur und Bühnenbildner Dmitri Tcherniakov geschaffen hat: ein aseptisches, gefühlsfeindliches Ambiente mit einer Lulu ganz in Weiß, in dem sich diese Unglückliche den Todesstoß zuletzt selbst zufügt.

Alban Berg: „Lulu“, Bayerische Staatsoper, Kirill Petrenko ­
(BelAir)
Weitere CDs/DVDs zum Künstler
Share

Kommentieren Sie diesen Artikel

*

*

Ihre Email-Adresse wird nicht publiziert. Pflichtfelder sind markiert mit *