Harriet Krijgh & Magda Amara: Im Dialog

Harriet Krijgh & Magda Amara: Im Dialog

Als Johannes Brahms seine erste Cellosonate e-Moll op. 38 gemeinsam mit dem Widmungsträger Joseph Gänsbacher im engen Freundeskreis uraufführte, war er von dessen Cellokünsten maßlos enttäuscht. Nachdem der Jurist und Hobbymusiker sich schließlich auch noch beschwerte, das Klavier sei so laut, dass man ihn kaum hören könne, erwiderte Brahms bissig: „Glücklicherweise!“. Bei dieser Einspielung ist es anders: Magda Amara erweist sich als überaus einfühlsam agierende Pianistin, sodass der warme und nuancenreiche Celloton der bereits mehrfach ausgezeichneten jungen Cellistin Harriet Krijgh wunderbar zu Geltung kommt. Gemeinsam lassen sie die schwermütige Sonate mal wie ein vertrautes Flüstern, dann wieder wie ein aufbrausendes Gespräch klingen. Ganz in Brahms ursprünglicher Intention ist das Klavier dabei nicht zur bloßen Begleitstimme degradiert, sondern vielmehr ein ebenbürtiger Partner für das Cello. Auch Brahms zweite Cellosonate F-Dur op. 99 haben die beiden Künstlerinnen eingespielt. In diesem strahlenden, kraftvollen Werk umspielen sie abwechselnd sanft die Melodien der Anderen und scheinen dann wiederum plötzlich im Unisono zu „singen“. Harriet Krijgh versteht es die gegensätzlichen Temperamente der doch so unterschiedlichen Sonaten hervorzubringen und gemeinsam mit Magda Amara gelingt ein spannender Dialog.

Harriet Krijgh: Cellosonaten
Capriccio
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