Mythische Frauenfiguren: María Savastano singt Ristori

Mythische Frauenfiguren: María Savastano singt Ristori

40 Jahre lang stand Giovanni Alberto Ristori (1692–1753) im Dienste des sächsisch-polnischen Hofes und hatte das Glück, dass die Gattin des Kronprinzen, die bayerische Prinzessin Maria Antonia, nicht nur eine begabte Dichterin, sondern auch eine ebenso begabte Sängerin war und seine anspruchsvollen Arien zu singen verstand. Inspiriert von drei Frauenschicksalen aus der römisch-griechischen Mythologie schuf sie den Text zu den Kantaten Lavinia a Turno, Didone abbandonata und Nice a Tirsi, die alle um 1748 vermutlich in Schloss Pillnitz in Dresden uraufgeführt wurden. Mit silbrig-glasklarem Sopran verleiht die argentinische Sopranistin María Savastano den Affekten ihrer Figuren Ausdruck: als verlassene Dido, die sich in die Flammen stürzt, als träumende halluzinierende Nice, die den abwesenden Geliebten besingt, und als klagende Lavinia, die nicht den geliebten Mann heiraten darf. Ristoris Oboenkonzert in Es-Dur rundet das schöne Programm ab. Ein Kompliment auch an den Autor des Booklet-Texts.

Giovanni Alberto Ristori: „Cantatas for Soprano, Oboe Concerto“, María Savastano, Ensemble Diderot, Johannes Pramsohler, Jon Olaberria
(Audax)
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