Opernschocker: Benoît Jaquots Tosca

Opernschocker: Benoît Jaquots Tosca

Film ist das adäquate Medium für das „Gesamtkunstwerk“ Oper. Ich halte die jetzt in hochauflösender 4K-HD-Bildqulität digital überspielte neue Fassung des Tosca-Films von Benoît Jaquot aus dem Jahr 2000 für die beste, suggestivste Filmadaption des Opernschockers von Giacomo Puccini: Dazu wurden die römischen Originalschauplätze des an einem historischen Datum (17./18. Juni 1800) spielenden Dramas im Studio aufwendigst nachgebaut, um die realistische Wirkung der brutalen Handlung noch zu steigern. Neben der hohen musikalischen Qualität der von Antonio Pappano geleiteten Covent-Garden-Produktion sind es auch die herausragenden schauspielerischen Leistungen des prominenten Protagonisten-Teams, die Jaquot mit hautnahen Großaufnahmen, klugen Verfremdungseffekten und einer der Partitur minutiös folgenden Personenführung zu einem großformatigen Kinoereignis von überwältigender Bildkraft verdichtete. Dabei gaben Angela Gheorgiu und Roberto Alanga sängerisch wie optisch eine ideale Verkörperung des tragischen Liebespaars, während Ruggero Raimondi als gespenstisch-zynischer, dämonischer Scarpia bis zum Schluss die Fäden zieht. In dieser Oper überlebt am Ende keiner, und wir erleben den nahtlosen Übergang der Gattung zum Kinofilm.

Puccini: Tosca (Opernfilm von BenoÎt Jaquot) Gheorgiu, Alagna, Raimondi, The Royal Opera House, Antonio Pappano
(Arthaus)
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