Helden im Wahn: Die Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev

Helden im Wahn: Die Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev

Richard Strauss hatte eine Schwäche für Heldengestalten. Sie umgarnen Frauen, bestehen allerhand Abenteuer, lassen sich dann erdolchen oder fliehen in die Einsamkeit. Seine Kritiker warfen ihm einen hemmungslosen Ego-Trip vor. Hinter dem übersteigerten Männlichkeitswahn blitzt jedoch auch Selbstironie hervor. Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker entlocken Strauss‘ Tondichtungen Don Juan und dem Beethovens Eroica nacheifernden Heldenleben ein grandioses Feuerwerk an Farben. Betörend lässt der langjährige Konzertmeister Lorenz Nasturica-Herschcowici beim Liebeswerben der Heroen die Solovioline singen. Dann geht es unter Fanfarenstößen und mit viel Schlagwerk mitten ins wilde Kampfgetümmel. Am Ende sieht sich der vermeintliche Sieger gescheitert. Souverän und mit Gespür für Ironie führt Gergiev das Orchester auf eine Berg- und Talfahrt durch zwei komplexe und vielschichtige Werke.

Von Corina Kolbe

Richard Strauss: „Don Juan. Ein Heldenleben“ Valery Gergiev, Münchner Philharmoniker
(Warner Classics)
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