Gardiner und LSO spielen Mendelssohn

Gardiner und LSO spielen Mendelssohn

John Eliot Gardiner ist eine Ikone der britischen Originalklangszene: Bereits mit 21 gründete er den Monteverdi Choir, später die English Baroque Soloists und 1990 das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Daneben war er Chefdirigent diverser Sinfonie- und Opernorchester.

Kaum ein anderer Dirigent verfügt über so umfassende musikalische Kenntnisse und Erfahrungen: So klingt das traditionsreiche London Symphony Orchestra unter seiner Stabführung so knackig, kompakt, schlank und polyfon aufgefächert wie ein historisch informiertes Kammerorchester. Sir John hat mit ihm gerade sein drittes Mendelssohn-Album veröffentlicht, mit Live-Mitschnitten der Sinfonien I und IV, und die Londoner Topmusiker folgen seinen rasanten Tempi mit telepathischer Hingabe und Präzision. Vor allem die c-Moll-Sinfonie des 15-jährigen Mendelssohn hebt Gardiner in den Rang eines Meisterwerks, indem er die Aufbruchsstimmung, die Frische und den Überschwang des Werks mit tänzerischer Leichtigkeit in wunderbar fließende Klangrede übersetzt. Man spürt hier auf Schritt und Tritt die Nähe der Sommernachtstraum-Ouvertüre, die nur kurze Zeit später entstand, und dieser pulsierende Märchenzauber und diese tänzerische Anmut prägen dann auch die ähnlich rasante Aufführung der Italienischen.

Attila Csampais

Mendelssohn: Symphony No. 1 & 4 - London Symphony Orchestra, John Eliot Gardiner
(LSO live)
Share

Kommentieren Sie diesen Artikel

*

*

Ihre Email-Adresse wird nicht publiziert. Pflichtfelder sind markiert mit *