Mendelssohns Lobgesang: Gardiner dirigiert das LSO

Mendelssohns Lobgesang: Gardiner dirigiert das LSO

Zum Abschluss seines weltweit gefeierten Mendelssohn-Zyklus mit dem LSO hat sich John Eliot Gardiner die letzte und größte sinfonische Arbeit des bis heute unterschätzten deutschen Romantikers vorgenommen – seine 1840 für Leipzig komponierte Sinfonie-Kantate Lobgesang, die er als zweite seiner fünf Sinfonien in Druck gab. Das zum 400. Jubiläum des Buchdrucks und der Gutenberg-Bibel entstandene Werk kombiniert protestantisches Gotteslob mit aufklärerischem Geist, der sich in der Auswahl der sieben zumeist Bibeltexte vertonenden Vokalsätze klar manifestiert. Zu Beginn stehen drei reine Sinfoniesätze, so dass das gut einstündige Werk als protestantische Reaktion auf Beethovens Neunte verstanden werden kann. Mit seinem hervorragend eingestellten Monteverdi Choir, exzellenten Vokalsolisten und dem wieder historisch-schlank und prägnant klingenden Londoner Toporchester kultiviert Sir John auch in diesem grenzensprengenden Opus eine auf Klarheit, Transparenz und frische Tempi ausgerichtete Gangart, die jeglichem Pathos, aber auch allem beschwörenden Glaubens-eifer eine Absage erteilt und so auch in der reinen Klangrede britische Sachlichkeit und aufklärerische Vernunft walten lässt. So erleben wir die großartige, nobel-empfindsame Wiedergeburt eines allzu selten aufgeführten Meisterwerks.

Mendelssohn: Symphony no. 2 ­„Lobgesang“ John Eliot Gardiner, Crowe, Adamonytè, Spyres, Monteverdi Choir, London Symphony Orchestra
(LSO live)
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