Zum 100. Todesjahr: Max Regers “Sämtliche Orgelwerke”

Zum 100. Todesjahr: Max Regers “Sämtliche Orgelwerke”

Max Reger, der trockene Komponist, der eher von Organisten als dem Publikum geschätzt wird, bekommt im 100. Todesjahr ausgerechnet durch zwei Gesamteinspielungen eine Imageaufwertung. Die Qualität, Varietät und insbesondere Sinnlichkeit dieser Interpretationen, aber auch die gelungene Auswahl der Instrumente und Programme auf den jeweils 16 CDs zeigen Regers Werk als bunten, vielfältigen, hier gewitzigen, dort pompös-brechenden organischen Blumenstrauß. Bernhard Buttmann (Oehms) bildet in seinem chronologisch aufgebauten vierteiligen Zyklus auch die Orgelwelt Regers in ihrer Veränderung ab; Martin Schmeding (Cybele) konzentriert sich auf die Orgeln der beiden Reger-Zeitgenossen Klais und Sauer. Die Dokumentation ist in beiden Fällen erstklassig. Cybele bietet reichen, insbesondere auf Kopfhörer-Hörer ausgerichteten, hochauflösenden SACD-Klang, Oehms generell etwas mehr Klarheit. Eingebettet in den jeweils ersten Track jeder CD bei Cybele ist eine verbale Anleitung, wie die CD am besten zu hören sei. Die eigentlich nette Dame hat man leider spätestens ab der fünften CD dick.

Von Jens Laurson

Max Reger: „Sämtliche Orgelwerke“, Martin Schmeding Max Reger: „Das gesamte Orgelwerk“, Bernhard Buttmann
(Cybele) (Oehms)
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Kommentare

  1. Schmidt-Lucas
    13. August 2017 at 15:37

    Hallo Herr Laurson, nur zu Ihrem Verständnis bezüglich des 3D-Trailers, den Sie im letzten Satz Ihrer Rezension etwas grob abhandeln:
    Da es bei binauralem, also Kunstkopf-Klang sehr wichtig ist, die richtige Abhörlautstärke einzustellen, MUSS jede SACD einen solchen 3D-Trailer-Track beinhalten, der dann eine – auf die jeweilige Musik bezogene – Lautstärke hat. Dann kann der Hörer bei jeder SACD die richtige Abhörlautstärke des Kopfhörers kalibrieren, die bei den Orgeln natürlich naturgemäß immer unterschiedlich ausfällt. Da jeder 3D-Trailer auf den SACDs unterschiedlich laut ist, ist die aus Ihrer Sicht geschilderte Redundanz dieses Trailers demnach nicht vorhanden.
    Da dies in Ihrer Rezension der Sinn nicht wirklich klar wird, möchte ich dies hiermit ergänzen.

  2. 22. August 2017 at 11:51

    Lieber Herr Schmidt-Lucas,
    herzlichen Dank für die Aufklärung. Das gibt der Geschichte viel mehr Sinn, als ich ihr unterstellt habe. Die einfachste Lösung wäre gewesen, dass ich schlicht den CD-Track anhöre… und die beste (aber wirtschaftlich nicht sinnvolle) wäre, für Kopfhörerhörer [sic] eine eigene Edition zu machen. Störend fand ich die Dame so allerdings leider schon…
    lg, jfl

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