Lida Winiewicz: Verloren!

Lida Winiewicz: Verloren!

Wien, kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1938. Ein Mädchen probt Franz Schuberts Lied Heideröslein. Doch als die Lehrerin erfährt, dass die junge Sängerin Enkelin einer Jüdin ist, darf sie nicht am „Tag der deutschen Hausmusik“ auftreten. Ab diesem Moment wird ihre Stimme nie wieder über das „G“, den höchsten Ton des Liedes, hinauskommen.

In ihrem autobiografischen Roman erzählt die 1928 geborene Lida Winiewicz von ihrer Kindheit und den furchtbaren Kriegserlebnissen. Sie erinnert sich an die früh verstorbene Mutter, die Klavier spielte, den Gesang des Vaters und ihre Schwärmerei für den italienischen Opernstar Ezio Pinza, den sie in Salzburg trifft. Im wienerisch gefärbten Tonfall beschreibt Winiewicz den Alltag der Familie, die durch den Krieg auseinandergerissen wird. Ihr Trauma wird sie später auch als Sängerin in einem Kammerchor nicht überwinden: „Meine Singstimme bleibt verstümmelt, die Höhe verloren, für immer.“

Lida Winiewicz: „Der verlorene Ton“
(Braumüller)
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