Frisches Blut: Boris Giltburg interpretiert Rachmaninow

Frisches Blut: Boris Giltburg interpretiert Rachmaninow

Der israelische Pianist Boris Giltburg zählt zu den interessantesten Newcomern der internationalen Klavierszene: Nach dem Gewinn des Brüsseler Reine Elisabeth-Wettbewerbs ging es mit dem 1984 in Russland geborenen Virtuosen steil aufwärts. Gerade erschien sein fünftes Album, und da er schon im vergangenen Jahr mit Rachmaninows zweitem Zyklus der Études-tableaux op. 39 Aufsehen erregte, hat er jetzt die erste Serie op. 33 gemeinsam mit dem berühmten zweiten Klavierkonzert aus dem Jahr 1901 gekoppelt, in einer Aufnahme mit dem Royal Scottish National Orchestra unter dem ähnlich ausdrucksstarken Mexikaner Carlos Miguel Prieto. In beiden Werken entpuppt sich Giltburg als echter, tief empfindender Romantiker, bei dem alle technische Bravour nur dem einen Ziel dient, die lyrische Substanz, die in schönste dunkle Farben getauchte Seelensprache Rachmaninows auratisch aufleuchten zu lassen und so sein gesamtes Oeuvre als Sehnsuchtsorte eines um emotionale Wahrhaftigkeit und Schönheit ringenden Genies erlebbar zu machen: So gestaltet im Konzert seinen Solopart als integralen Bestandteil eines großen, bedächtig wogenden Klanggemäldes, das ständig die Farben, die Charaktere, die Stimmungen und die Perspektiven wechselt und uns so in eine andere, bessere Traumwelt entführt. Wem das bei einem so abgenutzten Opus gelingt, ist ein wahrer Magier.

Rachmaninov: piano concerto no. 2; Études-tableaux op. 33 u.a. Boris Giltburg, Royal Scottish National Orchestra, Carlos Miguel Prieto
(Naxos)
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